Stolberg - Blick in die Geschichte des Stolberger Biers

Blick in die Geschichte des Stolberger Biers

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Der Stolberger Brauerei-Expert
Der Stolberger Brauerei-Experte Peter Mensger war federführend an der Zusammenstellung der neuen Exposition beteiligt. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Das Bierbrauen hat in der Kupferstadt eine lange Tradition. Schon im 16. Jahrhundert hat es auf dem heutigen Stadtgebiet Braustätten gegeben, die dem Burgherren oder dem Abt von Kornelimünster unterstanden.

Groß war die Anzahl der Brauereien Ende des 18. Jahrhunderts: Acht Kleinbrauereien versorgten rund 2500 Menschen mit Bier. Seine Blütezeit erlebte das örtliche Brauwesen aber im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Drei mittelgroße Brauereien beherrschten den einheimischen Markt und sorgten dafür, dass die Stolberger dem Biergenuss ausgiebig frönen konnten. Besonders gut erforscht ist die Geschichte der Ketschenburg- Brauerei, die die größte der drei örtlichen Braubetriebe darstellte.

Die Ketschenburg-Brauerei - sie wurde 1817 gegründet und stellte 1985 die Bierproduktion ein - steht auch im Mittelpunkt einer Dauerausstellung, die am Sonntag, um 14 Uhr, im Torburg-Museum am Luciaweg mit einem umfangreichen Programm (siehe Box) eröffnet wird. Die Ausstellung, die im Glasraum des Museums gezeigt wird, haben Museumsleiter Professor Dr. Roland Fuchs und der 74-jährige Brauereiexperte Peter Mensger zusammengestellt.

Damit werden zwei bislang getrennte Sammlungen erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert. Denn schon Ende der 1990er Jahre hatte das Museum viele Gegenstände und Exponate aus der Geschichte der Ketschenburg-Brauerei erworben. Eine reichhaltige Sammlung hatte auch Peter Mensger angelegt, der sich in der Vergangenheit durch Fachvorträge und Veröffentlichungen zum Thema Ketschenburg einen Namen gemacht hatte. Diese Sammlungen, die neben Gläser, Flaschen und Fässern auch zahlreiche Bilder, Utensilien und Dokumente enthalten, sind jetzt vereint worden und werden ab morgen in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert.

Mit Texten und Hintergrundinformationen versehen hat die Schau in wochenlanger Arbeit Peter Mensger. Er hat auch die acht großformatigen Text- und Bildtafeln erstellt, die detailliert die spannende Geschichte der Ketschenburg-Brauerei und ihrer Eigentümer sowie der vielen kleinen Nachbarbrauereien wiedergeben. Neben der Ketschenburg- Brauerei wird auch die einst an der Brauereistraße gelegene Wirte- Brauerei und die früher an der Frankentalstraße beheimatete Brauerei Katterbach berücksichtigt. Auch diese beiden bedeutenden Brauereien sind mit Exponaten und Bildern vertreten.

Aufschlussreich sind auch die alten Karten und Grundstückspläne, im Original oder als Kopien, die die Standorte der einstigen Stolberger Brauereien wiedergeben. So hat Mensger herausgefunden, dass einst rund um den Willi-Brandt-Platz sieben Brauereien lagen. Dazu gehörten unter anderem die Brauereien Corsten, Hissel, Bothe, Brückmann und Welter.

Die Eröffnung der Dauerausstellung „Brauereien in Stolberg” im Museum Torburg, Luciaweg, findet am Sonntag, 8. Mai, von 14 bis 18 Uhr statt.

Gefeiert wird mit Live-Musik der „Inde-Rebellen”, einem kostenfreien Ausschank des von Rüdiger Fröschen wiederbelebten Ketschenburg-Bieres und einem Auftritt des Hofstaates von Ex-Prinz Torsten Graf, der das Sessionslied „Enn Burch, enn Ketsch u enn joot Jefühl, dat is minge Stadt” zum Besten geben wird.

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