Beim Kulturfestival einfach mal treiben lassen

Von: Christoph Classen
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Runde Sache: Macher und Künst
Runde Sache: Macher und Künstler wollen beim Kulturfestival im Zinkhütter Hof gleichermaßen das große Rad drehen - für die Besucher gibt es jedenfalls eine Menge zu entdecken. Fotos (2): C. Classen Foto: Classen

Stolberg. Im Grunde genommen ist zu diesem Zeitpunkt alles gesagt, die beteiligten Künstler haben sich und das, was sie machen werden, vorgestellt, aber Dr. Nina Mika-Helfmeier hat dann doch noch eine Frage.

Sie schaut den Mann an, der an dem langen Tisch im Bistro des Zinkhütter Hofes neben ihr sitzt und sagt: „Sie sind doch von der Stadt Stolberg. Haben Sie für die Veranstaltung eigentlich schon eine Genehmigung erteilt?”

Irgendwie wird es schon klappen

Es wäre natürlich blöd, wenn das diesjährige Kulturfestival der Städteregion, das am Freiag, 15. Juli, im Zinkhütter Hof stattfinden soll, ausgerechnet an einer derartigen Lappalie scheitern würde. Vor allem, weil sonst ja alles nach Plan läuft. Aber Andreas Pickhardt, der Mann, der nach der Genehmigung gefragt wurde, kann beruhigen. Das werde schon irgendwie funktionieren sagt er, und er muss es wissen, weil er in der Stolberger Stadtverwaltung unter anderem für Dinge wie Kultur und Events zuständig ist.

Die Frage nach der Genehmigung sagt weniger etwas über das Kulturfestival selbst, als über die, die es organisieren aus, an oberster Stelle steht da Mika-Helfmeier. Und weil sie wegen der Veranstaltung derzeit ziemlich viel um die Ohren hat, nutzt sie eben jede Gelegenheit, die sich bietet, um Wichtiges zu klären. „Im Moment hat mein Arbeitstag zehn Stunden”, sagt Mika-Helfmeier, aber wenn es sich am Ende lohnt, dann wird sie das gern in Kauf genommen haben.

Hinkommen und entdecken

Das Programm jedenfalls stimmt recht optimistisch, obwohl Programm eigentlich das falsche Wort ist, um das zu beschreiben, was beim Kulturfestival passieren soll. Weil es nicht darum geht, dass die Menschen an bestimmten Zeitpunkten zu bestimmten Ort strömen.

Wichtig ist allein, dass sie zum Zinkhütter Hof kommen, spätestens um 21 Uhr, der Eintritt ist frei. Und wenn sie dann da sind, sollen sie sich einfach treiben lassen, ihre eigenen Entdeckungen machen, die Darbietungen auf sich wirken lassen. So stellt Mika-Helfmeier sich das vor, denn wenn das Kulturfestival eins sein möchte, dann ist das ungezwungen.

Weil so eine Entdeckungsreise ja recht anstrengend werden kann, wird den Besuchern empfohlen, selbst mitzubringen, was sie brauchen, um ein eigenes Pausen-Plätzchen zu bauen. Eine Decke zum Beispiel, auf die man sich setzen kann, und Verpflegung. Picknicken ist ausdrücklich erlaubt und damit niemand sich oder anderen nach Hereinbrechen der Dunkelheit versehentlich einen Käsespieß ins Auge piekt, werden die Wiesen prachtvoll illuminiert. Genau wie die Gebäude; dass in dem die Verwaltung der Anlage sitzt, soll gar aussehen, wie ein Geisterschloss.

Daneben präsentiert das Berliner Theater Anu und Bartels eine poetische Produktion, die sich Engelmuseum nennt und ziemlich genau das bietet, was man sich darunter vorstellt. Lebendige Statuen grüßen von den Häuserdächern und auf dem Boden gibt es Exponate, wie die Federn von Schutz- und Umweltengeln sowie Engelversteinerungen zu bestaunen.

Mindestens genau so abgehoben dürfte die Kooperation zwischen den belgischen und japanischen Tänzern aus den Reihen der „Compagnie Irene K” und dem Berliner Musiker namens „Nackt” ausfallen. Letzterer hat in der Vergangenheit vor allem mit seinen Ausführungen zur „String Theory” auf sich aufmerksam gemacht.

Annalisa Derossi, italienische Tänzerin und Pianistin mit europaweiten Renommee möchte Grenzen verwischen. „Ich versuche, dass man nicht mehr erkennt, was Theater, was Musik, was Tanz oder was Geräusch ist”, kündigt Derossi an. „Instant fusion” hat sie ihre Darbietung genannt.

Schauspielerin Anush Manukian wird sich auf die Suche nach einem möglichst schönen Platz machen und wenn sie den gefunden hat, möchte sie etwas rezitieren. „Vielleicht setzte ich mich auch mal zu jemanden auf die Decke oder in einen freien Liegestuhl”, sagt Manukian. Sicher ist jedenfalls, dass sie dabei von Harald Classen musikalisch begleitet wird.

Der Breiniger Künstler Emil Sorge wird eine Skulptur für sich sprechen lassen, Langhaus heißt sie, und Sorge wertet sie „als statisch ruhigen Beitrag” zum Kulturfestival.

Das Gegenteil möchte die „Somebody Wrong Bluesband” den Besuchern bieten, es dürfte recht laut werden, verspricht Gitarrist Albrecht Peltzer: „Wir wollen gute Stimmung machen.” Das Mittel zum Zweck heißt dabei Blues, Swing und Rockn Roll. Damit dürfte dem Kulturfestival ein harmonischer Ausklang beschert werden, der auch gerne bis spät in die Nacht dauern darf.
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