Stolberg - Brücke ist marode und eng

Brücke ist marode und eng

Von: Daniel Gerhards
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Die Fahrbahn verengt: Auf der Brücke, die zum Gewerbepark Hamm-Mühle führt, stehen mit Steinen gefüllte Metallkörbe. Der Grund: An den Seiten trägt das Bauwerk nicht mehr richtig. Foto: R. Roeger

Stolberg. Den Anwohnern kam es so vor, als handele es sich um einen Schildbürgerstreich. Auf der Brücke, die in den Gewerbepark Hamm-Mühle führt, hatte die Stadt am späten Montagnachmittag vier große Metallkörbe aufgestellt. Denn eine Untersuchung hatte ergeben, dass die Brücke so marode ist, dass sie an den Seiten nicht mehr befahren werden darf.

So weit, so gut. Problematisch ist aber, dass die Firmen im Gewerbepark regelmäßig große Lkw erwarten, die Material bringen und Ware ausliefern. Und für die ist die Gasse über dem Münsterbach zu eng. Bis zu 20 Meter lang sind die Sattelschlepper und Vierachs-Laster, die dort langfahren.

Die Metallkörbe standen so ungünstig, dass solche große Fahrzeuge schlicht nicht um die Kurve gekommen wären. „So, wie die das dahin gebaut haben, kommt man mit einem großen Sattelzug nicht durch“, sagt Horst Geilen, der mit seiner Metallbaufirma im Gewerbepark arbeitet. Das Pikante: Die Brücke ist die einzige Zufahrt in den Gewerbepark. Es gebe zwar noch eine weitere Brücke, die sei aber in privatem Besitz und baulich in noch schlechterem Zustand als die nun verengte Brücke, sagt Bernd Kistermann, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt.

Auch Ahmet Ekin ärgert sich über das Vorgehen der Stadt. Seine Firma stellt Betonzäune her. „Wenn ich Sand, Kies oder Zement geliefert bekomme, kommt dafür ein Vierachser. Wenn der nicht durchkommt, kann ich nicht arbeiten“, sagt Ekin. Ausgeliefert werden seine Zäune EU-weit mit großen Sattelzügen. Ekin ärgert, dass die Verwaltung „jahrelang die Augen zu macht. Plötzlich heißt es dann: Die Brücke sei marode“. Und damit für Lkw nur noch schwierig befahrbar.

Aus heiterem Himmel kommt die Fahrbahnverengung vielleicht für die Anlieger – nicht jedoch für die Verwaltung. Man habe die Brücke überprüft und festgestellt, dass die „Außenträger rott sind“, sagt Kistermann. Im Klartext: Außen trägt die Brücke nicht mehr, deshalb darf sie dort nicht mehr befahren werden. Und Lkw schrecke man mit einer Fahrbahnmarkierung eben nicht ab. Da muss schon handfesteres her – eben die Metallkörbe voller Steine. Durch die Maßnahme könne man die Lebensdauer der Brücke ein wenig erhöhen.

Auf den Unmut der Anlieger reagierte die Verwaltung zügig. Am Dienstag kam Kistermann mit den Gewerbetreibenden zusammen. Das Ergebnis: Die Körbe wurden erstmal ein wenig verrückt. Man hofft, dass die langen Sattelzüge nun passieren können. Den Gehweg gegenüber der Brücke müssen die Brummi-Fahrer aber trotzdem mitbenutzen, sonst ist es immer noch zu eng. Horst Geilen konnte noch nicht gleich sagen, ob das reicht. „Wir müssen erstmal abwarten, bis der nächste große Lkw kommt“, sagt er. Dabei sei man nicht auf Streit mit der Verwaltung aus: „Wir wollen nur, dass man hier mit einem 20-Meter-Sattelzug durchkommt. Mehr wollen wir gar nicht“, sagt Geilen.

Scheinbar befinden sich die Stolberg Brücken derzeit in einem Faustdicken Sanierungsstau. Neben der Heinrich-Heimes-Brücke im Stadtteil Mühle, die auf absehbare Zeit voll gesperrt bleibt, ist auch die Brücke in Gressenich zwischen Brühlstraße und Rottstraße gesperrt. 37 weitere Brücken im Stadtgebiet werden demnächst noch auf ihren baulichen Zustand geprüft. Wie diese Kontrollen ausfallen, kann Kistermann noch nicht sagen, aber er geht davon aus, dass bei einige Sanierungsbedarf besteht.

Immerhin ist durch die Sperrung der Heinrich-Heimes-Brücke niemand komplett von der Außenwelt abgeschlossen. Es kann aber je nach dem, wo man hin möchte, ziemlich umständlich werden.

Doch das Problem der Brücke in Hamm-Mühle ist viel größer: Ist sie dicht, kommt man mit Auto oder Lkw gar nicht mehr in den Gewerbepark, in dem rund 15 Firmen ansässig sind.

Und das dicke Ende kommt es noch. Kistermann geht davon aus, dass die Brücke abgerissen und neu gebaut werden wird. Wie die Firmen dann beliefert werden sollen, ist völlig offen. „Da müssen wir uns was einfallen lassen“, sagt Kisternmann. Sollte es keine alternative Zufahrt etwa über eine provisorische Brücke geben, können die Firmen im Gewerbepark in der Bauzeit eigentlich schließen. Geilen: „Dann können wir in Ferien gehen.“

Mit der Sanierung beziehungsweise dem Neubau soll „kurzfristig“ begonnen werden, sagt Kistermann. Das heißt, dass im Februar ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragt werden könnte. Tatsächlich gebaut würde allerdings erst Ende des Jahres.

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