Stolberg - Berufskolleg Stolberg mahnt mit Detlef Kellermann Menschenrechte an

Berufskolleg Stolberg mahnt mit Detlef Kellermann Menschenrechte an

Von: Rolf Hohl
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Das Aufrollen des Plakats an der Fassade des Stolberger Berufskollegs fand viele Zuschauer. Foto: R. Hohl

Stolberg. Sicherlich haben sich schon so manche Passanten in Aachen gefragt, was es mit den riesigen Spruchbannern auf sich hat, die da vielerorts die „Menschenrechtspflichten“ verkünden. Eine Antwort darauf könnten ihnen nun die Schüler des Berufskollegs (BK) Simmerath Stolberg geben.

Sie haben sich im Laufe der vergangenen Monate mit dem Urheber dieser Banner, dem Künstler Detlef Kellermann, ihre eigenen Gedanken zu den Rechten und Pflichten des Menschseins gemacht. Als feierlicher vorläufiger Schlusspunkt des Projekts wurde jetzt an der Fassade des Kollegs in Stolberg eines von Kellermanns Werken in Übergröße aufgehängt, wo es dauerhaft bleiben soll.

„Ich sehe mit großem Respekt, wie intensiv hier an der Schule die Beschäftigung mit dem Thema Menschenrechte war“, sagte er. Dies vor allem angesichts der überall ausgestellten Ergebnisse dieser Auseinandersetzung: Bilder, Skulpturen und Texte zeugen in fast sämtlichen Räumlichkeiten der Schule davon.

Nicht nur leere Worthülsen

Er selbst sehe diese „Menschenrechtspflichten“ als eine Art Formel für ein glückliches Leben und als Gegenentwurf zu dem – gerade in der Weihnachtszeit – oft überbordenden Materialismus, so Kellermann. Auch Schulleiterin Ingrid Wagner blickte zufrieden auf die Projektzeit zurück: „Diese Arbeit ist sicherlich gut geeignet, die Menschenrechte auch als Pflichten zu verstehen und nicht nur als leere Worthülsen zu lesen“, sagte sie.

Tatsächlich gäbe es wohl viele Probleme in der Welt nicht, wenn sich alle Menschen an diese einfachen Regeln des Zusammenlebens halten würden. Ursprünglich ausgedacht hatte sich das Ganze 1997 der Interaktion Council, eine lose Gruppierung ehemaliger Staats- und Regierungschefs – darunter auch Helmut Schmidt. Mit der „Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten“ sollte damals die öffentliche Diskussion um diesen Aspekt der Menschenrechte erweitert werden.

Das haben Kellermann und die Schüler nun wieder aufgegriffen. Etwa mit dem Artikel sieben der Erklärung, der dazu aufruft, alle Menschen und ebenso die Luft, den Boden und das Wasser zu schützen, um auch zukünftigen Generationen ein Leben auf der Erde zu ermöglichen.

Solche und viele weitere Artikel, die auf das friedliche und rücksichtsvolle Zusammenleben abzielen, hängen jetzt auch in den Fluren des BK Simmerath Stolberg. Dorthin gebracht haben sie die beiden Initiatoren des Projekts, Dirk Fischer und Regine Beißmann. Dabei habe man entdeckt, dass Menschenrechte durchaus ein Thema in allen Fachbereichen sein können: „Ich unterrichte zum Beispiel Wirtschaft, aber auch hier macht es Sinn, sich mit Fragen der Ethik auseinanderzusetzen“, so Fischer.

Und auch Beißmann betont die Wirkung, welche diese thematische Bearbeitung gehabt habe – schließlich seien Solidarität und Gemeinschaftssinn in allen Berufsfeldern wichtig. Als erste Schule in der Städteregion hat das BK Simmerath Stolberg sich in diesem Projekt aktiv mit der Arbeit von Kellermann auseinandergesetzt.

Dieses Beispiel, so sagte er, finde nun hoffentlich bald Nachahmer, um die Diskussion in die Breite Bevölkerung zu tragen. In Stolberg hingegen steht schon jetzt fest: Das große Plakat, das nun die Fassade ziert, ist nicht der Schluss, sondern der Anfang eines besseren Zusammenlebens.

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