Beim Stadtsportverband schrillen die Alarmglocken

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Sport hat ja gemeinhin etwas mit Bewegung zu tun, doch im Stolberger Stadtsportverband herrscht derzeit ausgeprägter Stillstand. Das zumindest beklagt der im Herbst scheidende Vorsitzende Günther Severens, der sich nicht nur um seine Nachfolge, sondern um die Zukunft des Verbandes im Ganzen Sorgen macht.

Kein Engagement, keine Kandidaten, keine Perspektiven: Auf diesen Nenner lässt sich die Bestandsaufnahme von Severens bringen. Am Montagabend hat der langjährige Frontmann deshalb Tacheles geredet und bei der Vorstandssitzung mit eindringlichen Worten versucht, seine Kollegen auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen.

Besonders viel Kritik erntete die sechsköpfige Findungskommission, die sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar mit dem Ziel gegründet hatte, Profile für die frei werdenden Vorstandsposten zu erstellen und mögliche Kandidaten zu ermitteln. „Diese Kommission ist völlig fehl am Platze”, stellte Günther Severens dem Gremium ein vernichtendes Urteil aus. Statt sich um Personalien zu kümmern, sei zunächst vor allem über die Satzung diskutiert worden.

„Dabei ist unsere Satzung eine ganz moderne, die mit den Richtlinien des Landessportbundes abgestimmt wurde”, betonte der Vorsitzende, der zudem keinen Zusammenhang zwischen einer eventuellen Satzungsänderung und der Besetzung von Vorstandsposten erkennen kann. Ausdrücklich nämlich hätten die Mitglieder im Januar beschlossen, dass die Strukturen des Stadtsportverbandes beibehalten werden und es somit keinen bezahlten Vorsitzenden geben soll.

Angeprangert wurde von Günther Severens zudem die mangelhafte Beteiligung an den Sitzungen der Findungskommission und das Fehlen jeglicher konkreter Ergebnisse der bisherigen Tätigkeit. „Bis heute gibt es keinen Kandidaten - weder für den Vorsitz des Stadtsportverbandes, noch für die Nachfolge der ausscheidenden Fachwarte”, so Severens, der die Führungslosigkeit des Kreissportverbandes, bei dem das Amtsgericht nun einen Notvorstand einsetzen wird, als abschreckendes Beispiel anführte.

Der zwischenzeitlich als neuer Vorsitzender gehandelte Arthur Knappe hat mittlerweile eine Absage erteilt, und für Geschäftsführer Wilfried Holten ist ebenso kein Nachfolger in Sicht wie für die Fachwarte Turnen (bisher Wolfgang Emonts), Sportabzeichen (Franz-Josef Heinen), Tennis (Helga Flink) und Hallensport (Adolf Konrads). Neu aufgenommen worden in Liste der vakanten Stellen ist mittlerweile auch noch die Leitung des Fachbereiches Fußball. Nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des BSC Schevenhütte hat Marc Strauch seinen Rückzug zum Herbst angekündigt.

Angesichts dieses Ist-Zustandes erscheinen die Sorgen um die Zukunft nachvollziehbar. Günther Severens hat noch einmal alle Vorstandskollegen aufgefordert, sich an der Suche nach einer neuen Führungsriege zu beteiligen. Verhallt auch dieser Appell ungehört, könnte dem Stadtsportverband zum Jahresende die Handlungsunfähigkeit drohen. Betroffen von dem daraus resultierenden Chaos wäre dann nicht mehr nur der Vorstand, sondern beinahe die komplette Stolberger Sportwelt.
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