Stolberg/Eschweiler - Berufsmesse: Schüler und Arbeitgeber kommen zusammen

Berufsmesse: Schüler und Arbeitgeber kommen zusammen

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:
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Lea Jumpertz, Acelya Kayan, Yasmin Zimmermann und Sabine Kankonda informieren sich: Der Polizei-Beruf interessiert die Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe am Berufskolleg ebenso wie andere Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. Foto: D. Kinkel-Schlachter
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Mit dem Werkstoff Glas in Berührung kommen: Das ist dem Arbeitgeber Saint-Gobain bei der Rekrutierung von Azubis wichtig.

Stolberg/Eschweiler. Noch schauen sich die vier jungen Damen etwas unentschlossen um. Wo soll es zuerst hingehen? So viele ansprechend gestaltete Stände, so viele Ansprechpartner, so viele Möglichkeiten. Für Lea Jumpertz, Sabine Kankonda, Yasmin Zimmermann und Acelya Kayan ist die gemeinsame Ausbildungsbörse der Städte Stolberg und Eschweiler die erste Berufsmesse, die sie besuchen.

Die 16- bis 18-Jährigen kommen aus unterschiedlichen Schulen und Städten, besuchen aber jetzt gemeinsam die gymnasiale Oberstufe am Berufskolleg Simmerath/Stolberg.

Für Lea und Acelya ist es eigentlich schon klar: Sie wollen studieren. Während Lea vor Gericht ihre Klienten als Anwältin vertreten möchte, sieht Acelya sich als Lehrerin an einem Berufskolleg. Sabine möchte etwas mit Pflege und Medizin machen, „bei mir ist die Richtung noch nicht so vorgegeben, etwas mit Kindern, Medizin, Sport oder vielleicht doch Bundeswehr oder Polizei“, sagt Yasmin.

Perspektiven für die vier Mädels ebenso wie für die vielen anderen jungen Menschen bietet die Ausbildungsmesse am gestrigen Freitag zu Genüge. Bereits zum elften Mal bringt sie Arbeitgeber mit potenziellen Arbeitnehmern zusammen. 35 Ausbildungsbetriebe und Bildungseinrichtungen informieren die jungen Leute über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in vielen verschiedenen Fachbereichen.

Dabei wird auch das duale Studium, in welchem Theorie und Praxis inhaltlich miteinander verknüpft werden, in den Fokus der Ausbildungsbörse gesetzt. Die FH Aachen gibt dazu in zwei Kurzvorträgen nähere Informationen zu Ablauf, Inhalten und Anforderungen des dualen Studiums.

Auf Augenhöhe mit Azubis

Von Aldi über Aurubis hin zur AOK grasen die Schülerinnen Stand für Stand ab, dabei ist ihnen zunächst nicht wichtig, ob ihre beruflichen Interessen berücksichtigt werden. „Uns stehen schließlich alle Wege offen. Wenn man das nur will, kommt man überall hin, natürlich mit Ehrgeiz und Fleiß“, sagt Sabine.

Immer dann, wenn Azubis das jeweilige Unternehmen vertreten, ist die Hemmschwelle gleich Null, gehen die Mädels direkt auf Tuchfühlung. „Welche Ausbildungsberufe können wir bei Euch erlernen“, fragen sie den Azubi von Aurubis. Und der erklärt ihnen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen. Bepackt mit Infomaterial geht es weiter zum Stand mit dem Stern. Der Mercedes-Mitarbeiter möchte den Mädchen die Ausbildung in der Werkstatt schmackhaft machen, „bei uns arbeiten viele Mädchen“, sagt er. Lächelnd, aber mit Bestimmtheit, lehnen diese dankend ab. Umso interessanter finden sie das Angebot, für ein bis zwei Wochen in den Betrieb zu kommen für ein Praktikum. Das geht nämlich nicht nur im Rahmen von Schulpraktika, sondern natürlich auch in den Ferien. Yasmin interessiert sich für die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement.

„Zukunftsorganisierer“

Nebenan am Stand der Dalli-Werke können die Schülerinnen Seife pressen und sich die große Produktpalette des Stolberger Familienunternehmens anschauen. Und natürlich ebenfalls mit Auszubildenden ins Gespräch kommen. Maria Wolff, Azubine im dritten Lehrjahr, erklärt Acelya den Unterschied zwischen Chemielaborant und Chemikant.

Derweil bleibt Lea am Stand der Städteregion förmlich kleben. Vielleicht doch nicht Anwältin, stattdessen „Zukunftsorganisierer“. Hinter der kreativen Wortschöpfung steckt die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Duales Studium mit Bachelor-Abschluss, das ist bei der Städteregion ebenfalls möglich. „Sichere Arbeitsstelle durch Verbeamtung, da kann man sich hocharbeiten und auch mal in einen anderen Bereich wechseln, so dass es nie langweilig wird“, zeigt sich die 17-Jährige positiv überrascht.

Weitere Infos holen sich die angehenden Abiturientinnen bei der EWV, bei der Polizei sowie bei Saint-Gobain. Hier schauen sie ein paar anderen Schülern beim Kleben von Glas zu. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir noch besser ins Gespräch mit den Schülern kommen, wenn sie was Praktisches machen können, bei uns heißt das, mit dem Werkstoff Glas in Berührung kommen“, erklärt Personalreferentin Sabrina Berretz, während Azubi Jovan Drljan zeigt, wie‘s geht.

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