Breiniger Pfarrbücherei: Geburtstagsfeier im Leseratten-Paradies

Von: Christoph Hahn
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Drei von acht Ehrenamtlerinnen, die der 20-jährigen Breiniger Pfarrbücherei Leben und Gestalt verleihen: Sabine Hundsdorf (v.l.), Ilka Bauer und Margarete Haller. Foto: C. Hahn

Stolberg-Breinig. Gemessen an den zur Verfügung stehenden Quadratmetern ist die Kirchliche Öffentliche Bücherei (KÖB) in der „Alten Kaplanei“ unweit der Breiniger Kirche St. Barbara nicht groß. Aber trotzdem ist sie mit rund 2000 Büchern, CDs und anderen Medien für ihre Nutzer und auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Welt.

Märchenhafte Geschichten, zukunftsträchtiges Tatsachenwissen und viele andere Inhalte locken jeden Mittwoch zwischen 15 und 18.30 Uhr Leseratten in das Gebäude an der Straße „Alt Breinig“ mit der Nummer 28.

Still und leise, wie es nun einmal ihre Art ist, feiern die Menschen, die dieser für das gesamte Dorf wichtigen Institution Leben und Gestalt geben – vor allem sind es Frauen – das 20-jährige Bestehen der Bücherei, ihrer Bücherei. Ehrenamtler wie Margarete Haller, Ilka Bauer und Sabine Hundsdorf sind es, die die KÖB und ihre Schätze hüten und als deren Fürsprecher unters Volk bringen – ohne Gebühr, weshalb die Breiniger sich immer über Spender freuen.

In der Gestaltung ihrer Arbeit verfolgen sie dabei ganz einfache Grundsätze. Einen davon umreißt Margarete Haller: „Wir bemühen uns, keine trivialen Bücher zu haben.“ Qualität ist also angesagt in der „Alten Kaplanei“. Und darum gibt es für die treuen Nutzer immer wieder mal neue Titel, so zum Beispiel vor Tagen noch eine Biografie von Bundespräsident Joachim Gauck. Und auch Thomas Gottschalk ist in Alt Breinig eingezogen, wenn auch nur zwischen den Einbanddeckeln.

Doch der Ehrgeiz von Margarete Haller und ihren sieben Mitstreiterinnen (sie verfolgen das Prinzip der gemeinsamen Leitung) gilt noch anderen Grundsätzen: „Wir versuchen ausschließlich Bücher zu führen, die einen literarischen Anspruch haben“, erklärt die Sprecherin.

Was das heißt, darüber haben ihre Kolleginnen durchaus individuelle Vorstellung. Ilka Bauer etwa liebt „Die Empfindung des Lebens“, die Geschichte eines stummen Kindes, Sabine Hundsdorf hingegen „Sag mal, Onkel Willi“, die aufgezeichneten Gespräche des Benediktiner-Paters Anselm Grün mit seiner Nichte Andrea Larson, und alle Damen zusammen gediegene Eifel-Krimis.

Denn durch die Breiniger KÖB weht immer ein frischer Wind, auch wenn die Fenster aus gutem Grund meist geschlossen sind. Dafür sorgt nicht zuletzt auch die Materialkiste der Fachstelle für Bücherei-Arbeit im Bistum Aachen, die immer wieder neue Medien in den Ort bringt.

Die Breiniger Bibliothek, neben der Stadtbücherei in der Frankentalstraße die einzige Anbieterin aus diesem Bereich im gesamten Stadtgebiet, glänzt jedoch nicht nur durch Angebote von Büchern, CDs und artverwandten Dingen. Zu den von dem Team organisierten Veranstaltungen gehören auch Flohmärkte, bei denen aussortierte Medien gegen einen bekömmlichen Beitrag neue Besitzer finden, und der jüngst abgeschlossene Malwettbewerb. So bleibt diese nur dem ersten Anschein nach kleine Pfarrbücherei zukunftsfähig – zumindest für die kommenden 20 Jahre . . .

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