Stolberg - Birkengang: Verkehr entschärfen

Birkengang: Verkehr entschärfen

Von: ds
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Krankenhaus: Genau dorthin mus
Krankenhaus: Genau dorthin musste Vanessa Schirlo (Mitte) nach dem Unfall am Freitagnachmittag. Sie wurde schwer verletzt. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Vanessa Schirlo ist geistig behindert, „aber sie ist weder doof noch lebensmüde”, betont Vater Alfred. Die 19-Jährige geht, wie sie das laut ihrer Familie regelmäßig macht, mit Hündin Bella spazieren.

Für die Gassirunde überquert Vanessa immer die Birkengangstraße in Höhe Einmündungsbereich Ritzefeldstraße. So auch an diesem Freitagnachmittag. Dass sie kurze Zeit später im Krankenhaus liegen wird, weiß die junge Dame zu diesem Zeitpunkt nicht.

Alles geht ganz schnell: Vanessa sieht das Auto, es kracht, sie weiß nichts mehr. In diesen Sekunden wird sie gegen die Windschutzscheibe geschleudert und prallt danach auf die Straße, wo sie schwer verletzt liegenbleibt, bis sie nach notärzlicher Behandlung ins Hospital gebracht wird. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 63-jährige Stolberger, der sich durch die Glassplitter der zerbrochenen Scheibe leichte Verletzungen zuzieht. Im später verfassten Polizeibericht heißt es, dass die 19-Jährige laut Zeugenaussagen wohl nicht auf den Fahrzeugverkehr geachtet hat. Dagegen wehrt sich Familie Schirlo aber entschieden. „Das würde Vanessa nie tun”, betont ihre Schwester Sabrina.

Es liegt nun an Justitia zu entscheiden, wer Recht behält. Auf jeden Fall geht es Vanessa heute den Umständen entsprechend gut, sie hatte Glück im Unglück und ist mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon gekommen. Der Schock allerdings sitzt so tief, dass die 19-Jährige sich kaum mehr an den Rand der Straße wagt, geschweige denn selbige überquert. „Ich habe Angst”, sagt sie und fängt an zu weinen. Auch Dackelmischling Bella bleibt von der Straße weg. Für ein Foto muss Alfred Schirlo den Vierbeiner regelrecht zum Bürgersteig zerren.

Die Schirlos beobachten schon längere Zeit den Verkehr auf dem Birkengang, vor allem den zu schnell fahrenden. „Vor einem Jahr hat die Stadt die Querungshilfe entfernt und unterhalb des katholischen Kindergartens Clara Fey installiert. Das ist natürlich sinnvoll für die Kinder, aber hier müssen die Leute jetzt gucken, wie sie über die Straße kommen.”

Alfred Schirlo sagt, dass er sich mit seinem Anliegen bereits an das Ordnungsamt gewendet habe, „dort hieß es nur, man habe kein Geld und es sei nichts zu machen. Ehrlich gesagt fühlen wir uns von der Stadt nicht wahrgenommen”. Für den Stolberger ist die Lösung einfach. Er schlägt vor, das Stück der Birkengangstraße, auf dem 30 Stundenkilometer gefahren werden darf, zu erweitern bis zur Haltestelle Breslauer Straße. Dazu sagt Andreas Pickhardt, zuständiger Fachbereichsleiter von der Stadt: „Wir prüfen das gerne, vielleicht ist ja eine weitere Querungshilfe möglich!”
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