Stolberg - Bilder zum Schmunzeln und Lachen im Zinkhütter Hof

Bilder zum Schmunzeln und Lachen im Zinkhütter Hof

Von: mlo
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Die Ausstellung im Museum Zinkhütter Hof betreuen Prof. Dr. Paul Thomes, Jürgen Drewes, Gabi Halali, Florian Meisser, Albert Borcherdt und Sebastian Wenzler (von links). Foto: M.L. Otten

Stolberg. „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Das müssen wohl auch die Karikaturisten gekannt haben, die im Museum Zinkhütter Hof ihre Zeichnungen ausstellen.

Die Bilder sind keine Witze, obwohl sie manchmal auch Anlass zum Schmunzeln oder Lachen geben. Die 99 Karikaturen der 40 Künstler sind der Versuch, globale Missstände anzuprangern und dienen der Auseinandersetzung der Betrachtenden mit den gesellschaftlichen und politischen Problemen mit Konsum, Klimawandel, Lebensstil und Gerechtigkeit.

Die Ausstellung „Glänzende Aussichten“ ist eine Kooperation des Erzbistums Bamberg mit Misereor. Bei der Vernissage am Donnerstagabend konnte Gabi Halili, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Misereor, zahlreiche Menschen begrüßen, die an einer besseren Welt interessiert sind und sich für mehr Gerechtigkeit auf der Welt einsetzen wollen.

In den Karikaturen sehen sie eine realistische Möglichkeit, etwas bei sich zu verändern. Florian Meisser stellte die Arbeit Misereors seit seiner Gründung 1958 vor. In der Gründungsrede gab der Kölner Kardinal Joseph Frings dem „Werk gegen Hunger und Krankheit in der Welt“ einen dreifachen Auftrag mit auf dem Weg: Zum einen geht es um die Projektarbeit „Hilfe zur Selbsthilfe“ für die Ärmsten der Armen, zum Zweiten um einen politischen Auftrag. Dieser soll den „Mächtigen ins Gewissen reden“, damit es gerechter zugeht. Der dritte Aspekt gilt der pastoralen Arbeit.

Dazu hilft die Fastenaktion der deutschen Katholiken, die aufruft, den Lebensstil zu überdenken und gegebenenfalls zu verändern. Im Alltag innezuhalten und kleine Veränderungen zu wagen, dazu regen die Karikaturen an. Warum nicht wie früher freitags auf Fleisch zu verzichten, weniger Plastiktüten in Umlauf zu bringen oder gleich zu helfen statt immer wieder zu vertrösten?

„Jeder Tag muss neu und mit Humor angepackt werden, damit sich etwas ändert“, so der Misereor-Beauftragte. Dem konnte Albert Borchardt von Attac Inde-Rur nur zustimmen. „Beim Betrachten der Karikaturen bleibt einem das Lachen im Halse stecken, aber sich davor zu verschließen, ist der falsche Weg.“ Das Attac-Netzwerk, dem sich bereits 90 000 Mitglieder in 50 Ländern angeschlossen haben, versteht sich als Teil einer globalen Friedensbewegung, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen einsetzt. Die Arbeitskreise kämpfen für eine gerechte Wirtschafts- und Finanzordnung und faire Arbeitsverträge und -zeiten. Ihnen liegt das Gemeinwohl Ökonomie am Herzen. Attac ist die Abkürzung für den französischen Ausdruck „Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der Bürger und Bürgerinnen“ (association pour une taxation des transactions financières pour l’aide citoyens). In der attac Inde-Rur-Gruppe arbeiten Menschen aus Stolberg, Eschweiler, Langerwehe, Jülich und Düren mit. Sie treffen sich einmal im Monat und diskutieren diverse Probleme. Der Gruppe ist es zu verdanken, dass die sehenswerte Ausstellung, die vierzehn Tage im Eschweiler Rathaus ihre Bewunderer fand, nach Stolberg gekommen ist. Jürgen Drewes als Repräsentant der Wirtschaft, mahnte die Anwesenden, einen Wandel mit oder ohne Wirtschaft gut zu überdenken. Prof. Dr. Paul Thomes vom Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Technologiegeschichte an der RWTH sprach vom Dialog als entscheidendem Schlüssel. Nur die Beschäftigung mit der Vergangenheit helfe, die Lösungen in der Zukunft zu finden. Er stimmte mit allen anderen Rednern überein, dass der Wandel Spaß machen müsse.

Öffnungszeiten im Museum Zinkhütter Hof sind: Di.-Fr., 14 bis 17 Uhr, Sa. 14 bis 18 Uhr und So. 10 bis 18 Uhr.

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