Bistum hat ein Einsehen: Kitas bleiben in Pfarr-Regie

Von: Tom Lammertz
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Pastor Ulrich Lührings Protes
Pastor Ulrich Lührings Protest hatte Erfolg. Foto: J. Lange

Stolberg. Hinter der schlichten Ausschreibung einer Halbtagsstelle steckt eine ganze Menge Freude und Erleichterung. Der Kirchengemeindeverband Stolberg-Süd sucht zum Jahresbeginn 2012 - zunächst für zwei Jahre - einen Koordinator oder eine Koordinatorin.

Hauptaufgabe wird Personalmanagement sein: für die Kirchengemeinden und Kindertagesstätten, von denen der Gemeindeverband drei hat. Dabei gilt es, im Sinne des Trägerverbands die Fäden in die Hand zu nehmen.

Ein ganz normaler Vorgang, sollte man meinen, wäre da nicht die Vorgeschichte: Für die Einrichtung von Koordinatorenstellen gab es zunächst Bedingungen. Koordinatoren sollten Bistumsangestellte, alle Kindertagesstätten an einen großen Träger übertragen werden. Darüber hinaus sollten alle Kirchengemeinden dem Verwaltungszentrum beitreten. Diese Bedingungen lösten einen Proteststurm bei der Verbandsvertretung Stolberg-Süd aus. Vor allem die Kindergärten wollte man sich dort auf keinen Fall abnehmen lassen.

Der Antwortbrief an den Generalvikar ging in Kopie an sämtliche Gemeinden. Ergebnis: Breite Zustimmung für den Unmut der Stolberger, den einige Gemeinden auch direkt bei der Bistumsleitung geäußert hätten, wie der Breiniger Pastor Ulrich Lühring sagt.

Sei die erste Antwort aus Aachen noch unversöhnlich ausgefallen, so habe sich der Ton inzwischen geändert: „Im Ergebnis nimmt das Bistum Aachen die gestellten Bedingungen komplett zurück”, sagt Volker Krüger, stellvertretender Verbandsvorsitzender.

Es sei ein breiter Beratungsprozess gewesen, erläutert Bistumssprecher Franz Kretschmann. Für alle 71 Einheiten im Bistum - 50 Kirchengemeindeverbände und 21 Großeinheiten fusionierter Pfarreien - habe eine tragbare Lösung gefunden werden müssen. Deshalb seien gleich nach einer ersten Richtlinie eine Bedarfserhebung gestartet und Gespräche geführt worden. Beratungen im Diözesan-Kirchensteuerrat und im Diözesan-Priesterrat hätten im Anschluss zum jetzigen Ergebnis geführt, das allerdings nicht nur Vorteile für die Kirchengemeinden bringe, wie Kretschmann ausführt: Das mit der Anstellung von Koordinatoren verbundene wirtschaftliche Risiko wäre den Gemeinden abgenommen worden, wenn das Bistum die Stellen ausgeschrieben hätte.

Doch gerade in Breinig ist man sich sicher, dass jetzt die bessere Lösung zum Tragen kommt: Der Vorsitzende der Verbandsvertretung Süd, Pfarrer Ulrich Lühring, kündigt an: „Das Bistum Aachen bekommt jetzt neue Post, in der sich die Priester und Delegierten der Verbandvertretung bei der Bistumsleitung ausdrücklich bedanken.” Denn es sei „keinesfalls selbstverständlich”, dass eine solch wichtige Entscheidung - bei der es bistumsweit bis 2016 um elf Millionen Euro gehe - zurückgenommen werde. Gerade die Priester sähen in der Bereitschaft zum fairen Dialog „ein sehr positives Zeichen” des Bischofs und der Bistumsleitung”.
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