Brand am Schlangenberg: Polizei schließt Fremdverschulden aus

Von: Jürgen Lange
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Das Haus am Breinigerberg stand nach Explosion einer Gasflasche rasend schnell in Flammen. Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Ein 76-Jähriger Hausbewohner konnte nur tot geborgen werden. Von dem Haus blieb nur eine Ruine übrig. Foto: Roeger
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Das Haus am Breinigerberg stand nach Explosion einer Gasflasche rasend schnell in Flammen. Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Ein 76-Jähriger Hausbewohner konnte nur tot geborgen werden. Von dem Haus blieb nur eine Ruine übrig. Foto: Roeger
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Das Haus am Breinigerberg stand nach Explosion einer Gasflasche rasend schnell in Flammen. Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Ein 76-Jähriger Hausbewohner konnte nur tot geborgen werden. Von dem Haus blieb nur eine Ruine übrig. Foto: J. Lange
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Das Haus am Breinigerberg stand nach Explosion einer Gasflasche rasend schnell in Flammen. Die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Ein 76-Jähriger Hausbewohner konnte nur tot geborgen werden. Von dem Haus blieb nur eine Ruine übrig. Foto: J. Lange

Stolberg-Breinig. Am Morgen nach dem schrecklichen Brand eines Wohnhauses am Rande des Naturschutzgebietes Schlangenberg wird das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Das Gebäude ist völlig zerstört, allerdings ist es der Feuerwehr gelungen, die Nachbarhäuser vor den Flammen zu bewahren.

In der Nacht ist ein 76 Jahre alter Mann in dem brennenden Haus ums Leben gekommen. Die 85-jährige Bewohnerin konnte von Feuerwehrleuten gerettet werden. Nach notärztlicher Erstversorgung wurde sie schwer verletzt zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Ausgelöst wurde das verheerende Feuer gegen 18.15 Uhr offensichtlich durch ein Unglück. „Uns liegen keine Hinweise für ein Fremdverschulden vor“, erklärte Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage. Nach Informationen unserer Zeitung war das Paar dabei, die Wohnung zu renovieren. Zum Trocknen wurde eine per Gasflasche betriebene Heizung eingesetzt. Beim Wechseln der Gasflasche soll es dann zu einer Explosion gekommen sein. Das Paar soll noch versucht haben, den Brand zu löschen.

Gerettet hat dann ein Trupp der Hauptwache die schwer verletzte Frau mit einem Hund, die sich hinter dem Haus aufhielten. Von ihr erfuhren die Helfer dann auch, dass sich der Mann und zwei weitere Hunde im Haus befinden würden. „Von mehreren Seiten aus versuchten die Einsatzkräfte in das brennende Haus einzudringen, um die Person zu retten“, berichtet Feuerwehr-Sprecher Michael Konrads: „Aber die starke Flammen- und Hitzeentwicklung sowie die zum Teil durchgebrannten Holzböden machten dies, trotz eines enormen körperlichen Einsatzes einer jeden Einsatzkraft, unmöglich.“

Nachdem die ersten Flammen bekämpft waren, wurde die Befürchtung traurige Wahrheit. Die vorrückenden Feuerwehrleute fanden den Mann und einen Hund tot vor. „Rettungsmaßnahmen waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich“, sagt Konrads. Ungeklärt ist bis dato das Schicksal des dritten Hundes – eine schwarz-weiße Dogge namens Kira.

Mehr als 100 Helfer

Insgesamt weit über 100 Feuerwehrleute waren vom frühen Abend bis zum Dienstagmorgen im Einsatz. Gleich zu Beginn der Rettungsarbeiten hatten sie eine so genannte Riegelstellung eingerichtet, um ein Übergreifen der lichterlohen Flammen auf das angebaute Nachbarhaus zu verhindern – letztlich mit Erfolg. Nicht zu retten war der eigentliche Brandherd.

Das Feuer fraß sich durch den Dachstuhl, und das Gebäude konnte aufgrund latenter Einsturzgefahr nicht betreten werden, so dass nach der ersten Stunde die Löscharbeiten nur noch von außen vorgenommen werden konnten. Mit vier C-Rohren waren unter Leitung von Stadtbrandinspektor Andreas Dovern die Trupps aus drei Löschzügen unter Atemschutz im Einsatz. Schlauchleitungen zu mehreren Hydranten wurden aufgebaut, um die Wasserversorgung zu sichern.

Neben der Hauptwache waren die Löschgruppen Breinig, Dorff, Venwegen, Mausbach, Vicht und Zweifall bis Mitternacht im Einsatz. Dann löste der 5. Zug mit den Kräften aus Gressenich/Schevenhütte und Werth die erschöpften Männer und Frauen über Nacht ab. Am frühen Morgen rückten noch einmal die Breiniger für Nachlöscharbeiten aus.

Aus Würselen war noch am frühen Abend der städteregionale Gerätewagen Atemschutz angerückt, um den Materialnachschub für die zahlreichen Einsatzkräfte zu sichern. Die Eschweiler Feuerwehr steuerte ihre Komponente Betreuung bei, um die Einsatzkräfte mit Getränken und Snacks versorgen zu können.

THW ebenfalls im Einsatz

Auch das Stolberger Technische Hilfswerk unterstützte die Arbeit der Feuerwehr: Fachberater Thomas Johnen war mit 31 Helfern aus den Bergungsgruppen sowie den Fachgruppen Beleuchtung und Infrastruktur im Einsatz, um mit zwei Lichtmastanhängern, Stromversorgung und Einsatzgerüstsystem eine großflächige Beleuchtung der Einsatzstelle zu gewährleisten. Zudem standen Notfallseelsorger bereit, um Angehörigen, Nachbarn oder auch Einsatzkräften zur Seite stehen zu können.

Noch am Abend hatten sich Bürgermeister Tim Grüttemeier, Beigeordneter Tobias Röhm und Kreisbrandmeister Bernd Hollands ein Bild der Lage gemacht. Die Polizei sicherte seit Einsatzbeginn mit stärkeren Kräften den Brandort und sperrte die Landesstraße 12 zwischen Nachtigällchen und Breinigerberg. Am Morgen verblieben Beamte zur Sicherung des Brandherdes, bis die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen aufnahm.

In den Lagebericht gehören auch zwei Unfälle mit insgesamt drei Leichtverletzten auf der Schneidmühle und in Münsterbusch, die die Feuerwehr gegen 19.15 und 19.45 Uhr abarbeiten musste, sowie nach Mitternacht ein Brandalarm in einem Industriebetrieb in der Tallage.

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