Breiniger möchten keinen Wall, sondern Hecken und Bäume

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Der Steinbruch in Breinig. Die Bürgerinitiative hofft, dass die begonnenen Dialoge mit Betreiber und Umweltamt fortgesetzt werden. Foto: J. Lange

Stolberg-Breinig. Die Frühjahrsumfrage 2014 der Bürgerinitiative „Rettet das Münsterländchen“ hat gezeigt, dass viele Breiniger, nicht nur diejenigen, die unmittelbar am Steinbruch wohnen, sich vom Lärm des Steinbruchs erheblich betroffen fühlten. So kamen knapp 800 Unterschriften von Betroffenen zusammen.

Alle, die sich in die Listen der Bürgerinitiative eingetragen hatten, wurden im Oktober angeschrieben, um drei Punkte, die im Gespräch zwischen dem Umweltamt der Städteregion Aachen, der Firma BSR und der BI besprochen wurden, abzuklären:

1. Sind eine BSR-Internetseite und eine Benachrichtigung über bevorstehende Sprengungen gewünscht?

2. Ist ein deutlicheres akustisches Signal zur Warnung vor den Sprengungen gewünscht?

3. Ist eine Hecke oder ein Wall auf dem Abbaufeld „Breiniger Feld“ parallel zur Stockemer Straße gewünscht?

Außerdem enthielt der Brief noch folgende Formulierung: „Ich begrüße, dass der Steinbruchbetreiber BSR versucht, den Lärm einzudämmen, indem der neue, leisere Hydraulikmeißel eingesetzt und die Trichter der Brecher- und Klassieranlage abends beladen werden sollen.“

Die Initiative hat nach eigener Auskunft inzwischen nicht nur einen hohen Rücklauf an Antwortbriefen gehabt; viele Befragte hätten auch zusätzlich Bemerkungen, Bitten und Beschwerden formuliert. Dieser hohe Rücklauf mit vielen Kommentaren bedeute aber auch, dass die Betroffenen einen hohen Kommunikationsbedarf hätten. Je näher die Menschen am Steinbruch wohnten, desto größer seien ihre Sorgen und Befürchtungen. Je näher die Menschen am Steinbruch wohnen, desto wichtiger sei es ihnen auch gewesen zu antworten. Denn schon jetzt höre man die lauten Geräusche aus dem Steinbruch weit ins Dorf hinein, und beim Näherrücken des Steinbruchs werde sich dieser Lärm zunehmen in den Ort ausdehnen.

Die Antworten haben der Bürgerinitiative ein klares Bild geliefert: Mehrere Hundert Befragte haben der Einrichtung einer BSR-Internetseite mit den aktuellen Sprengterminen und der Benachrichtigung an zwei ausgewählte E-Mail-Adressaten der BI zugestimmt, damit die Mitglieder frühzeitig gewarnt werden können. Allerdings gibt es laut BI auch Betroffene, die nicht über Internet oder E-Mail verfügen, die darum baten zu prüfen, ob es auch eine Möglichkeit gebe, zweigleisig zu fahren – über die Zeitung und das Internet.

Warnsignal zunächst zur Probe

Vor allem, wenn in Zukunft dann auch noch die Straße „Auf dem Acker“ gesperrt werden müsse – wie es bisher erst einmal der Fall gewesen sei – werde es für die Autofahrer wichtig, unterrichtet zu sein. Besonders wenn die Straße nach Steinwurf abgesucht beziehungsweise abgeräumt und deshalb über einen längeren Zeitraum gesperrt werden müsse.

Ein deutlicheres akustisches Signal werde, so das Umfrageergebnis, mehrheitlich von Spaziergängern, Hundehaltern, Reitern und vielen Anwohner gewünscht. Aber es gebe auch Stimmen, die gegen ein solches Signal seien.

Deren Argumentation, dass der Steinbruch insgesamt schon genug Lärm erzeuge, hält die BI für durchaus nachvollziehbar. Dennoch würde sie es begrüßen, wenn für eine noch zu bestimmende „Probezeit“ ein Signal installiert werden könnte, um herauszufinden, ob es den Nutzen hat, den sich die meisten Betroffenen davon erhoffen.

„Über 90 Prozent der Befragten möchten keinen Wall, sondern eine Bepflanzung mit Bäumen und Heckensträuchern, erst einmal parallel zur Abbaugrenze des Breini­ger Feldes, später um das gesamte Steinbruchareal herum“, bilanziert die Bürgerinitiative. Der Wall, der jetzt das Flurstück 45 umsäume, sei nicht sonderlich schön, da zwar ein Wall errichtet, aber keine Bepflanzung erfolgt sei. Die Anregung lautet: die Bäume und Hecken auf den genehmigungsseitig geplanten Flächen – gemäß Landschaftspflegerischem Begleitplan – frühzeitig anpflanzen, damit sich schon während des Abbaus wirksamer Sicht-, Staub- und Lärmschutz etablieren und Erfahrungswerte gesammelt werden kön­nen. Ausnahmslos alle Befragten haben sich der BI zufolge einer Formulierung angeschlossen, die es begrüßt, dass die Lärmentwicklung im Steinbruch durch geeignete Maßnahmen der BSR reduziert und sich die Firma BSR nach dem Stand der Technik richten wird. Diese erfreuliche Entwicklung werde ausdrücklich auch weiterhin gewünscht.

Die Bürgerinitiative hat die Auswertung der BSR GmbH und dem Umweltamt zugeleitet und hofft, „dass der begonnene Dialog auch 2015 fortgeführt wird“. Was ihr ferner am Herzen liegt, sind die Verschmutzung der L12 zwischen Kornelimünster und Breinig, die Kalkstaubbelastung und die mögliche Gefährdung von Häusern durch Sprengungen beim Voranschreiten des Steinbruchs – Stichwort: Beweissicherungsgutachten.

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