Breiniger eröffnen erstes Hotel am Schlangenberg

Von: -jül-
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Paul Rüth (v.l.), Sabine Hundsdorf, Reiner Gerlach, Heinrich Rüttgers und Klaus Raschke sowie Rita Wolter, Ingrid Rüttgers, Josef Naumann und Dr. Hans Klein vom Heimat- und Eifelverein Breinig sind sichtlich stolz auf das Insektenhotel, das sie in Zusammenarbeit mit dem Forstamt geschaffen haben.
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Chefsache: Vorsitzender Josef Naumann (l.) und Ehrenvorsitzender Hans Klein greifen zum Spaten, während Theo Preckel den Feldahorn festhält.

Stolberg-Breinig. Es gibt sie handlich und fertig zum Mitnehmen in Geschäften, handwerklich Begabte können sie auch selber bauen. Aber wenn es um größere Dimensionen geht, ist man in der Kupferstadt beim Forstbetriebshof gut aufgehoben. Den haben jedenfalls die engagierten Mitglieder des Breiniger Eifel- und Heimatvereins um Mithilfe gebeten.

Und gerne hat Förster Theo Preckel das Team um Naturschutzwart Klaus Raschke, den Vorsitzenden Johann Naumann und den Ehrenvorsitzenden Dr. Hans Klein bei ihrem Projekt unterstützt.

Entstanden ist dabei eine sehenswerte und noble Unterkunft für unterschiedliche Insekten am „Ringplatz“ zwischen Breinigerberg und Schlangenberg. Der Forst sorgte für den hölzernen Rahmen des Hotels, die Vereinsmitglieder für das Interieur wie Rinde, Stroh, Zapfen, Lehm oder angebohrte Baumscheiben. Hummeln, Wildbienen, Fliegen, Käfer und sicherlich noch mehr Kleingetier werden hier gerne einchecken für einen kürzeren oder längeren Aufenthalt. „Das Insektenhotel dient im Frühjahr und Sommer als Nisthilfe und Brutstätte, im Herbst und Winter als Überwinterungshilfe und Schutz vor Fressfeinden“, sagt Raschke. Und zudem biete es sich als Studienhilfe bei der Umweltbildung etwa für Kinder und Jugendliche an.

Der Lebensraum vieler Insekten sei stark geschrumpft, befindet Raschke. Die wiederum sind erforderlich, um Pflanzen zu bestäuben, und sie dienen der Fauna natürlich auch als Nahrung. Somit unterstützt das Insektenhotel indirekt auch die Fortentwicklung seltener Pflanzen und Tiere im Naturschutzgebiet Schlangenberg.

Den „Internationalen Tag des Baumes“ am 25. April nutzte der Eifel- und Heimatverein gleichzeitig, um an einem vom Insektenhotel abgehenden Wanderweg den „Baum des Jahres“ zu pflanzen: Mit dem Feldahorn steht eine eher zierliche Baumart im Mittelpunkt, die angesichts ihrer geringen Stammstärke einen geringen wirtschaftlichen Nutzen bietet und daher gerne „vergessen“ werde. Gleichwohl biete der Feldahorn vielen Tieren einen Lebensraum, werde von vielen Vögeln als Nistplatz angenommen und sei ein wichtiger Pollenlieferant für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Dem Ehrenvorsitzenden Dr. Hans Klein und dem Vorsitzenden Josef Naumann war es denn auch eine große Freude, den ersten „Baum des Jahres“ zu pflanzen, der vom Breiniger Eifel- und Heimatverein initiiert wurde. In Kürze wird auch eine Tafel auf die Bedeutung der Pflanzung hinweisen. Zukünftig wollen die Breiniger sich alljährlich an dieser großen Mitmachaktion im Naturschutz beteiligen.

Theo Preckel plant gar eine kleine Allee mit den Bäumen des Jahres. Einige in Vorjahren prämierte Exemplare hat er bereits im Umfeld ausgemacht. Und so sieht der Förster in der Aktion eine gute Ergänzung zur Bewusstseinsbildung für den Naturschutz neben den Führungen über den vor vier Jahren renaturierten Schlangenberg.

„Es ist unglaublich, wie schnell sich hier wieder seltene Pflanzen- und Tierarten angesiedelt und vermehrt haben“, sagt Preckel und zeigt auf den Falken, der sich soeben von einer Baumspitze erhebt. Und am Boden schweift der Blick nicht nur über einen blühenden Teppich seltener Galmeiflora, sondern auch auf den Seidelbast, der mittlerweile wieder zahlreich auf dem Schlangenberg anzutreffen ist. „Vor vier Jahren gab‘s hier nur eine Handvoll Exemplare“, sagt Preckel.

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