Bekannten der Ex-Freundin brutal erpresst: 24-Jähriger verurteilt

Von: Wolfgang Schumacher
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Zwei Jahre Haft für besonders schwere räuberische Erpressung: Carsten B. wurde vor dem Aachener Landgericht schuldig gesprochen. Symbolfoto: Angelika Warmuth/dpa

Aachen/Stolberg. Weil Carsten B. (24) nicht vorbestraft war und mit einem frühen und umfangreichen Geständnis die Taten zugab, ließ die 6. Große Strafkammer am Aachener Landgericht Milde walten. Richter Beneking sagte zur Situation des Angeklagten: „Er befand sich, nachdem ihn seine langjährige Freundin verlassen hatte, in einer schwierigen Lebensphase.“

Deshalb fiel das Urteil gnädig aus. Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und Körperverletzung verurteilte ihn die Kammer zu zwei Jahren Haft, deren Vollzug zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ein ebenfalls angeklagter Bekannter aus der Bodybuilder-Szene wurde freigesprochen.

B. hatte nach der Trennung begonnen, neue Verehrer seiner Ex-Freundin zu stalken. Einem von ihnen, den er aus dem Netz kannte, setzte er so zu, dass er ihm auflauerte und ihn ins Gesicht schlug. Er drohte sogar, ihm mit einem Messer einen Finger abzuschneiden.

Gleichzeitig begann Carsten B., den Instagram-Bekannten seiner Ex-Partnerin zu erpressen. Zunächst forderte der Täter 1500 Euro von seinem Opfer, das dieses auch teilweise bezahlte. Erst später ging der Bedrohte zur Polizei und erstattete im Januar 2015, etwa drei Monate nach Beginn der ersten Taten, Anzeige.

Zuvor hatte B. den Mann bedroht, er solle die Finger von ihr lassen. Dabei habe er gar keine Beziehung mit der Frau gehabt, beteuerte das Opfer vor Gericht: „Wir haben uns nur geschrieben.“ Der Richter unterstützte ihn: „Ihnen kann niemand verbieten, Kontakt mit einer Ex-Freundin von irgendjemand aufnehmen zu wollen.“

Doch die Drohungen und Erpressungsversuche wiegen schwer. Hätte B. nicht nachweisen können, dass er nach der zweimonatigen U-Haft wieder Fuß fasste und tatsächlich seine Ausbildung zum Physiotherapeuten abgeschlossen hatte, wäre die Kammer wohl dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Der Ankläger wollte B. für drei Jahre und drei Monate in Haft sehen. Dann wäre eine Bewährung juristisch unmöglich geworden.

Dem zweiten Angeklagten hielt die Kammer zugute, dass er bei einem „Schutzgeld“-Treffen in einem Stolberger Burgerlokal mäßigend auf seinen Kumpel einwirkte und auch „innerlich“ nicht hinter der Erpressung stand. „Alleine die Anwesenheit reicht hier nicht aus“, sagte der Richter und verkündete für den zweiten Angeklagten, ebenfalls 24 Jahre alt, einen Freispruch.

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