Stolberg-Atsch - Brücke wird abgerissen: Lkw rollen ab Mai über Privatgrundstück

Brücke wird abgerissen: Lkw rollen ab Mai über Privatgrundstück

Von: Ottmar Hansen
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Günter Rüttgers zeigt von seiner Dachterrasse aus, wo die provisorische Brücke über den Münsterbach errichtet wird. Ein Stück Straße wird quer durch den Garten führen. 14 Bäume sind auf dem Grundstück bereits gefällt worden. Foto: O. Hansen

Stolberg-Atsch. Noch schaut Günter Rüttgers von der Dachterrasse aus auf eine grüne Idylle in seinem Garten. Doch das wird sich bald ändern. Vermutlich ab Mai werden schwere 40-Tonnen-Lkw auf dem Weg ins Gewerbegebiet Hamm-Mühle quer über sein Grundstück an der Terrasse vorbei fahren.

Von der schönen Wiese wird nicht mehr viel übrig bleiben. Und auch mit der Ruhe hinter der großen Thuja-Hecke wird es mit einem Schlag vorbei sein. Grund des Schwerlastverkehrs durch den Garten ist: Um ins Gewerbegebiet zu gelangen, muss man eine Brücke über den Münsterbach passieren.

Doch dieses Bauwerk ist so marode, dass es abgerissen werden muss. „Die Außenträger der Brücke sind völlig korrodiert“, teilt Fachbereichsleiter Bernd Kistermann auf Anfrage mit. Deshalb sei der Verkehr auf der Brücke ja schon jetzt eingeschränkt worden. Die Brücke ist nur einspurig befahrbar, und Pkw und Lkw dürfen nur die Brückenmitte nutzen. Es besteht Einsturzgefahr.

Einspurig über den Münsterbach

Eine neue Brücke muss her, die alte wird abgerissen. Doch wie gelangt man während der Bauzeit für die neue Brücke ins Gewerbegebiet Hamm-Mühle? Über eine einspurige Behelfsbrücke, die ab Mai von der Hammstraße Richtung Spinnereistraße errichtet werden soll. Nur wenige Meter entfernt von der alten Brücke. Und wenn das provisorische Bauwerk fertig ist, wird der Verkehr durch den Garten der Familie Rüttgers gelenkt.

Eine Alternative gibt es nicht. Das Haus der Rüttgers steht zwischen zwei Armen des Münsterbaches. Das Areal wurde erst unlängst vom Wasserverband Eifel Rur naturnah hergerichtet. Eine Zufahrt über die Wiesen und den neu angelegten Flusslauf würde der Wasserverband nicht zulassen.

14 Bäume wurden auf dem Grundstück der Rüttgers durch eine städtische Kolonne bereits gefällt. Auch zwei hohe Kastanienbäume gegenüber am Münsterbachufer mussten dem Projekt bereits weichen.

„Zuerst hatte es geheißen, die Bäume müssten bis März weg, weil dann mit dem Bau der Behelfsbrücke begonnen würde“, sagt Günter Rüttgers. „Jetzt wurde uns gesagt, der Baustart erfolge im Mai“, schüttelt Rüttgers den Kopf. Dabei habe es im Mai 2013 erste Besprechungen bezüglich des Projektes gegeben, so der 76-Jährige. Doch der Beginn des Brückenbaues habe sich immer weiter verzögert. Bis ins kommende Frühjahr hinein.

Eigentlich hätte auch die Thuja-Hecke entlang des Grundstückes bereits entfernt werden müssen. Doch darin könnten derzeit Vögel brüten. Die Stadt hat die Hecke deshalb zunächst einmal von gut 2,50 Meter Höhe auf 1,70 Meter herunter schneiden lassen. Die Höhe habe die Landschaftsbehörde vorgegeben, betont Bernd Kistermann. Beim Baustart müsse ein Großteil der Hecke dann aber weichen.

Errichtet werde eine stabile neue Brücke mit Geländer, auf der auch Lkw im Gegenverkehr den Münsterbach überqueren könnten, so der Fachbereichsleiter. Die Ausschreibung für die Bauarbeiten sei bereits raus. Der Vergabeausschuss müsse bei seiner Sitzung Anfang Mai entscheiden, welche Baufirma den Zuschlag erhalte.

Dauer sieben Monate

Günter Rüttgers verweist darauf, dass man ihm versprochen habe, die Bauarbeiten seien nach sieben Monaten abgeschlossen. „Die sieben Monate beginnen ab dem Tag, an dem meine Hecke ausgerissen wird.“ Für jeden Tag, den die Bauarbeiten länger dauerten, habe er Schadensersatzzahlungen mit der Stadt ausgehandelt.

Die Stadtverwaltung hat versprochen, den Garten nach Abbau der Behelfsbrücke möglichst wieder so herzurichten, wie er vor dem Baustart ausgesehen hat. Günter Rüttgers: „Das heißt, wir werden etwa drei bis vier Meter hohe neue Bäume und eine neue Hecke bekommen.“

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