Bergstraße: Zeitzeugen aus Kalkstein trotzen jeder Veränderung

Von: Toni Dörflinger
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Tradition verpflichtet: Die an
Tradition verpflichtet: Die an der Bergstraße liegenden Bauten, die die Hausnummern 30 bis 40 tragen und im 19. Jahrhundert entstanden sind, wurden kürzlich behutsam saniert. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Das genaue Erstellungsdatum der Bauten Bergstraße 30 bis 40 ist unbekannt. In der heimatkundlichen Literatur oder in den Akten des Stadtarchivs spielt die Entstehungsgeschichte der alten Bruchsteinhäuser keine Rolle.

Ein wenig Licht in das Dunkel bringt ein 1897 entstandenes Foto, das in dem 1981 veröffentlichten Buch „Stolberg - Wie es einst war” abgebildet ist.

Das Foto zeigt eine an der Bergstraße liegende Baugruppe, die aus sechs Häuser bestehend, identisch mit der Häuserzeile ist, die heute dort noch liegt. Weitere Hinweise liefert deren Bauweise.

Denn es wurde ein Kalksteinmaterial verwendet, das vermutlich aus dem in der Nähe liegenden ehemaligen Steinbruch Gehlen stammt. Demnach kann die Entstehung der Häuser in die erste oder zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts datiert werden. Im Laufe von mehr als 100 Jahren haben die Bewohner der alten Häuser ihre Bauten mehrmals verändert. Eine andere Raumaufteilung und die Sanierung der Bausubstanz sorgten für eine Verbesserung der Wohnqualität.

Korrekturen, die 1988 auch im Hause Bergstraße 30 durchgeführt wurden, das sich Anfang des 20. Jahrhunderts im Besitz von Wilhelm Herpertz befunden hatte. So sorgte die Entfernung nicht mehr benötigter Zwischenwände und der Ausbau des Dachgeschosses dafür, dass aus ursprünglich zwei Wohneinheiten nun drei Wohneinheiten wurden. Eine Besonderheit stellt das Kellergeschoss dar.

Es wurde ausgebaut und mit einem Schlafzimmer und einem Hauswirtschaftsraum versehen. Eine Wendeltreppe verbindet die nun auf zwei Ebenen liegenden Wohnbereich. Das Kellergeschoss wurde für das Wohnen nutzbar, weil das im Hang liegende Gebäude im hinteren Bereich - der Gartenseite - nicht zwei, sondern drei Geschosse enthält. Ein Zustand den man schon in der Anfangszeit für eine kleine Souterrainwohnung genutzt hatte.

Flankiert wird die aus sechs Häusern bestehende Altbaugruppe von einem im Jahre 1907 errichteten Ziegelsteingebäude. Bauherr des Gebäudes Bergstraße 42 war Albert Schroiff, der die Erstellung des Hauses dem versierten Kupferstädter Architekten und Bauunternehmer Carl Peltzer übertragen hatte. Ein wenig merkwürdig aus heutiger Sicht ist die im Stadtarchiv aufbewahrte Materialrechnung.

Schließlich beweist sie, dass die Stadt Stolberg Anfang des 20. Jahrhunderts sogar eine eigene Ziegelei unterhielt. Schließlich stammen die 12.300 für den Hausbau benötigten Ziegelsteine allesamt aus dem städtischen Zuliefererbetrieb.
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