Brennendes Auto: Randalierer behindern Feuerwehr

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
6238079.jpg
Zuerst fliegen Bierflaschen: Feuerwehrleute in neuen Uniformen löschen das brennende Auto auf den Treppenstufen des Kelmesbergs rasch und verhindern ein Übergreifend er Flammen. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Als der Löschwagen der Feuerwehr am Kelmesberg eintrifft, fliegt erst einmal unter dem Gegröle einer Handvoll Anwohner eine halbvolle Bierflasche hinterher, die auf dem Boden zerdeppert. Ziel des Einsatzes des Trupps am Montag gegen 20.30 Uhr ist ein brennender Pkw – der mitten auf der Treppe zu den beiden oberen Gebäudeblocks so lichterloh in Flammen steht, dass der Brand auf die hohen Birken übergreifen zu droht.

Schnell bringen die Wehrleute in ihren neuen, beigefarbenen Uniformen nach amerikanischem Vorbild den Brand unter Kontrolle, während am Rand des Geschehens zwei sichtlich angetrunkene junge Männer für „Stimmung“ sorgen wollen und vom Einsatzleiter erst einmal zurecht und vom Geschehen weg gewiesen werden muss, weil sie die Löscharbeiten stören, die auch gleich per Handy gefilmt werden.

Während die Feuerwehrleute letzte Hand anlegen, rücken einige Anwohner ihre Gartenmöbel am Wendehammer zurecht und verfolgen genüsslich die weiteren Ereignisse.

Polizei bittet um Hinweise

Mit einiger Verzögerung trifft ein Streifenwagen der Polizei ein, die nach den Ermittlungen der Kollegen von Brandstiftung ausgeht. „Der Fall ist eher ungewöhnlich“, berichtet Polizeisprecher Paul Kemen.

Nach Aussagen von Zeugen soll ein junger Mann mit diesem Auto, an dem keine Kennzeichen angebracht waren, mehrmals Treppenstufen rauf und runter gefahren sein. Zum Schluss habe er ringsherum die Scheiben eingeschlagen und den Wagen in Brand gesetzt. Dann sei er geflüchtet.

Abriss von vier Häuser geplant

Eine genaue Beschreibung des jungen Mannes gaben die Zeugen nicht an. Das ausgebrannte Wrack, vermutlich ein Fiat, wurde sichergestellt. Die Ermittlungen, wem das Auto gehört, gestalten sich schwierig. Verletzt wurde niemand. Zeugen werden gebeten, sich mit der Kripo in Stolberg unter Telefon 9577-33201 oder -34210 in Verbindung zu setzen.

Derweil laufen bei der Stadt Stolberg die Vorbereitungen zu Veränderungen für ihre Obdache am Kelmesberg, wo es auch den Sommer über immer wieder zu Randale kam. Mitte Juli bedrohte ein alkoholisierter 37-Jähriger mit einem Beil Anwohner und zertrümmerte eine Tür. Er wurde von der Polizei festgenommen, die bereits in der Vorwoche zwei Mal zu Streitigkeiten anrücken musste.

Nachbarn der Obdache beschweren sich immer wieder über Lärm- und andere Belästigungen. Zwei tägliche Kontrollgänge eines Wachdienstes sind offensichtlich nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt.

In der kommenden Woche möchte die Stadt einen Sozialarbeiter vorstellen, mit dem in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst Katholischer Männer Obdachlosen ein Weg zurück ins „normale“ Leben aufgezeigt werden soll: etwa bei der Suchtberatung, Insolvenzberatung, Behördengängen oder der Suche nach einer dauerhaften Wohnung. So soll die Verweildauer der Obdachlosen am Kelmesberg verkürzt und die Vermittlung auf dem normalen Wohnungsmarkt forciert werden.

Zu einer grundsätzlich dezentralen Unterbringung des Klientels haben sich Stadtrat und Verwaltung noch nicht durchringen können.

Auch mit Blick auf das nur langsam vermarktbare, benachbarte Neubaugebiet vom Gallier- und Eburonenweg plant die Stadt mittlerweile die angrenzenden vier hinteren Wohnblocks abzureißen. Ein Erdwall soll die zum Brockenberg liegende, verbleibenden vier Wohnblocks vom Neubaugebiet abgrenzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert