Blickt Jesus am Büsbacher Bergnicht in die richtige Richtung?

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
7915666.jpg
Soll wieder in Richtung Stolberg gedreht werden: das Wegekreuz am Büsbacher Berg. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Es steht zwar seit Mittwoch wieder am angestammten Platz, aber seitdem sorgt es für reichlich Diskussionsstoff im katholischen Barenland: Das Wegekreuz an der Ecke des Büsbacher Bergs musste im Rahmen des Ausbaus der Aachener Straße kurzzeitig demontiert und leicht verrückt werden. Denn jetzt führt auch ein neu angelegter Gehweg von der Aachener Straße kommend zwischen Kreuz und Gärten vorbei zum Büsbacher Berg.

Soweit, so gut. Aber seitdem das Eisenkreuz auf dem Blausteinsockel an seinen Platz zurückgekehrt ist, blickt der Corpus Christi nebst der Inschrift „Mein Jesus Barmherzigkeit“ auf dem Blausteinsockel nicht mehr wie über viele Jahrzehnte gewohnt nach Osten auf Stolberg herab, sondern in die entgegen gesetzte Richtung nach Westen Büsbach herauf – über einen Garten hinweg zur Bebauung.

Das gefällt nicht jedem im Barenland. Eine Reihe besorgter Büsbacher meldeten sich in der Redaktion, befürchteten gar Teufelswerk oder einen bösen Streich von Andersgläubigen. Doch weder Luzifer noch Beelzebub waren hier am Werk, sondern nur die Mitarbeiter eines vor Ort tätigen Unternehmens. „Wir haben das Kreuz so aufgesetzt, wie man uns das gesagt hat – mit Blick zum Weg, damit die Fußgänger Christi sehen“, erklären verwundert die Bauarbeiter.

„Wir haben nur bei der Stadt gefragt, wo das Kreuz ist“, berichtet Herbert Wibbels. Pfarrgemeinderat und Pastor hatten das demontierte Wegekreuz schnell vermisst. Damals hat die Verwaltung versprochen, es mit Blick zum neuen Gehweg aufzustellen, sobald es möglich sei. „Wir waren beruhigt, dass das Kreuz zurückkehrt“, so Wibbels. Über die Blickrichtung hatte man sich damals keine Gedanken gemacht. „Ich bin froh, dass unser Wegekreuz wieder dort steht“, freute sich am Freitag Pastor Jürgen Urth, aber in Augenschein nehmen konnte er es noch nicht.

„Wir werden mit dem Pfarrer die Sache besprechen“, kündigte Heinz Herrmann an. „Das kann nur ein Versehen sein“, beruhigte der stellvertretende Leiter des Tiefbauamtes nach einer kurzfristigen Ortsbesichtigung. Der Blick auf das Kreuz von Stolberg kommend sehe schon ein wenig ungewohnt aus, räumte Herrmann ein. Aber ob mit Blickrichtung neuer Gehweg oder zur Straße hin – so wie die Pfarre es wünsche, werde das Wegekreuz ausgerichtet.

Eigens für den Erzbischof

Das Kreuz war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet worden. Anlass soll der Besuch des Kölner Erzbischofs Johannes von Geissel gewesen sein, der 1849 das Sakrament der Firmung in St. Hubertus spendete. Um den Bischof gebührend empfangen zu können, legte die einst selbstständige Gemeinde einen neuen Weg an: Von der am Markt endenden Bebauung zu der 1832 angelegten Straße nach Stolberg, der Aachener Straße, entstand die Bischofstraße.

Das Wegekreuz soll auch der Orientierung gedient haben. Kerzen wurden dort entzündet, um abends den Weg durch das damals unbewohnte Erzbergbau-Gebiet finden zu können.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert