Stolberg - Bischof Dieser auf Betriebsausflug in Stolberg

Bischof Dieser auf Betriebsausflug in Stolberg

Von: Christoph Hahn
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Auch die indischen Schwestern aus dem Bethlehem-Gesundheitszentrum waren dabei: Ortsansässige Gläubige und rund 200 Bistumsmitarbeiter aus dem Generalvikariat in Aachen bildeten beim Gottesdienst zum Auftakt des Betriebsausflugs eine harmonische Gemeinde. Foto: Christoph Hahn

Stolberg. Auf einmal, da lag Stolberg nicht irgendwo im Bistum Aachen – da befand sich das Zentrum aller Katholiken weit und breit ganz, ganz dicht am Herzen der Kupferstadt, nur ein paar Schritte entfernt von der Burg – genauer: Mitten in St. Lucia. Dorthin nämlich führte zuerst einmal der Betriebsausflug von rund 200 Mitarbeitern des Generalvikariats.

Und wie es sich für Mitarbeiter einer kirchlichen Behörde gehört, feierten die Tagestouristen aus der Kaiserstadt zu Beginn ihres Ausflugs am Freitag zuerst einmal eine Messe mit Bischof Dr. Helmut Dieser, Weihbischof Dr. Karl Borsch, Generalvikar Dr. Andreas Frick, Ortspfarrer Hans Rolf Funken und vielen anderen Geistlichen, darunter auch ein Gast aus Tansania.

Pastor Funken als Gastgeber hieß die Besucher herzlich willkommen – und war zuerst ganz baff: „So viele Bischöfe auf einmal sind wir gar nicht gewohnt“, meinte der Seelsorger mit Blick auf Dieser, Borsch und Altbischof Dr. Heinrich Mussinghoff, der in der Kirchenbank mitten unter seinen einstigen Mitarbeitern Platz genommen hatte. Und sofort ordnete Funken den Ort der Messfeier für seine Zuhörer treffend ein: „Sie befinden sich im Herzen der Kupferstadt.“

Lokalkolorit

Doch nicht nur diese Form von Lokalkolorit brachte der Pfarrer in die Begrüßung ein – auch die menschliche Komponente ließ er nicht fehlen. Wie um einen Grundton zu setzen, kam der Stolberger Pastor direkt auf die Funktion der Pfarre im Rahmen der Flüchtlingshilfe zu sprechen. Nachdrücklich bekannte sich Funken zu einer aktiven Rolle der Amtskirche im Gemeinwesen: „Die Stadt hat das Projekt „Soziale Stadt“ aufgelegt – da möchten wir mittun.“ Aber nicht nur die Flüchtlingshilfe brachte der Priester aufs Tapet, sondern stellte seinem prominenten Zuhörer unterschiedliche Projekt mit religiösem Hintergrund wie das Bethlehem-Gesundheitszentrum und das Ökumenische Gemeindezentrum vor, in dem die Gäste das Mittagessen einnahmen. Sein Schlussappell: „Das alles lege ich Ihnen ans Herz.

Funkens engagierte Offenheit kam auf jeden Fall bei Bischof Dieser sehr gut an – ebenso wie die Gruppe von Kindergarten-Kindern mit ihren Erzieherinnen ganz vorne in der ersten Bank. Der Pfarrer indes durfte von seinem Chef ein dickes Kompliment in Empfang nehmen: „Dankeschön, dass man merkt: Es fehlt den Stolbergern nicht an Selbstbewusstsein.“

In seiner Predigt näherte sich der Oberhirte dann der Frage, wie das mit dem Leid und der Not von Menschen ringsum und weiter weg mit dem Glauben an Gott zu vereinbaren sei. Das alles sei „zuerst eine Anklage an die, die es schuld sind oder die hätten helfen können, es aber nicht tun.“

Aber Leid und Not seien nicht Anklage an die (Mit-)Schuldigen, „sondern auch Anfrage an Gott: Wie kann es sein?“ Der wolle das Elend ganz bestimmt nicht, stelle aber dafür eine wichtige Ressource bereit, „das Vertrauen; Ich werde satt an Gottes Trost“.

Im Übrigen präsentierte der Bischof den Gläubigen das Verhalten der Mutter Jesu als Vorbild für das richtige Verhalten den Hilfsbedürftigen gegenüber hin, denn: „Maria schützt sich nicht gegen das Leid ihres Sohnes.“ Nach der Eucharistie machten sich die Bistumsmitarbeiter dann auf, um unter der liebevollen Führung der Stolberg-Touristik-Mitarbeiter die Stadt und ihre Geschichte genauer kennen zu lernen.

Fünf Gästeführer hatten sich zusammengefunden, um den Angereisten die Kupferstadt in allen ihren Facetten zu zeigen – wobei auch für Spezialinteressen Raum blieb. So nahm Klaudia Penner-Mohren ihre Gruppe mit auf eine „Hahn-Schwan-Engel-Führung“ zu St. Lucia, der lutherischen (dafür steht der Schwan) Vogelsangkirche und zur reformierten Finkenbergkirche mit dem Posaunenengel auf dem Turmhelm. Kenner Christian Altena nahm einmal mehr die Burg ganz genau unter die Lupe, während Fatima Küsters die Altstadt mit viel Liebe vorstellte. Peter Sieprath wiederum nahm die Brauhaus-Tour auf sich.

Und von da aus führte der Weg mehr oder minder ins Büro von Chef-Touristiker Jürgen Gerres. Dort nämlich genehmigten sich einige Teilnehmer noch ein „Ketsch“.

Was fast zwangsläufig bedeutet: Die Kupferstadt hat jetzt wieder ein paar Freunde mehr.

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