Beste Unterhaltung ohne Punkt und Komma

Von: Dirk Müller
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Das neue Programm „sitzt“: Hennes Bender präsentierte sich bei der „Preview“ in Breinig in Hochform. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Nebel wabert über die Bühne, und bunte Laser-Strahlen beleuchten die Mehrzweckhalle an der Stefanstraße. Die Musik verstummt, und der aus dem Fernsehen bekannte Comedian Hennes Bender betritt unter großem Applaus die Bühne.

Mit der letzten „Preview“ vor der eigentlichen Premiere seines neuen Programms „klein/laut“ will er das Publikum in Breinig unterhalten, doch er weigert sich zunächst zu beginnen, da in der ersten Reihe noch vereinzelt Plätze frei geblieben sind. „Heute spielt Bayern München“, entschuldigt ein Gast diesen Umstand, und Bender antwortet prompt: „Was interessiert mich so ein kack Millionärsverein vom Steuerhinterzieher Hoeneß.“

Schon hat der Comedian das Publikum auf seiner Seite, und so soll es weitergehen. Bevor Bender mit seinem neuen Programm startet, beweist er ausgiebig seine Stand-up-Qualitäten, bezieht das Publikum mit ein, bringt die Gäste interaktiv aus dem Stegreif zum Lachen. Nach vielen gelungenen spontanen Scherzen geht Bender wieder von der Bühne, um zurückzukehren und sein neues Intro auszuprobieren. „Der Hennes Bender“ erklingt zur Musik von „Dirty Diana“, und der Comedian zeigt mit silbernem Glitzerhandschuh echte Michael-Jackson-Posen.

Sein Programm „klein/laut“ präsentiert der quirlige „Comedy-Hobbit“ quasi ohne Luft zu holen. In enormem Tempo widmet er sich „kiffenden Spielzeug-Erfindern“, Angela Merkel, die nach dem Wahlsieg zu einem Song der „Toten Hosen“ tanzt, oder der Werbung im Radio. „Die hat ja durchaus nachhaltige Effekte. Ich werde zum Beispiel nie mehr in meinem Leben ein Müsli der Firma Seitenbacher essen.“

Ohne Punkt und Komma

Nahezu ohne Punkt und Komma legt Bender los, erntet Lacher auch dafür, dass er der Gesellschaft den Spiegel vorhält. „Es gibt Menschen, die stellen Fotos von ihren Mahlzeiten bei Facebook rein. Ich bin ja froh, wenn sie die vor dem Essen fotografiert haben.“

Bender stellt alteingesessene Redewendungen in Frage. So sollte man seiner Meinung nach schlafende Hunde durchaus wecken, etwa wenn es brennt. „Und von wegen ,Zeit heilt alle Wunden‘. Fragt doch mal Niki Lauda“, scherzte Bender makaber. Großartig ist seine Persiflage auf die Band „Unheilig“, deren textliche Plattitüden er auf die Spitze treibt: „In der allergrößten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot“, singt Bender und gibt im Stil von „Unheilig“ dem begeisterten Publikum noch den Tipp: „Willst Du Schalke oben sehen, musst Du die Tabelle drehen.“

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