Brown und Schätzing sind gut fürs Geschäft

Von: Jan Schlegelmilch
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Bestens vorgesorgt: Buchhändler Wofgang Krüpe hat sich mit den neuen Titeln von Frank Schätzing und Dan Brown eingedeckt. Seine Kunden hatten die Bücher jeweils 70 bis 80 Mal vorbestellt. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. Bella Swan und Edward Cullen werden sich warm anziehen müssen. Noch rangieren die beiden Teenie-Stars aus den Fantasy-Romanen von Stephenie Meyer auf den vorderen Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste.

Doch kein geringerer als der klaustrophobische Harvard-Professor Robert Langdon schickt sich an, das Liebespaar von der Spitze der Kassenschlager in den Buchläden zu verdrängen - wie auch die Buchhändler in Stolberg deutlich spüren.

Am ersten Verkaufstag von Dan Browns drittem Mystery-Thriller „Das verlorene Symbol” war der Andrang in den Stolberger Bücherläden außergewöhnlich groß. „Wir hatten einen sehr lebhaften Vormittag”, freute sich Wolfgang Krüpe von der Bücherstube am Rathaus, dass schon einige Exemplare von „Das verlorene Symbol” über die Ladentheke gingen.

„Wir hatten ungefähr 70 bis 80 Vorbestellungen. Viele haben mit Spannung auf das Buch gewartet”, verdeutlicht Krüpe, wie groß die Nachfrage nach Robert Langdons drittem Abenteur ist.

Gleiches gilt für den neuesten Roman von Frank Schätzing, der bereits letzte Woche erschienen ist. „Limit” lautet der Titel des Buches, das mit 1328 Seiten sein umfangreichstes Werk ist. „Wir haben von beiden Büchern eine Palette hier stehen. Das sind unsere Highlights und die Stützen unseres Weihnachtsgeschäfts”, macht Wolfgang Krüpe deutlich.

Auch seine Kollegin Susanne Hendeß von der Buchhandlung Hendeß in der Salmstraße meint, dass Brown und Schätzing bei vielen eingepackt unter dem Weihnachtsbaum liegen könnte: „Beide Bücher könnten ganz wichtige Geschenktitel werden.”

Dabei denkt sie aber, dass „Das verlorene Symbol” in den Bestsellerlisten eindeutig höher klettern wird - obwohl sie von „Limit” bereits zwei Drittel ihres Bestands verkauft hat. „Einige Kunden haben mir gesagt, dass ihnen Frank Schätzing zu schwierig ist. Ich denke, dass sich Dan Brown langfristig besser verkaufen wird.”

Ebenfalls im Angebot sind die beiden Bücher bei der Buchhandlung Leufgens. Inhaberin Bärbel Leufgens ist sich sicher, dass sich die Titel ganz oben in den Verkaufslisten wiederfinden werden und hat dementsprechend große Mengen bestellt. „Die Bücher der bekannteren Autoren lassen sich immer besser verkaufen. Es sind aber auch beides tolle und spannende Bücher”, meint Leufgens.

Zu den der breiten Masse bekannten Autoren darf sich neuerdings auch Herta Müller zählen. Die deutsche Schriftstellerin hat durch den Gewinn des Literaturnobelpreises unheimlich an Popularität gewonnen und ist auch bei den Stolberger Buchhändlern gefragt. „Es kommen die üblichen Fragen, ob es vorrätig sei”, erzählt Susanne Hendeß, die ihr Buch „Atemschaukel” bereits nachbestellt hat. „Ich hatte sie vorher nicht im Angebot, weil ich sie kannte. Sie schreibt wunderbar, aber depressiv und niederschmetternd. Da fällt es mir schwer, so ein Buch einem Kunden zu empfehlen.”

Wolfgang Krüpe hatte Müller in der Bücherstube am Rathaus zwar im Angebot, aber in überschaubarer Menge. „Fünf Minuten nach Bekanntgabe des Nobelpreises war alles leer, da haben wir uns verschätzt”, sagt der Buchhändler. „Wir warten nun auf den Nachdruck. Der kommt heute und da haben wir ordentlich zugelangt.”

Wie lange die Buchhändler allerdings noch Bücher mit auf Papier gedruckten Lettern und keine digitalisierten Texte bestellen werden, ist eine andere Frage, mit der sich auch die zurzeit laufende Frankfurter Buchmesse beschäftigt. Die E-Books (siehe Box), die auf der Messe an vielen Ständen präsentiert werden, sind mittlerweile eine ernsthafte Konkurrenz für den Büchermarkt und insbesondere für das Geschäft der Buchhändler von großer Bedeutung. „Wir haben das beobachtet und einige Geräte getestet. Es gibt Themen, wie der wissenschaftliche Bereich, wo E-Books mit Sicherheit eine Rolle spielen. Aber die Geräte sind noch nicht ausgereift und noch zu teuer”, meint Wolfgang Krüpe, der in seiner Bücherstube zwar zwei E-Book-Lesegeräte im Angebot, allerdings noch keines verkauft hat. „Wie es einmal in Zukunft sein wird, kann ich nicht sagen.”

Interesse an E-Books

Susanne Hendeß hätte sich ein E-Book-Lesegerät auf der Frankfurter Buchmesse nur zu gerne angesehen und es getestet, um fundiert über die die neue Technik urteilen zu können. „Ich hätte zum Beispiel gerne über die Vertriebsstruktur mehr erfahren, ob die Texte nur über das Internet runterzuladen sind. Aber ich denke schon, dass das Medium an sich eine gute Idee ist. Ganz ehrlich: Bei manchen Büchern ist es einfach schade, dass für sie Bäume gefällt werden”, so Hendeß, die in den Geräten zwar eine existentielle Bedrohung für kleine Buchhändler sieht, aber: „Dann muss man versuchen, sich so gut wie möglich darauf einzustellen.”

Für Bärbel Leufgens bleibt es wichtig, beim Lesen Bücher aus Papier in der Hand zu halten. „Ich finde, dass sollte man auch pflegen.”

Was aber nicht nur für die Zukunft des E-Books, sondern auch für die neuen Titel von Dan Brown und Frank Schätzing gilt, bringt Susanne Hendeß auf den Punkt: „Was gut ist, setzt sich durch.”
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