Brutale Raubüberfälle: Zwei junge Stolberger zu Haftstrafen verurteilt

Von: Wolfgang Schumacher
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Die Männer fielen auf, weil einer der Täter den Taxifahrer mit seinem eigenen Handy anrief. Symbolfoto: dpa

Aachen/Stolberg. Mit einer Verurteilung zu Strafen von drei Jahren beziehungsweise drei Jahren und neun Monaten Haft haben zwei Stolberger im Alter von 24 und 25 Jahren noch viel Glück gehabt. Dem Duo war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, zwei Mal im Abstand von zwei Monaten einen schweren Raub mit vorgehaltenem Messer verübt zu haben.

Die 4. Große Strafkammer am Aachener Landgericht hielt den zwei jungen Männern zugute, dass sie bei den Taten im Frühjahr 2013 unter Einfluss von Drogen gestanden hatten. Als ihnen der Stoff nach tagelangem Amphetamin- und Alkoholmissbrauch des nachts ausgegangen war, kamen sie auf die Idee, sich neues Geld für Rauschgift zu besorgen. Sie beschlossen, einen Taxifahrer an eine Adresse in ihre Nähe zu bestellen und den Mann auszurauben.

Das Taxi fuhr dann auch morgens um 5.15 Uhr vor, der Fahrer sah sich plötzlich zwei maskierten Gestalten gegenüber, von denen einer ihm ein Messer an die Kehle hielt, der andere verpasste ihm zuerst einmal ein blaues Auge. Dann forderte das Duo die Tageseinnahmen und das Portemonnaie des Mannes ein. Er gab die Sachen sofort heraus, die Beute der beiden Täter lag in diesem Fall um die 250 Euro.

Am 12. Mai 2013 war es dann wieder soweit, es fehlte erneut der Nachschub, um weiterzechen zu können. Und wieder waren die beiden jungen Männer knapp bei Kasse. Dieses Mal aber bestellten sie einen Pizzaboten, den sie gegen 1 Uhr nachts in die Nähe der Adresse fahren ließen, an der sie sich gerade aufhielten.

Wieder kamen die beiden Täter maskiert und mit einem Messer bewaffnet zu dem Fahrzeug. Der Pizzafahrer gab sein eigenes Geld und die Nachteinnahmen aus dem Pizzaverkauf heraus, ihm geschah ansonsten nichts weiter, die Beute in diesem Fall belief sich auf rund 350 Euro.

Beide Angeklagten gaben vor Gericht an, seit Jahren drogenabhängig gewesen zu sein. Dem 24-jährigen, der in Haft sitzt, während sich sein Kollege auf freiem Fuß befindet, machte die Kammer in ihrem Urteil denn auch zur Auflage, eine Entzugstherapie zu absolvieren.

Richter Norbert Gatzke machte in seiner Urteilsbegründung klar, dass bei der recht dünnen Beweislage den Geständnissen der beiden Angeklagten eine erheblich strafmildernde Bedeutung zugekommen sei.

„Das ist einer der wichtigsten Strafmilderungsgründe“, meinte Gatzke am Montag in seiner Urteilsbegründung. Es ist eher selten der Fall, dass sich ein besonders schwerer Raub mit Körperverletzung in einem Strafbereich von unter fünf Jahren Haft befindet. Die neun Monate höhere Strafe des 25-Jährigen resultiere aus seinen einschlägigen Vorstrafen, erläuterte die Kammer den Urteilsspruch.

Aufgefallen waren die beiden Männer aus Stolberg, weil der 24-Jährige den Taxifahrer mit seinem eigenen Handy zum Ort des Überfalls geordert hatte.

Der heute 36-Jährige Pizzabote hat übrigens umgeschult: Er ist jetzt Taxifahrer, allerdings in der Tagesschicht, für ihn eine echte Verbesserung.

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