Stolberg - Berzelius investiert in die Umwelt

Berzelius investiert in die Umwelt

Von: -jül-
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Die zwischen den beiden Regenrückhaltebecken zum Schornstein verlaufenden historische Abluftkanäle lässt die Berzelius Bleihütte Binsfeldhammer entfernen. Foto: J. Lange

Stolberg. „Das wollen wir nachfolgenden Generationen doch nicht hinterlassen“, sagt Dr. Stefan Michaelis und zeugt auf dieses Relikt früher Industrialisierung. „Der Kanal muss vor 1880 gemauert worden sein“, sinniert der Projektmanager für Technik der Berzelius Bleihütte Binsfeldhammer, „als 1889 die Bahnlinie eröffnet wurde, wurde das Bauwerk modifiziert.“

Dr. Michaelis steht auf der westlichen Seite der Bahnlinie, etwas unterhalb der Naturschutzgebietes Bärenstein, dort, wo früher ein Kalksteinbruch betrieben wurde. Der Blick fällt auf zwei parallele Rohrleitungen mit 2,50 Meter Durchmesser, die zu einem 1939 erbauten Kamin führen. Vor einigen Jahren hat sie die Bleihütte errichten lassen, um ihre intensiv gefilterte Abluft zu entsorgen. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“, sagt Dr. Michaelis. „Unsere Abluft ist heute längst technisch rein“.

Früher, als der zweigängige Abluftkanal in den Boden gemauert wurde, war das anders. „Wie ein Mäander führt er von der Hütte unter der Bahn hier hoch“, erzählt Dr. Michaelis. Das hatte seinen guten Grund. Die Länge der Strecke diente zur Säuberung, dazu, dass sich Ablagerungen absetzen konnten. „Einmal im Jahr mussten Arbeiter dadurch kriechen und die beiden Gänge säubern.“

Entsorgung im Salzbergwerk

Längst ist dieses historische Bauwerk nicht mehr in Betrieb. Aber der Zahn der Zeit hat kräftig an den zwei Meter hohen Gängen genagt. In späteren Zeiten wurde mit Beton für Standfestigkeit gesorgt. Aber mittlerweile ist das alte Bauwerk marode und undicht. Wasser dringt ein. Die Gefahr problematischer Auswaschungen droht.

Das möchte die Berzelius Bleihütte ebenso vermeiden wie die Gefahr, dass sich trotz Betretungsverbot Mensch oder Tier verletzen könnten. Und, das betont „die Hütte“ immer wieder, als ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz, gilt es als Selbstverständlichkeit, aktiv zu werden. Deshalb wird der alte Abgaskanal aus dem Boden geholt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Landschaftsbeirat bei der Städteregion dem Projekt zugestimmt.

Das alte Mauerwerk wird ausgegraben. Die Steine werden aufbereitet und dienen als Verfüllmaterial im Salzbergwerk Bernburg in Sachsen-Anhalt. Das ausgehobene Erdreich bleibt vor Ort; mit ihm werden die Gruben wieder verfüllt und das Gelände modelliert. Damit wird Rücksicht genommen auf die vorhandene Galmeiflora. Um ihr weiteren Raum zu bieten, wird ebenso auf eine Bepflanzung des Geländes verzichtet, damit sich die Trockenrasenflora weiter ausbreiten kann. Zur Freude der Naturschützer wurden einige Bäume gefällt, die den Arbeiten im Wege standen. Sie sollen in drei Monaten abgeschlossen sein.

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