Beim Böller- und Musikfest wirken zehn Vereine mit

Von: Dirk Müller
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Handböller, Kanone und Co.: Insgesamt sechs Gruppierungen werden beim ersten Breiniger Böller- und Musikfest an der Schützheide tüchtig Lärm machen, und vier Musikvereine sind für die feineren Klänge verantwortlich. Foto: D. Müller
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Die Lärmgeräte sind keine Schusswaffen, sondern bringen lediglich Schwarzpulver zur Explosion.

Stolberg-Breinig. Diese Premiere in der Kupferstadt wird wohl kaum zu überhören sein: Auf dem Gelände des SV Breinig an der Schützheide lockt am Samstag, 14. Oktober, das erste Böller- und Musikfest in Stolberg, bevor am darauffolgenden Sonntag das Oktoberfest der Pfarre St. Barbara im „Goldenen Stern“ stattfindet.

Die Idee zum ersten Böller- und Musikfest sei bereits bei der Breiniger Schützenkirmes 2016 entstanden, dann gereift und nun erfolge die Premiere auf Anregung von Pfarrer Ulrich Lühring, der auch Präses der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Breinig ist, Hand in Hand mit dem Oktoberfest der Pfarre, beschreibt André Hennecken.

Dieses beginnt am Sonntag, 15. Oktober, um 9.30 Uhr mit einem Hochamt in der Pfarrkirche St. Barbara unter Mitwirkung der Breiniger Böllerschützen. Wobei die Mitglieder der Untergruppierung der St.-Sebastianus-Schützen Breinig bei der Gelegenheit ungewohnt leise Töne anschlagen: Sie sind als Messdiener im Einsatz, bevor das Oktoberfest im Pfarrheim „Goldener Stern“, Alt Breinig 46, seinen Verlauf nimmt.

Die Pfarrkirche St. Barbara ist auch am Samstag zuvor ein Schauplatz. Seit Gründung der Böller-Abteilung innerhalb der Breiniger Schützenbruderschaft haben die Mannen zum Beispiel bei der Vereidigung des Bürgermeisters oder jüngst zur Eröffnung der Stolberger Stadtparty geböllert.

Natürlich auch bei der eigenen Schützenkirmes – der Fokus der Breiniger Böllerschützen aber liegt nach wie vor auf hohen kirchlichen Feiertagen. Bisher mit dem „inoffiziellen Segen“ von Pfarrer Lühring. Was sich zu Beginn der ersten Böller- und Musikfestes ändert, denn am Samstag, 14. Oktober segnet Lühring um 15 Uhr feierlich alle beteiligten Böllerschützen in der Pfarrkirche St. Barbara. Es folgt ein Festzug zum Sportplatz Schützheide, und dann wird es laut, weil neben den Breinigern fünf weitere Böllerschützen-Formationen zu ihren Lärmgeräten greifen werden.

Allen sechs Gruppierungen gemein sei es, dass keine Geschosse abgefeuert werden, erklärt Thomas Weiss, Leiter der Breiniger Böllerschützen-Abteilung: „Wir feuern alle keine Waffen ab, sondern erzeugen lediglich lauten Knall mit unseren Lärmgeräten. Der Bolzen trifft auf ein Zündhütchen, ein Funke entsteht und lässt das Schwarzpulver im Lauf der Geräte explodieren, was den Knall erzeugt.“ Das Areal des SV Breinig sei für das Böller- und Musikfest ideal, meint Weiss. „Der vereinsübergreifende Gedanke spielt auch eine Rolle, vor allem aber ist das Gelände weitläufig.“

Letzteres sei aus mehreren Gründen wichtig: „In erster Linie benötigen wir beim Böllern genügend Sicherheitsabstand zum Publikum, gerade bei sechs Gruppen. Dann brauchen wir ja auch noch Platz für das Festzelt, in dem am Abend weitergefeiert wird. Außerdem ist die Randlage des Sportplatzes an der Schützheide gut. So können wir die Lärmbelästigung für die wenigen Anwohner, die nicht mit uns feiern, gering halten.“

Von 16 bis 18 Uhr werde unter freiem Himmel am Samstag, 14. Oktober, im Wechsel geböllert und musiziert. Mit von der musikalischen Partie sind das Trommler- und Pfeiferkorps Breinig, die Blasmusikanten Gressenich, die Musikvereinigung Euphonia Mausbach und der Musikverein Frohsinn Schmidt.

Mit Handböllern und der Kanone, die Schirmherr und Blasmusikfreund Helmut Conrads den Breiniger Böllerschützen zur Verfügung gestellt hat, machen die Gastgeber tüchtig Lärm und begrüßen weitere Formationen aus nah und fern. Während die befreundeten Böllerschützen der St.-Apollonia-Bruderschaft Eilendorf die kürzeste Anreise hat, legt der Schützenverein St. Leonard aus Wasserburg am Inn rund 700 Kilometer zurück, um in Stolberg zu böllern.

Mit den Original Truderinger Böllerschützen aus München und den Böllerschützen Jura Schwarzach aus Greding bei Ingolstadt werden zwei weitere bayrische Gruppen erwartet, und auch in Niedersachsen wird geböllert, wie der Heimatverein Schlegel und Eisen Deister aus dem Raum Hannover in Breinig unter Beweis stellen wird.

„Wir freuen uns sehr auf die Gastvereine, und das Böller- und Musikfest steht auch unter dem Aspekt des kulturellen Austauschs“, erläutert der Breiniger Böllerschütze Werner Glatz, dass für die böllernden Gäste bereits eine Führung durch die Stolberger Altstadt am Samstagvormittag organisiert sei. Und wer das lautstarke Böllern weniger als unterhaltsam empfinde, könne beruhigt sein: „Geböllert wird am Samstag, 14. Oktober, nur zwischen 16 und 18 Uhr. Dann ziehen wir um ins Festzelt, wo die Blasmusik spielt, und Festwirt Henry Ganser deftige rheinische Spezialitäten anbietet.“

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