Besser zurechtfinden im Internet

Von: eva/lau/kol
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Die nagelneue Technik funktioniert wie geschmiert: Aufmerksam verfolgen die Siebtklässler bei der Premiere im neuen Forum der Realschule, wie man sich im Internet schützen kann. Foto: K. Linden

Stolberg. Die Akustik ist gut, das Bild an der Wand scharf: Ferdinand Küpper-Jacobs reibt sich zufrieden die Hände. Noch ist seine Realschule auf der Liester zwar eine Baustelle, aber es kommt immer mehr Leben in den Neubau, und auch die Arbeiten am Altbestand gehen langsam ihrem Ende entgegen.

Und das Forum, das neue Wohnzimmer der Schule? Offiziell ist es noch nicht eingeweiht, doch am Dienstag wurde es zum ersten Mal genutzt - mit sichtbarem Erfolg.

„Wollt ihr denn noch irgendwas wissen?”, fragt Georg Helmes, nachdem der Referent der Aachener Regio IT Schüler der siebten Klasse über die Gefahren im Internet aufgeklärt hat. Helmes ist sozusagen der Premierengast, sein Vortrag über die Gefahren des World wide web ist die erste Veranstaltung im neuen Forum.

Der 57-Jährige ist schon seit einiger Zeit an Schulen im Aachener Raum unterwegs und zeigt Kindern und Jugendlichen anschaulich, was bei Portalen wie schueler.cc, schueler.vz oder facebook so alles schief laufen kann. Immer wieder gibt es Fragen: „Was ist legal, was illegal?” - „Wie lösche ich alle meine Daten wirklich?”

„Ich erstelle mir auf den Websites der jeweiligen Schulen einen eigenen Benutzeraccount, damit ich auch weiß worüber ich da eigentlich rede, sonst würden die Kinder mich ja auslachen”, sagt Helmes. Dass er wirklich weiß wovon er redet, wird schnell deutlich, denn die Jugendlichen hören aufmerksam zu und haben auch nach dem Vortrag, zu dem der neue Beamer gestochen scharfe Folien an die Wand wirft, noch viele Fragen. „Dann weiß ich auch, dass ich alles richtig gemacht habe, wenn ein Raum voller Siebtklässler mir aufmerksam zuhört und ich oft den âAha-EffektÔ in ihren Gesichtern sehe.”

Angeboten wird das 90-minütige Programm „Datenschutz geht zur Schule” ab der sechsten Klasse bundesweit vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD). „Wir haben aus der Zeitung von diesem Angebot erfahren”, sagt Küpper-Jacobs, der sofort von dem Projekt überzeugt war. „Das gehört zu unserer Beratungs- und Erziehungsaufgabe dringlich dazu.”

Zumal die Schule jetzt mit neuesten Medien ausgerüstet ist. „Wir werden das Internet verstärkt in unseren Unterricht einbeziehen”, sagt der Schulleiter. „Dazu gehört auch, dass man die Grenzen kennen lernt.”

Cybermobbing

Und Gefahren lauern tatsächlich viele im Internet: in Chatrooms, durch Cybermobbing, oder wenn Bilder, die unbedarft in in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, an den Falschen geraten. Helmes warnt vor illegalen Downloads, Abzocke in Onlineshops, informiert über sichere Passwörter und Virenschutz. Die beste Tipps für junge Internetnutzer: Immer misstrauisch sein und sich nicht alleine mit Personen treffen, die man nur aus dem Internet kennt.

Angetan von Helmes´ Vortrag sind nicht nur die Schüler, sondern auch die Beratungslehrer Herbert Schmitz und Ilse Zimmerman. „Die Präsentation ist qualitativ sehr gut, da sich die Initiatoren intensiv mit den Problemen der Schüler beschäftigen”, sagt Herbert Schmitz beeindruckt. „Es sind genau die Dinge, die Schüler heutzutage unmittelbar betreffen. So können sie frei aus ihren Erfahrungen berichten.”

Programm für Eltern

Bei den Schülern alleine soll es aber nicht bleiben. „Ich würde sehr gerne in der Region Aachen ein weiteres kostenloses Programm für Eltern machen, damit sie sehen, welchen Gefahren ihre Kinder heutzutage ausgesetzt sind”, sagt Helmes.

Wegen der großen Nachfrage wird diese Aktion aber wohl noch ein wenig warten müssen, denn die Initiatoren des BvD sind weitgehend ausgebucht. Weitere Helfer und Sponsoren sucht der BvD deshalb per E-Mail unter thomas.floss@bvdnet.de oder 030/21964397.
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