Bei J.U.K.S. springt der Funke über

Von: Heike Eisenmenger
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Rund 300 Jugendliche, die für unterschiedliche Musikströme stehen, feierten auf dem Kaiserplatz friedlich zusammen.

Stolberg. Die ersten „Mutigen” haben sich zur Bühne vorgetastet: Das ist der Moment, auf den „Coconut Butts” gewartet hat, der Funke springt über. Genau genommen ist es der Rhythmus, der die jungen Zuschauer wie eine Welle erfasst. Es wird getanzt und mitgesungen - die J.U.K.S.-Party auf dem Kaiserplatz ist im vollen Gange.

Ein Erfolg ist das Livekonzert nicht nur wegen der guten Bands und der rund 300 Besucher.

Was auch zählt, sind die jungen, hoch motivierte Menschen, die in Eigenregie eine harmonische Veranstaltung auf den Weg gebracht haben. Die Open-Air-Party, organisiert vom Stolberger Jugendparlament, bereichert den Stolberger Terminkalender ungemein. Auf weiter Flur ist sie die einzige größere Veranstaltung für Jugendliche, die ohne Eintritt auskommt.

Dass junge Leute als Fans von unterschiedlichen Musikrichtungen zusammen feiern, ist für Besucherin Iris Wegmann eine neue Erfahrung. „Normalerweise bleiben Punks, Hiphoper oder Gothic-People unter sich”, stellt die 15-Jährige klar. „Weil aber bei J.U.K.S. ganz unterschiedliche Bands auftreten, trifft man hier auf Leute, mit denen man sonst nicht in Kontakt käme”, sieht Wegmann in dem Konzert eine wichtige Plattform.

Eine Plattform, auf der auch Rassismus bekämpft wird, so die Meinung der 16-jährigen Sabrina Heinen. Musik und Party finde doch jeder gut, egal, aus welchem Kulturkreis er stamme, erklärt die Schülerin. „Als die türkische Tanzgruppe von der Bühne rein in die Menge ist und mit den Zuschauern getanzt hat, fand ich das total cool.”

„Nebenschauplätze” von J.U.K.S - die Abkürzung steht für Jugend- und Kulturevent Stolberg - sind die Info-Stände von Jugendparteien und Organisationen wie THW und DRK. Wobei die Resonanz dort eher gering ist. „Es haben zwar einige ältere Leute unseren Stand besucht, aber die jüngeren halten sich zurück”, schildert Sebastian Schaub (18) von der Grünen Jugend Stolberg. Tim Schmitz von den Jusos berichtet von ähnlichen Erfahrungen: Das Interesse an der Politik sei an aktuellen Geschehnissen gekoppelt, „im vergangenen Jahr fand die J.U.K.S.-Party kurz vor den Kommunalwahlen statt, da kamen deutlich mehr Leute zu uns und fragten nach unseren Zielen”, resümiert der 18-Jährige.

Ähnlich ergeht es den Helfern des DRK. „Um junge Leute für das Ehrenamt zu begeistern, muss sich grundlegend etwas ändern”, sagt Raimund Lesmeister vom DRK. Die Chancen des Jugendparlamentes stehen da deutlich besser: „Wir hören von allen Seiten, wie toll es ist, was wir hier auf die Beine stellen”, sagt Sascha Weber (18). „Besser kann es nicht laufen”, ergänzt eine glückliche Michelle Schäfer (17), für die wie auch für ihre Mitstreiter die gelungene J.U.K.S.-Party die beste Motivation ist, um weiter zu machen.
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