Boule: Immer mehr Stolberger jagen Schweinchen

Von: Max Mertznich
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Auf der Boule-Anlage an der Josefstraße treffen sich die Donnerberger zahlreich und regelmäßig, um das kleine Schweinchen zu jagen.

Stolberg. Der Boulesport in der Kupferstadt ist im Aufwind. Immer mehr Menschen wenden sich dem Sport zu, immer mehr Bahnen werden im Stadtgebiet gebaut. Mittlerweile kann an acht verschiedenen Stellen geboult werden – sechs davon sind öffentlich zugänglich.

Jemand, der sich mit Boule in Stolberg auskennt, ist Rolf Minderjahn. Sein erstes Bouleset hat er Ende der 70er Jahre aus Frankreich mit nach Stolberg gebracht. „Ich habe es immer noch“, sagt Minderjahn. Anfangs spielte er noch auf Waldparkplätzen und Wiesen, bis er 2000 das Vatertagsturnier im Bistro „Elle Drei“ in Gressenich mit initiierte. „Damit waren wir Vorreiter in Stolberg und NRW“.

Auch der Wirt des Bistros, Eckhard Vanderbrück, sieht Boule positiv. Die Bahn bilde eine Ergänzung zum Biergarten, viele Kunden entschieden sich spontan dazu, eine Runde zu spielen. Besonders im Sommer sei die Boulebahn unter den Schatten spendenden Bäumen beliebt.

Große Turniere

Zählte das Vatertagsturnier anfangs nur zwölf Teilnehmer, so sind es heute beim Nachfolger, dem Matthias-Minderjahn-Cup, bis zu 120.

Ähnlich ist es beim Wirt des „Casinos“ in Schevenhütte, Gottfried Wirtz. Die Bahn in seinem Biergarten ließ er 2004 auf Wunsch einiger Kunden bauen. Das zahlt sich aus: Der „Bitbouler-Cup“ findet dieses Jahr bereits zum 13. mal statt. 2004 begann der Cup mit nur wenigen Teilnehmern, heute sind es rund 80. Um den hohen Teilnehmerzahlen gerecht zu werden, baut Wirtz zum Turnier rund um das Gasthaus improvisierte Boulebahnen auf. Selbst der Parkplatz vor dem Haus wird dafür genutzt.

„Boule ist ein zeitgemäßer Sport – günstig, gesellig, einfach“, so Minderjahn. Trotzdem beklagt er Nachwuchsprobleme. Dem Boulesport hänge das Vorurteil des „Seniorensports“ an, in Stolberg gäbe es nur wenige junge Leute, die dauerhaft mitspielen.

Der größte Teil der Spieler sei über 50 Jahre alt. Und das trotz des großen Interesse bei Turnieren oder sonstigen Veranstaltungen.

Eine Boulehalle wäre ein Traum

Laut Minderjahn fehle trotzdem ein offizieller Boule-Club in Stolberg, die Spielgemeinschaften seien inoffiziell und für viele nur schwer greifbar. Nur mit klaren Strukturen könne man junge Menschen an den Sport binden. „Ein solcher Zusammenschluss würde die Organisation eines großen Stadtturniers, das sich viele wünschen, vereinfachen“.

Ein weiteres Problem: Der Sport ruht im Winter oftmals, um zu spielen muss man in Boulehallen ausweichen. Rolf Minderjahn meint deshalb: „Eine Boulehalle in Stolberg wäre ein Traum für viele Spieler“. Doch er verkennt nicht das finanzielle Risiko, welches damit einhergeht. „Eine Garage reicht da nicht, das müsste schon eine Halle mit fünf bis sechs Metern hohen Decken sein“.

Trotzdem sieht er den Sport in Stolberg gut aufgestellt. Es kämen viele Spieler von außerhalb, aus Eschweiler und Aachen. Außerdem existieren vergleichsweise viele Anlagen, die gut gepflegt sind. Nicht zuletzt stimme auch das spielerische Niveau: „Das ist in Stolberg schon recht hoch“.

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