Stolberg - Beim Zugriff ist der Tatverdächtige schon über alle Berge

Beim Zugriff ist der Tatverdächtige schon über alle Berge

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die Ermittler waren so nah dran am Erfolg, doch als der Zugriff erfolgte, fanden die Beamten nur noch eine verlassene Wohnung vor. Von dem Tatverdächtigen fehlt bis heute jede Spur, wie jetzt die Aachener Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung bestätige.

Es war bereits Mitte Oktober, als Hinweise und Ermittlungen die Kriminalpolizei zu zwei Seecontainern führte, die in Münsterbusch abgestellt waren. Ihr Inhalt: die Einzelteile von zwei hochwertigen Fahrzeugen.

Einen Mercedes und einen BMW hatten zuvor Diebe in Goch sowie in einem belgischen Ort nahe der französischen Grenze entwendet, sie in ihre Einzelteile zerlegt und diese in die beiden Container gepackt, die als Zwischenlager dienten. Irgendwann sollten die Teile wieder zu Autos zusammengebaut und die gestohlenen Fahrzeuge dann verkauft werden.

Intensiv observierte die Polizei die Container und eine Wohnung an der Cockerillstraße, die beide von der selben Person angemietet worden waren. Doch der vorgelegte Pass war gefälscht. Das Foto zeigte zwar das Portrait des Tatverdächtigen, aber die weiteren Angaben entsprachen nicht seiner Person.

Die Wohnung selbst wurde nach Informationen unserer Zeitung zuerst von einer anderen Person angemietet. Der Mann gab zunächst vor, sich von seiner Frau zu trennen.

Weil dieses sich dann aber verzögern sollte, bat er den Vermieter, solange einen Bekannten in der Etagenwohnung an der Cockerillstraße wohnen zu lassen, der auch angemeldet würde. Dabei handelte es sich offensichtlich um den Mann, den die Kripo im Visier hatte.

Tagelang beobachteten Beamte in Zivil das Mehrfamilienhaus so betont unauffällig, dass es Bewohnern offensichtlich auffiel. Zumindest nach dem wenig erfolgreich verlaufenen Zugriff erinnerten sich Zeugen an die ungewohnte Präsens in der Nachbarschaft.

Als die Polizei am frühen Morgen des 15. November die Wohnung zwecks Durchsuchung mit einem Dutzend Beamten stürmte, hatte sich der Tatverdächtige bereits aus dem Staub gemacht.

Zur weiteren Auswertung soll die Polizei nur noch Laptop, Papiere und Joghurtbecher habe sicherstellen können, berichteten Beobachter. Seitdem haben die Ermittler auch die Spur des Verdächtigen aus den Augen verloren, so die Aachener Staatsanwaltschaft.
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