Bleibt Zweifall und Gressenich nur eine Eingangsklasse?

Von: Michael Grobusch
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Das Konzept stimmt, doch die Zahl der Kinder ist rückläufig: An der Grundschule Gressenich (unser Bild) könnte es wie auch in Zweifall in Zukunft nur noch eine Eingangsklasse geben. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Entschieden wird heute aller Voraussicht nach nichts. Gleichwohl ist die Aufregung im Vorfeld der Sitzung des Schulausschusses (Beginn 18 Uhr, Grüntalschule) hinter den Kulissen ziemlich groß. Anlass dazu bietet offenbar die Vorlage der Verwaltung, die mit deutlichen Worten auf die Zukunftsplanungen für die zehn Grundschulen im Stadtgebiet eingeht.

Wieder einmal geht es dabei um die Zahl der Eingangsklassen, für die nach monatelangen Verhandlungen und dank der Moderation des Bildungsbüros der Städteregion erst kurz vor Weihnachten ein Kompromiss erzielt worden war. Der gilt, das ist nicht neu, zunächst nur für das Schuljahr 2014/15. Dennoch ist der Zeitpunkt, zu dem die Stadt das Thema jetzt wieder aufgreift, überraschend.

Und das gilt auch für den Nachdruck, mit dem sie darauf hinweist, dass es sich bei besagtem Kompromiss lediglich um eine „Übergangslösung“ handele. Ende April soll eine „Zukunftswerkstatt“ unter Beteiligung aller Grundschulleiter stattfinden, erst im Juni steht die Festlegung der Zügigkeiten auf dem Programm, was dem Vernehmen nach auch mit der Kommunalwahl am 25. Mai in Zusammenhang stehen soll.

Nun aber könnte die Diskussion früher als erwartet an Fahrt gewinnen, macht die Verwaltung doch für die Zeit ab dem Schuljahr 2015/16 zwei klare Ansagen: „Der Fokus wird auf die vorrangige Beschulung Stolberger Schüler zu richten sein und die Zügigkeit sich an deren Zahl zu orientieren haben“, gibt Fachbereichsleiter Willi Seyffarth die Richtung vor.

In der Vorlage findet sich zudem ein Satz, der auf die daraus resultierenden Konsequenzen hinweist: „Die Absenkung der Zügigkeit an einem oder mehreren Standorten wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit unumgänglich sein.“ Wer sich davon in erster Linie angesprochen fühlen muss, verdeutlicht ein Termin, der Montagabend im Rathaus stattgefunden hat. Dort kamen Vertreter der Großen Koalition aus SPD und CDU mit den Schulleiterinnen Ute Esser (Zweifall) und Hildegard Lüttecke (Gressenich) zusammen.

Über den Inhalt des Gespräches wurde keine Auskunft gegeben, ein Blick auf die Zahlen für die kommenden Jahre im Schulentwicklungsplan lässt aber wenig Zweifel zu: Unter den von der Stadt genannten Vorgaben werden beide Einrichtungen ab dem Schuljahr 2016/17 nicht mehr genügend Kinder aus ihrem Einzugsgebiet für die Bildung von zwei Eingangsklassen haben. Zwei konkrete Beispiel: Für Zweifall wird 2016/17 von lediglich 15 Erstklässlern ausgegangen, in Gressenich von 27. Ein Jahr später sollen es 21 bzw. 19 sein.

Schulen im Verbund?

„Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass eine endgültige Einzügigkeit von bestimmten Schulen vorgesehen ist“, äußerten sich Ute Esser und Hildegard Lüttecke auf Anfrage unserer Zeitung am Dienstag in einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung. Und die Zweifaller Leiterin fügte mit Blick auf die eigene Schule hinzu: „Wir waren auch in den letzten Jahren gelegentlich nur einzügig. Dies ist für uns nicht neu. Die Arbeit in der Schulentwicklungswerkstatt wird Näheres zeigen.“

Man darf gespannt sein, ob die Verwaltung ihre Linie trotz einiger Bedenken in der Politik beibehalten können wird. Denn mit einer langfristig festgelegten Einzügigkeit wäre eine weitere, nicht minder brisante Frage verbunden: Inwieweit könnte es sinnvoll oder auch erforderlich sein, derzeit noch eigenständige Grundschulen in einen Verbund zu überführen und einzelne Einrichtungen nur noch als Teilstandorte weiterzuführen?

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