Brauereistraße: Große Bedeutung für Bürger und Industrie

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. Die beiden Bilder zeigen zwar denselben Winkel, aber können doch so unterschiedliche Geschichten erzählen. Denn im Laufe der Jahrzehnte hat sich im Stadtbild eine ganze Menge getan – so auch in der Brauereistraße.

Der Bahnhof wurde 1979 abgerissen, Brauerei und Güterbahnhof folgten 15 Jahre später. Heute wird die ehemalige Bahnhofsfläche als Parkplatz genutzt. Auf dem Brauereigelände entstand 1997 der EWV-Verwaltungssitz.

Neu bebaut wurde in der Folgezeit auch das Terrain des früheren Güterbahnhofs. Dort entstand 2008 ein großer Verbrauchermarkt. Den Hammer-Bahnhof hatte man 1881 gebaut. Er war anfänglich der Kopfbahnhof einer Strecke, die den Anschluss der Oberstolberger Industriebetriebe an das regionale Eisenbahnnetz herstellen sollte. Acht Jahre später wurde die Strecke in Richtung Walheim und Ostbelgien verlängert, um von dort aus Luxemburg erreichen zu können.

Der an der Brauereistraße liegende Bahnhof hatte nicht nur für die Industrie, sondern auch für den Personenverkehr eine große Bedeutung. Er stellte den Anschluss an die Hauptstrecke Köln-Aachen her und wurde auch als Zubringer für das Personal der Oberstolberger Industriebetriebe genutzt. Die Industriebetriebe hatten ihren Umschlagplatz auf der gegenüber liegenden Seite. Dort lag der große Güterbahnhof.

Erschlossen war er von der Zweifaller Straße aus. In der Nachkriegszeit veränderten sich die Transportwege. Die Bahn und somit auch die Gleisanschlüsse der Industriebetriebe verloren ihre einstige Bedeutung. Als Zubringer und Transportmittel für Mensch und Industrie dienten jetzt Lastkraftwagen und Autos. Bahnhof und Güterbahnhof wurden entbehrlich und fielen dem Abriss zum Opfer.

Eine Renaissance erlebte die inzwischen 120 Jahre alte Bahnlinie Anfang des 21. Jahrhunderts. 2001 ging nach Umbauarbeiten an Strecke und Anlagen die „Euregiobahn“ ans Netz. Sie erfreut sich seitdem einer großen Nachfrage und wird intensiv für den Reiseverkehr in die Region und die Niederlande genutzt. Allerdings ist der neue Haltepunkt „Stolberg-Altstadt“ – von dem Traditionsnamen „Stolberg-Hammer“ hatte man sich verabschiedet – nicht an der alten Stelle, sondern auf der gegenüber liegenden Seite an der Zweifaller Straße entstanden. Somit bleibt als Fazit: Das Viertel hat sein ursprüngliches Bild preisgegeben, da anstelle von Bahnanlagen und Industriebauten Bürogebäude und Einkaufszentren traten.

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