Stolberg - Beim Workshop verschmelzen die Farben

Beim Workshop verschmelzen die Farben

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Bei dem Kunstworkshop in der Werkstatt des Museums Zinkhütter Hof sind die Teilnehmer entspannt in ihr Schaffen versunken und lassen mit Hilfe der Künstler Farben und Formen vielfältig verschmelzen. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Ansage ist in mehrfacher Hinsicht stimmig, als Gerda Zuleger-Mertens eröffnet: „Heute verschmelzen wir Farben.“ Die Künstlerin bietet gemeinsam mit ihrem Kollegen Alexander Göttmann einen Kunstworkshop für Jugendliche und Erwachsene im Museum Zinkhütter Hof an, der Teil eines Gesamtkonzepts ist.

Dreh- und Angelpunkt ist die noch laufende Ausstellung „Schmelztiegel“, bei der die vielfältigen Werke von sieben Künstlern mit den Exponaten des Museums für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte verschmelzen (siehe Infokasten). Passend dazu standen die Osterferienspiele im Zinkhütter Hof unter dem Motto „Galminus und Metall“, und nun korrespondiert der Workshop als „Schmelztiegel der Farben“ mit dem gelungenen Projekt.

In der Werkstatt des museumspädagogischen Teils erläutert Alexander Göttmann die Technik: Wasserfarben sollen von den Teilnehmern des Workshops zunächst auf Glasplatten gebracht werden. So entstehen „Negative“, die dann auf Papier gedruckt werden. Gerda Zuleger-Mertens betont: „Es ist ganz wichtig, sich darauf einzulassen und einfach auszuprobieren“, während Museumspädagogin Petra Grüttemeier noch einige Kittel aus einem Nebenraum holt. Schließlich soll der Kunstworkshop nur Spuren auf dem Papier und nicht auf der Kleidung der Teilnehmer hinterlassen.

Und künstlerische Spuren hinterlassen die Teilnehmer reichlich, auch wenn es zunächst nicht danach aussieht, und Erwachsene und Jugendliche noch ein wenig zurückhaltend am Arbeitstisch sitzen. Doch kaum wird der erste Pinsel in Farbe und Wasser getaucht, ist der Bann gebrochen, und die Hobbykünstler legen nicht zaghaft, sondern beherzt los.

Bald entstehen die ersten ausdrucksstarken Werke mit der für die angewandte Technik typischen Farbstruktur. Die Teilnehmer sind in ihr kreatives Schaffen versunken, die Künstler und Workshopleiter halten sich zurück. Göttmann und Zuleger-Mertens lassen den Teilnehmern viel künstlerische Freiheit, geben nur hin und wieder technische Tipps oder antworten auf gezielte Fragen.

Teils werden die Glasscheiben nach dem Druck abgespült, teils werden weitere Farbschichten aufgetragen. Je nach Geschmack der Teilnehmer entstehen ganze zusammenhängende Serien oder vielfältige Einzelwerke. Trotz gleicher Technik kristallisieren sich im Verlaufe des Workshops eigene Stile der ambitionierten Hobbykünstler heraus.

Manche greifen mit expressiven Meer- oder Berglandschaften dem Jahresurlaub vor, andere spielen in erster Linie mit den verschmelzenden Farben und Formen und drücken damit Stimmungen und Emotionen aus. Am Ende des Workshops erweist sich das entspannte und kurzweilige künstlerische Schaffen als enorm produktiv, denn jeder Teilnehmer nimmt eine Vielzahl von individuellen Werken mit nach Hause.

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