Stolberg - Biomüll auf neuen Wegen: Projektversuch bei der Trennung

Biomüll auf neuen Wegen: Projektversuch bei der Trennung

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. In Zeiten eines sich weltweit verstärkenden Umweltbewusstseins ist eines sicher: Bioabfall ist nicht mehr gleich Bioabfall. Auch nicht in Stolberg. Deshalb soll spätestens zu Beginn des kommenden Jahres an insgesamt 15 Plätzen im Stadtgebiet richtig getrennt werden.

In seiner Sitzung am Donnerstag berät der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) über eine Getrennterfassung von Bioabfällen an den 15 bisherigen Sammelstellen für Gartenabfälle. Grund sind die satzungsrechtlichen Vorgaben des Zweckverbandes Entsorgungsregion West (ZEW), die grundsätzlich die Trennung von Bioabfällen in den Verbandskommunen (Städteregion und Kreis Düren) vorsieht.

Eine Ausnahme, die aus ökologischen Gründen möglich sei und aufgrund der immer noch existierenden Schwermetallbelastung der Stolberger Böden und Pflanzen auch aus Sicht der Verwaltung gegeben sei, wurde für die Kupferstadt jedoch nicht gemacht.

„Wir wollten in dieser Richtung eigentlich gar nichts unternehmen”, gibt der zuständige Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt zu. Dem Antrag auf Befreiung von der Abfallsatzung wurde jedoch nicht stattgegeben.

Der Projektversuch soll nun im Januar starten, „das ist ein reiner Bringservice von uns für die Bürger”, sagt Pickhardt. Das Angebot sei nicht verpflichtend. Jedoch seien aus der Bevölkerung verschiedene Stimmen vernommen worden, die den Wunsch zu einer Trennung äußerten. „Andere interessiert das Ganze wiederum gar nicht”, ergänzt Pickhardt.

Bisher konnten an den 15 Sammelstellen sowie am Wertstoffhof Abfälle wie Hecken- und Rasenschnitt abgegeben werden. Dem Projektversuch zufolge sollen nun auch - in getrennten Sonderfächern - auch Obstschalen, Teebeutel und Kaffeefilter angenommen werden. „Wir gehen völlig ergebnisoffen in diesen Test”, sagt der Fachbereichsleiter.

Heißt: Ende 2011 wird geprüft, ob und an welchen Stellen der Getrennterfassung eventuell nachjustiert wird. Und ob die Trennung an allen 15 Sammelstellen sinvoll sei. „Es bringt ja nichts, wenn fünf Container überhaupt nicht genutzt werden”, erklärt Andreas Pickhardt.

Grundsätzlich soll sich die wöchentliche Abgabe von Bioabfällen eine Grenze von etwa 60 Litern nicht überschreiten, sagt Pickhardt und will so gewerblicher Entsorgung einen Riegel vorschieben.

Die jährlichen Sammlungs- und Verwertungskosten des Pilotprojektes werden voraussichtlich 60.000 Euro betragen. Dafür, so Pickhardt, würden Verbrennungskosten für Restmülll in zu diesem Zeitpunkt nicht bezifferbarer Höhe eingespart. Ein Teil der Bioabfälle ende schließlich nicht mehr im Restmüll, sondern an den Sammelstellen. Die Entsorgungskosten für Bioabfälle seien günstiger als die des Restmülls.
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