Blutige Messerattacke: Angeklagter bekommt zwei Jahre und zehn Monate

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Stolberg. Wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte das Landgericht Aachen den Stolberger Leo K. am Montag zu einer Jungendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Haftstrafe von vier Jahren für diese Tat gefordert.

K. hatte seinen Nebenbuhler aus verschmähter Liebe am 10. Juli mit fünf Messerstichen niedergestreckt. Angesichts der Schwere der Tat und der brutalen Ausführung bei dem Messerangriff auf seinen Nebenbuhler hat der 19-Jährige mit dem gestrigen Urteil einer Großen Jugendkammer viel Glück gehabt. Als das Opfer an jenem schicksalhaften Abend aus dem Auto stieg, hatte K. ihm aufgelauert. „Ohne ein Wort zu sagen“, schilderte der Richter die Situation, „stach der Angeklagte in Tötungsabsicht brutal auf sein Opfer ein. Er machte auch weiter, als dieses bereits am Boden lag.“ Der Freund seiner Schulliebe konnte sich trotz schwerster Verletzungen aufrappeln und über einen Sportplatz fliehen. Als er sich dann später zur Wehr setzte, ließ K. von ihm ab und entfernte sich.

Richter Roland Klösgen begründete am Montag das eher milde Strafmaß vor allem mit dem reuigen Geständnis, der bereitwilligen und ehrlichen Entschuldigung des Angeklagten gegenüber seinem Opfer. Der hatte sich im Gerichtssaal zwar die Entschuldigung angehört, aber nichts weiter dazu gesagt.

Auch sein „letztes Wort“ vor der Urteilsverkündung nutzte der Angeklagte, um dem im Saal sitzenden jungen Mann eine Entschuldigung mitzuteilen. Der Verurteilte stimmte auch zu, die 9000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Die beiden Fachfrauen, die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe und die psychiatrische Sachverständige, waren sich völlig einig, dass der „in ordentlichen Verhältnissen“ aufgewachsene K. in seiner Reifeentwicklung „verzögert“ sei, also nach Jugend- und nicht nach Erwachsenenstrafrecht zu bestrafen sei. Ansonsten stellte man bei ihm keinerlei geistige oder seelische Beeinträchtigungen fest, die möglicherweise zu einer Schuldminderung hätten führen können.

Das Drama begann 2012, als K. im Chemie-Leistungskurs neben einer Schülerin saß. Er verliebte sich in das Mädchen und schickte ihr eine Liebes-SMS. Doch die Mitschülerin wollte nichts von ihm wissen, antworte nicht auf das Liebesgeständnis. Doch irgendwie bekamen auch Mitschüler Wind von der Sache und zogen den Angeklagten auf, wahrscheinlich sogar bis zum Abitur im Frühjahr 2014.

Als er das Mädchen dann zufällig nochmals in Stolberg an einem Supermarkt traf, begann K. auf dem Weg über die sozialen Medien Drohungen gegen den Freund seiner Schulliebe auszustoßen. Und setzte sie am Ende brutal in die Tat um. Er habe einen festen Plan gehabt, als er nachts zu Fuß zur Wohnung des Nebenbuhlers ging, so das Gericht. Die junge Frau wartete übrigens dort auf die Rückkehr ihres Freundes, der wenige Meter unten auf der Straße um sein Leben kämpfte.

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