Broadway lässt grüßen im Kulturzentrum

Von: Marie-Luise Otten
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Das temperamentvolle „Grease“-Finale mit „Tell me more“ und „We go together“ riss alle Zuschauer im Kulturzentrum mit. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Alle Achtung! Was das Team von „In Love with Musicals“ am Wochenende im ausverkauften Kulturzentrum Frankental seinen Fans bot, war eine unvergessliche Reise zu den tiefsten und schönsten Emotionen. Ein Mix der größten Klassiker sowie aktuelle Musicals versprühten drei Stunden lang das prachtvolle Flair des New Yorker Broadways.

Mit Ausschnitten aus den Kultmusicals „Sister Act“ und „Westside Story“ sowie dem temperamentvollen Grease-Song „We go together“ verloren Ort und Zeit ihre Bedeutung. Neu waren die Lieder vom Geist im Hause Manderley aus „Rebecca“ und die herzerweichenden Geschichten des Damenquintetts aus dem Frauengefängnis in „Chicago“. Nur aus Liebe – „Still in Love“, der Titel der diesjährigen Musical-Gala – waren sie zu Mörderinnen geworden.

Unter den großen Klassikern der Musicalszene durften die Lieder von Fantine, Javert und Eponine aus „Les Misérables“, dem Musical von Schönberg/Boublil, nicht fehlen. In das Frankreich des 19. Jahrhunderts entführte die aufregende Liebesgeschichte vom „Phantom der Oper“, das sich in das Chormädchen Christine verliebt und es als seine Muse in die dunklen Katakomben der Pariser Oper entführte.

Schnell nahm der Abend an Tempo auf, als die Zeitreise in die 1970er Jahre ging. „Rocky“ war nicht nur etwas für Boxfans, sondern neben Tempo und Dynamik gab es auch berührende stille Momente in der Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner schüchternen Freundin Adrian.

Die neueren Musicals waren nicht weniger imposant. Für harte Drums und weiche Knie sorgten die Hymnen von Queen in „We will rock you“. Dagegen stimmten die „Seasons of Love“ in „Rent“ von Jonathan Larson nachdenklich, denn es ging neben Liebe auch um Krankheit und Tod und wie man die „525 600 Minuten“ misst.

Cedric Braun, Stefan Kaesmacher, Maria Margarete Laschet, Rebecca Sánchez-Kelm, Susanne Weelborg und die Neuzugänge Julia Böbel und Iris Wegmann wuchsen in ihren jeweiligen Songs über sich hinaus. Ob in bewegenden Solo-Auftritten oder im bewegt-schwungvollen Ensemble: Von den Strapazen der Vorbereitung auf diese zweite Großproduktion in den vergangenen zwölf Monaten merkte man den jungen Leuten nichts an. Alles wirkte souverän und gekonnt.

Das neue Tanzensemble mit Natalie Beckers, Romina Grief, Janina Robens, Johanna und Lennart Reidt lockerte mit gut durchdachten Choreographien die Darbietungen auf. Neu waren die Moderatoren Max Laschet und Stephan Kreutz, die als Regisseur und Assistent auf humorvolle Art und Weise das Geschehen auf der Bühne kommentierten.

Die Symbiose aus gefühlvoller bis rockiger Musik, Schauspiel, dynamischen Tanzeinlagen, atemberaubenden Kostümen – selbst entworfen und selbst geschneidert – sowie einem fast perfekten Equipment in der Licht- und Soundtechnik kam beim Publikum an. Die Zuhörer waren ganz aus dem Häuschen, als sie ihre Lieblinge auf der Bühne sahen. Mit Revolution, Hass, Romantik und Discofieber war für jeden etwas dabei. Tosenden Applaus gab es für die Künstler nahezu nach jedem Stück.

Am Ende bat das Moderatorenpaar alle Helfer auf die Bühne und dankte ihnen für die vielen Stunden, die sie für diesen Abend geopfert hatten. Kein Zweifel: Ohne diese Arbeit im Hintergrund wäre das Musical-Projekt nicht zu stemmen gewesen. Da die Begeisterung und der Applaus nicht enden wollten, waren Zugaben natürlich eine gern erfüllte Pflicht.

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