Stolberg - „Belebte“ Werke von Binding bei der 5. Art Tour

„Belebte“ Werke von Binding bei der 5. Art Tour

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Professor Wolfgang Binding an der von ihm geschaffenen Eselsreiterin vor dem Rathaus. Foto: D. Müller

Stolberg. Seine Skulpturen sind auch international gefragt, eine Ziegen-Großplastik des Künstlers ist im New Yorker Guggenheim-Museum zu sehen – seine „Eselsreiterin“ aus Bronze ziert seit 1987 den Stolberger Rathausvorplatz.

Weitere Werke von Professor Wolfgang Binding werden im Rahmen der fünften Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“ am ersten Mai-Wochenende im historischen Rathaus der Kupferstadt zu sehen sein (siehe Infokasten).

Binding wurde 1937 in München geboren, wuchs in Köln auf und absolvierte nach seinem Abitur eine Lehre zum Bildhauer und Steinmetz an der Kölner Dombauhütte. Im Anschluss besuchte Binding die Kunstakademie Düsseldorf.

Binding erhielt den Poensgen-Preis der Akademie, wurde Meisterschüler und mit dem Förderpreis für Bildhauerei der Stadt Köln ausgezeichnet. Er vertiefte dann seine Studien in zwei Auslandsjahren an den Universitäten in Alexandria und Kairo. Nach der Rückkehr folgte eine Anstellung an der RWTH Aachen, 1973 habilitierte Binding, 1975 führte eine Gastprofessur ihn für zwei Jahre an die Northern Michigan University in den USA, anschließend hatte er bis 1993 an der RWTH eine Professur für Bildhauerei inne. Seit seiner Emeritierung lebt und arbeitet Binding als freischaffender Künstler im belgischen Eynatten.

Er schuf unter anderem zahlreiche Plastiken, Brunnen und Denkmäler für mehrere Städte in Deutschland und der Schweiz wie zum Beispiel die Stolberger „Eselsreiterin“ oder die „Spielenden Pferde“ in der Aachener Soers, die Binding für die Weltreiterspiele 2006 fertigte. In seinen Menschen- und Tierfiguren drückt er seine Wertschätzung und Begeisterung für alle Lebewesen kunstvoll aus. „Ich wähle Motive, die man sich nicht ausdenken kann“, sagt Binding. Die Ausstellung im alten Rathaus wird kleinere Skulpturen des Künstlers zeigen – und ausschließlich Tiere, so dass die rund 30 Exponate umfassende Schau thematisch geschlossen ist.

„Die Grundlage meiner Plastiken sind Zeichnungen lebender Tiere in natürlichen Bewegungen und Situationen“, erklärt Binding, dass die daraus resultierenden Skulpturen zwar „nicht naturalistisch, aber naturgemäß nicht zu weit entfernt davon“ seien. Ob Schweine, Hirschkalb, Katze, Giraffe Kühe oder Pferde – Bindings Plastiken sind im wahrsten Sinne des Wortes „belebt“. Am Wochenende der „Art Tour de Stolberg“ können die Besucher des alten Rathauses sich zudem davon überzeugen, wie expressiv Bindings Bronzeskulpturen sind. Die unregelmäßigen, organisch anmutenden Oberflächen seiner Plastiken verleihen den Tieren individuelle Charaktere. Sie sind für Binding offensichtlich mehr als künstlerische Motive; sie sind Persönlichkeiten.

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