Bewunderung für eine außergewöhnliche Sopranstimme

Von: mlo
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Alle Achtung, was die junge Pr
Alle Achtung, was die junge Preisträgerin internationaler Gesangswettbewerbe, Michèle Rödel, zeigte.

Stolberg-Büsbach. Große Bewunderung gab es für die erst 24-jährige Sängerin Michèle Rödel aus dem Vogtland, die auf ihrer Tournee durch Deutschland und Belgien auch ein Gastspiel in Büsbach gab.

Leider waren sehr wenige Zuhörer erschienen, um sich den hochkarätigen Abend anzuhören. Auf dem Flügel wurde sie von dem 21-jährigen Konzertpianisten Robert Lillinger aus Wien begleitet.

Mit natürlichen Charme, vor allem aber mit ihrer außergewöhnlichen Sopranstimme, die relativ groß und sicher geführt war - wohl ein Verdienst ihrer Gesanglehrer Professor Gundula Janowitz, Professor Peter Maus und Professor Herbert Prikopa -, wusste die freischaffende Konzertsängerin das Publikum zu begeistern. Warme timbrierte Töne im Mezzobereich gelangen ihr ebenso mühelos wie die mit staunenswerter Beweglichkeit extremen Höhenflüge.

Michèle Rödels Stimme war wie geschaffen für die Arien des Cherubin und der Susanna aus "Figaros Hochzeit", der Mimi aus "La Bohème", der Rosina aus "Der Barbier von Sevilla". Ihre Bravourstücke waren die Arien "Casta diva" aus der Oper "Norma" von Bellini sowie das Gebet "Ave Maria" der Desdemona aus Verdis "Othello", die höchste Ansprüche an eine Sängerin stellen und daher selten auf einem Konzertprogramm zu finden sind. Sie gehören allerdings zu den Glanzstücken aller großen Primadonnen von Callas über Sutherland bis hin zu Caballé. Alle Achtung, was die junge Preisträgerin internationaler Gesangswettbewerbe aus diesen Stücken herausholte.

Stimmkräftig und leidenschaftlich

Stimmkräftig und leidenschaftlich sang sie auch die Operettenstücke wie "Ich lade gern mir Gäste ein" aus "Die Fledermaus" oder "Ich bin die Christel von der Post" aus dem "Vogelhändler". Viel Applaus gab es ebenso für das Couplet der Fiametta aus "Boccacio".
Der Pianist zeigte sich erst bei seinen Klaviersoli, dem zweiten Satz aus eigener Sonate und der "Birke" aus dem Zyklus "Die Bäume" von Jean Sibelius, von der Schokoladenseite. Auch die Begleitung bei den heiteren Stücken im zweiten Teil gelangen ihm gut, und er entlockte dem leider nicht gut gestimmten Instrument brillante Spielweisen.
Lang anhaltender Schlussapplaus war der Dank für den hinreißenden Abend, für die sich die Stipendiatin der internationalen Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth mit zwei Zugaben bedankte.

„Der Ehre wegen”: Ernennungsurkunde für Rödel

Ulrich Nießen, Präsident der Akademie Musik & Bühne Aachen-Dresden, ließ sich den Auftritt nicht nehmen und würdigte Michèle Rödels Konzerttätigkeit im Ausland und die Pflege des Kulturerbes in Vergessenheit geratener Werke großer Meister: Er überreichte ihr bei ihrem Konzert in Stolberg eine Ernennungsurkunde.

Jetzt ist sie mit Wirkung vom 1. Juli 2011 „Mitglied h.c. (honoris causa = der Ehre wegen) der Akademie, die in Kooperation mit der Kammeroper Dresden arbeitet und aus Mitteln des Europäischen Sozialfond gefördert wird.

„Dies bedeutet aber sicher kein Ausruhen, sondern vielmehr Anspruch und Ansporn für den weiteren Weg”, sagte Nießen bei seiner Laudatio.

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