Boule auf dem Weg zum Breitensport

Von: Dirk Müller
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Stolberg-Gressenich. Wenn am Vatertag, 5. Mai, in Gressenich mit silbernen Kugeln das „Schweinchen“ gejagt wird, sei das schon etwas ganz Besonderes, meint der Organisator des Bouleturniers: „Es wird das 15. große Vatertags-Bouleturnier in Folge sein. Und so etwas gibt es nicht oft in Nordrhein-Westfalen“, sagt Rolf Minderjahn.

Angefangen habe die Sportveranstaltung mit einem Dutzend Teilnehmer. Für die 15. Auflage haben sich bereits 25 Dreier-Teams angemeldet und weitere Meldungen noch möglich.

Anlässlich der stolzen eineinhalb Jahrzehnte Vatertagsturnier im Ort haben die Gressenicher Boule-Enthusiasten der Veranstaltung den Namen „Matthias Minderjahn Cup“ gegeben. Und zudem einen stattlichen Wanderpokal angeschafft. „Durch seine Frau Lucie, die aus dem französischen Cannes stammt, wurde Matthias Minderjahn mit dem Boule-Virus infiziert und hat vor 15 Jahren das Gressenicher Turnier aus der Taufe gehoben“, beschreibt Rolf Minderjahn, wie der Cup zu seinem Namen kommt.

Boule gilt als der „französische Nationalsport“, war in unserer Region lange Zeit aber eine eher exotische Randerscheinung. Was nicht mehr so sei, meint Rolf Minderjahn.

„In Stolberg ist Boule auf dem Weg zum Breitensport. Das zeigen nicht nur die Beispiele Gressenich und Schevenhütte, wo in diesem Jahr der 12. Bitbouler Cup stattfindet.

Auf der Liester und auf dem Donnerberg sind bereits Boulebahnen entstanden, und auch die Mausbacher wünschen sich zwei Bahnen.“ Boule sei im Aufwind, was auch daran liege, dass immer mehr Menschen erkennen, dass an dem Klischee vom „Seniorensport“ nichts dran sei.

„Auch viele junge Leute spielen Boule. Es ist ein Sport für die ganze Familie, der Generationen verbindet.“

Die Geselligkeit spiele beim Boule eine besonders große Rolle, aber es sei auch – das dürfe man nicht unterschätzen – ein anspruchsvoller Sport: „Bei einem Turnier ist über viele Stunden volle Konzentration gefragt, denn es gibt nicht nur verschiedene Wurf- und Schusstechniken. Boule ist vor allem ein sehr taktischer Sport. Bei jeder einzelnen Kugel gilt es etwa zu entscheiden, ob man direkt das Schweinchen anpeilt, lieber den Weg zumacht oder eine gegnerische Kugel wegschießt.“

Und was wünschen sich die Stolberger Boulefreunde für die sportliche Zukunft? „Eine Stadtmeisterschaft wäre schön“, sagt Rolf Minderjahn.

Diese brächte nicht nur den inzwischen hohen Stellenwert des Boulesports in der gesamten Kupferstadt zum Ausdruck, sondern würde auch alle boulebegeisterten Gruppen und Initiativen zusammenbringen.

Mehr im Stadtgebiet verteilte Boulebahnen seien ebenfalls wünschenswert. „Boulebahnen sind praktische und pflegeleichte Möglichkeiten, Spielplätze zu ergänzen. Während die Kinder auf dem Spielplatz tollen, könnten daneben Jugendliche und Erwachsene Boule spielen – schon hat man einen Mehrgenerationenspielplatz“, erklärt Rolf Minderjahn.

Mit vielen Stolberger Boulespielern teilt er allerdings noch einen anderen großen Traum: „Eine eigene Boulehalle wäre toll. Dann könnten wir ganzjährig spielen, also auch im Winter den Spielbetrieb aufrecht erhalten. Eine Boulehalle würde auch noch mehr Spieler aus anderen Städten nach Stolberg ziehen.“

Schon jetzt würden viele Aktive auch aus anderen Städten wie etwa aus Aachen, Eschweiler und Düren in die Kupferstadt kommen, um dort Boule zu spielen. „Weil es sich herumgesprochen hat, dass man sich bei uns in angenehmer Atmosphäre mit guten Spielern messen kann, denn viele Stolberger haben inzwischen ein beachtlich hohes Bouleniveau erreicht“, sagt Minderjahn.

Seit 15 Jahren in Gressenich und seit zwölf Jahren in Schevenhütte werden große Turnier veranstaltet – in einem Verein organisiert sind die Stolberger Boulefreunde trotz deutlich vorhandenen Potenzials jedoch nicht.

„Vielleicht auch, weil Vereinsstrukturen im sanften Widerspruch zum ,Boule-Lebensgefühl‘ stehen“, meint Minderjahn. „Zum Boulespielen trifft oder verabredet man sich spontan. Man spielt gerne je nach Lust und Laune und ohne Verpflichtung.“

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