Böse Überraschung: Reifen weg, Felgen weg und Firma weg

Von: Daniela Martinak
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Die Reifen „sitzen”, aber di
Die Reifen „sitzen”, aber die Antworten ist ihm die Autoservicekette noch schuldig: Franz-Josef Voss verspricht: „Da lass ich nicht locker.” Foto: D. Martinak

Stolberg. Als Franz-Josef Voss vor einer Woche die Reifen seines Autos wechseln wollte, traute er seinen Augen nicht: Sie waren einfach nicht mehr da. Nein, sie wurden nicht etwa geklaut - die Werkstatt, in der er sie hinterlegt hatte, gibt es nicht mehr und hat es wohl im April auch schon gar nicht mehr gegeben.

Wie das sein kann? Der Stolberger hatte sich ein neues Auto gekauft. Und die Reifen sollten dort sicher gelagert werden. Zudem wollte er sich die Mühe sparen, sie selber wechseln zu müssen, und den Platz in der Garage kann er ja auch so gut anders nutzen.

So weit, so gut. Samt Reifen machte er sich im April dieses Jahres auf den Weg zu der Filiale einer Autoservicekette an der Esch­wei­lerstraße. „Ich habe mit einem freundlichen Mitarbeiter gesprochen, der mir sofort weitergeholfen hat, meine Reifen einlagerte und mir eine Rechnung gab. Dann bin ich wieder nach Hause gefahren”, erklärt Voss.

Doch als er sechs Monate später wieder dort auftauchte, stand er vor verschlossenen Türen. „Wenn das, was drauf steht, nicht mehr drin ist, nennt man das eine Mogelpackung”, schimpft der Stolberger. Der Name, der zwischenzeitlich auf dem Schild der Firma mit ähnlichem Logo angebracht worden war, war nicht der, der auf Voss Rechnung steht. Voss: „Ich hab gedacht, ich sehe nicht richtig.” Nicht nur, dass er vor verschlossener Türe stand, auch unter der angegebenen Telefonnummer war niemand zu erreichen.

„Auch dieses Unternehmen scheint gar nicht mehr zu existieren. Bis heute geht dort noch niemand ans Telefon. Aber das alles war mir in dem Moment egal, schlimm war: Ich kam einfach nicht mehr an meine Reifen.” Erst nach umfangreicher Recherche und zahlreichen schlaflosen Nächten, die sich nur um seine Reifen drehten, „die nicht gerade billig waren, schließlich waren die auf Alufelgen drauf”, hat Voss dann beim Kundenservicecenter erfahren, dass er die Winterräder in der Filiale in Eschweiler abholen kön­ne.

Wie sie dort hingekommen sind und warum das mit soviel Ärger und Aufwand verbunden war, weiß er bis heute nicht. Auch auf Anfrage unserer Zeitung hat sich die Autoservicekette nicht äußern wollen. „Ich bin mal gespannt. Das will ich wissen. Da lass ich nicht locker”, versichert Voss. Wieso hätte er bei unveränderter Außendarstellung erkennen sollen, dass ein anderer Betrieb den alten übernommen hat? Und wieso gab es keine öffentliche Erklärung oder Information?

Fragen, die sich Franz-Josef Voss und wahrscheinlich auch zahlreiche andere Kunden stellen, die vielleicht immer noch auf der Suche nach ihren Reifen sind, die sie in der Werkstatt ihres Vertrauens einlagern ließen.
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