Benefizkonzert: Eine Wohltat in zweifacher Hinsicht

Von: Marie-Luise Otten
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Der Männerchor „Fortissimo Euregio“ unter Leitung des Breiniger Dirigenten Ludwig Pitz hatte mit sicherem Gespür für Ort und Anlass sein Programm zusammengestellt. Foto: M.-L. Otten
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Mit seinem Lehrer Peter Verhees (r) spielte Mats Müller den berühmten „Caprice Nr. 24“ von Niccolo Paganini. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Zu einer Wohltat im doppelten Sinne – Musikgenuss und Spende für die Bürgerstiftung – wurde das Benefizkonzert im Rahmen des Stolberger Musiksommers im Museum Zinkhütter Hof. Knapp 200 Besucher waren gekommen, um den engagierten Stolberger Musikern zu lauschen.

Den Anfang machte der seit 2004 bestehende Männerchor Fortissimo Euregio unter Leitung des aus Breinig stammenden Chorgründers und Dirigenten Ludwig Pitz. Dieser hatte mit sicherem Gespür für Ort und Anlass ein Programm zusammengestellt, das seinen 44 Sängern auf den Leib geschnitten war. Besondere Vorliebe hatte der Chor zu slawischen und russischen Gesängen. Aber auch mit den westeuropäischen Sprachen wie Französisch, Englisch und Italienisch zeigten sie den Verbindungsgedanken Europas.

Stimmgewaltig und ausgewogen ertönten a-cappella vorgetragene Volkslieder aus Slowenien, Finnland, Frankreich und Italien. Solist Marcel Neven gefiel besonders in einem mazedonischen Lied und begeisterte im zweiten Teil als Vorsänger in dem alten russischen Volkslied „Rasboinikov“ (12 Räuber) von Simeon Ignatieff. Elke Hoffmann-Kittel begleitete den Chor mit Lobliedern rund um die Jägerei in einer Komposition von Hermannjosef Rübben.

Etwas deplazierte Kammermusik

Mit „Driftin’“ von Andy McKee präsentierte sich Sologitarrist Mats Müller. Das „two hands tapping“ beherrschte er turboschnell und machte damit mächtig Eindruck. Mit seinem Lehrer Peter Verhees spielte er als Duo den berühmten „Caprice Nr. 24“ von Niccolo Paganini, ein technisch höchst schwieriges Stück, das die beiden virtuos und mit spielerischer Leichtigkeit umsetzten. Mitreißend und entspannend war die Geschichte um den charmanten Piraten Captain Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“ von Hans Zimmer.

Seine Premiere feierte das A-cappella Quintett „Fünflinge“ mit den Coversongs von Basta, „Wer hat eigentlich gesagt“ und „Bindungsangst“. Udo Dohlen (Alt), Thomas Spiekermann ((Tenor), Michael von der Weiden (Tenor), Thomas Janhsens (Bariton) und Olaf Korr ( Bass) wussten zu punkten, die Lieder waren voller Inhalt und wurden locker dargeboten. Die sympathischen Männer eroberten ihr Publikum im Sturm und gelten sicher bald nicht mehr als Geheimtipp in der Stolberger Region.

Etwas deplaziert wirkte danach das klassisch angelegte Kammermusik-Trio, das sich vor der Pause vorstellte. Die von einer Erkältung sicht- und hörbar angeschlagene Miriam Löhr (Sopran) betrat zusammen mit Karl-Heinz Liske (Klarinette) und Elke Hoffmann-Kittel (Klavier) und den drei Liedern aus dem Zyklus „deutsche Lieder“ von Louis Spohr Neuland. Während Hoffmann-Kittel einfühlsam am Flügel begleitete, vermochte Miriam Löhr die unterschiedlichen Stimmungen und Gefühle mit ihrer schlank geführten Stimme zwar auszuloten. Dennoch verstand nicht jeder Zuhörer im großen Saal des Industriemuseums den vorgetragenen Text.

Hochmotivierter Klangzauberer

Karl-Heinz Liske erwies sich als hochvirtuoser Klangzauberer, der alle Ausdrucksmöglichkeiten seines Instruments beherrscht, jedoch im Zusammenspiel mit den beiden anderen zu dominant war. Das war allerdings bei der Arie „ Parto, parto, ma tu ben mio“ aus Titus, der letzten Oper von Wolfgang Amadeus Mozart und der Serenade „Berceuse“ von Charles Gounod besser: Fein nuanciert gestaltete das Trio Text und Musik und erntete viel Beifall für das respektable und ausbaufähige Niveau.

Den Schlusspunkt setzte die Midnight Rodeo Band um Burkhard Münstermann. Mit typischen Instrumenten der Country-Musik sowie guten Leadstimmen und einem breit gefächerten Programm servierten sie leidenschaftlich, kraftvoll und intensiv echte Unterhaltungsmusik. Was sie gemeinsam verband, waren eine unbändige Spielfreude, Begeisterung für diese Musik und eine freundliche, offene Art mit dem Publikum umzugehen. Dennoch schien der Sound für einige zu laut, so dass sie frühzeitig den Saal verließen.

Was aber wiederum verständlich war, nach knapp vier Stunden Konzertzeit, in der viel zu viel geredet wurde. Hier sollte das Musiksommer-Team in Zukunft den Zeitplan genauer abstimmen.

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