Blausteinsee: See-Gesellschaft setzt auf Partnerschaften

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Wie sich die Bilder gleichen: Am Freitag stand erneut eine feierliche Eröffnung am Blausteinsee auf dem Programm. Diesmal ging es um eine Station für E-Bikes. In einem Nebensatz sprach der Technische Beigeordnete Hermann Gödde auch davon, dass hoffentlich bald weitere Gebäude eröffnet werden.

Damit spielte er auf die Pläne des Segelclubs an, die lieber heute als morgen mit dem Bau eines Vereinsheimes loslegen wollen. Es bewegt sich also einiges am Blausteinsee.

Manchmal zeichnet sich eine Entwicklung auch daran ab, wer zu den Gästen einer Eröffnung zählt. In diesem Fall waren es auch der Bürgermeister der Stadt Würselen, Arno Nelles, und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Stolberg, Karina Wahlen. Die beiden Kommunen sind an der See-Gesellschaft beteiligt. Ihr Interesse unterstreicht, dass sie die See-Gesellschaft nicht abgeschrieben haben.

150.000 bis 200.000 Euro

Dafür sprechen auch Zahlen: So wird sie in diesem Jahr nicht den Zuschuss in Höhe von 150000 Euro ausschöpfen, der im Etat der Stadt Eschweiler verankert ist. Ein Zuschussgeschäft, daraus macht die Stadtverwaltung keinen Hehl, bleibt der See dennoch. Jährlich 150.000 bis 200.000 Euro benötige man, sagt Gödde.

Dieses Finanzloch stopft derzeit alleine die Stadt Eschweiler, was immer wieder zu Kritik führt. Dennoch soll die Beteiligung der anderen Kommunen bestehen bleiben. „Wir benötigen Kooperationen“, sagt Gödde. Schließlich könne man finanziell keine großen Sprünge machen. Die E-Bike-Station machten die Städteregion und der RWE-Konzern möglich, bei der Finanzierung des Restaurant-Baus sicherte die Stadt Eschweiler das Darlehen ab, der Kleinkinder-Spielplatz wurde von Stadt, EWV und AWA bezahlt.

Damit soll nicht Schluss sein. Im Gegenteil. Während man dem Segelclub beratend zur Seite steht und allenfalls beim Grundstückerwerb unter die Arme greifen kann, gehen die Pläne für Apartmenthäuser mit Blick auf den See weiter. „Wir entwickeln ein Konzept“, berichtet Heinz Rehan, kaufmännischer Prokurist der Blausteinsee GmbH. Zwar gebe es immer wieder Interessenten, zum Schwur komme es jedoch nie.

Also will die Gesellschaft nun selbst bauen und die Bauten dann veräußern. Damit gewährleiste man, dass ein Konzept eingehalten werde. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur entpuppt sich als Erfolgsgeschichte. Da die Betreuung des Blausteinsees so aufwendig wurde, dass sie nicht mehr Ehrenamtlern alleine überlassen bleiben kann, wurde ein Mann eingestellt, der sich über die Bürgerarbeit empfohlen hat. „Er ist für uns ein Glücksfall“, sagt Gödde.

Die Müllmenge habe seitdem deutlich abgenommen. Unter anderem kümmert sich der Mitarbeiter auch darum, den Strand zu säubern. Dort bereiten vor allem die Hinterlassenschaften der Vögel Sorgen. Anfang April soll einem Langzeitarbeitslosen eine Chance gegeben werden. Absolviert er die Testphase gut, wird er übernommen. Wieder greift eine Kooperation, denn 75 Prozent des Gehalts übernimmt für zwei Jahre die Arbeitsagentur.

Die Wasserqualität soll für keine schlechten Schlagzeilen mehr sorgen. Seit langem stimmen die Werte, Rehan geht davon aus, dass man nach EU-Richtlinien ein „sehr gut“ erhalte. Nach wie vor werden die aktuellen Untersuchungsergebnisse wöchentlich auf der Homepage der Stadt (www.eschweiler.de) veröffentlicht.

Auch die Diskussion um die Pumpkosten ist inzwischen erledigt: Das Wasser wird bis zum Ende des Tagebaus Inden zum Nulltarif von Aldenhoven in den See geleitet. Bisher waren die Pumpkosten von RWE gestundet worden, eine Nachzahlung ist nicht mehr erforderlich.

Dennoch prüft die Blau­steinsee GmbH schon jetzt, woher das Wasser nach 2030 für den See kommt. „Wir haben eine Untersuchung in Auftrag gegeben“, sagt Gödde, da feststehe, dass man noch einige Jahre den Wasserstand des Sees stabilisieren müsse.

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