Bei jedem zweiten Verbrechen pokern die Gauner zu hoch

Von: Mischa Wyboris
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Stolberg. Das trifft auf alle Fälle zu: In Stolberg muss jeder Straftäter damit rechnen, dass sich sein Verbrechen nicht lohnt.

Während die Zahl der gemeldeten Straftaten abgenommen hat, ist die Quote der aufgeklärten Verbrechen gestiegen. In 54,3 Prozent aller Fälle wird die Akte erfolgreich geschlossen - das kann städteregionsweit nur noch Alsdorf (57,3 Prozent) überbieten und liegt über der Durchschnittsquote von 51,3 Prozent in der gesamten Städteregion, wie die Kriminalstatistik 2010 offenbart.

Gab es in Stolberg im Jahr 2009 noch rund 3800 gemeldete Straftaten, so ist diese Zahl im Folgejahr auf weniger als 3590 gesunken. Gleichzeitig hat die Aufklärungsquote von 53,1 auf 54,3 Prozent einen Sprung nach oben gemacht. Der Vergleich mit den Nachbarn aus Eschweiler hilft, die Zahlen besser einzuordnen: Dort hat die Zahl der registrierten Fälle um mehr als 300 auf rund 4300 zugenommen, zur selben Zeit ist die Quote der aufgeklärten Verbrechen jedoch um 3,7 Prozent auf 48,2 Prozent abgerutscht.

Doch auch vor der eigenen Haustüre gibt es immer noch genug zu kehren: So ist die Zahl von Raubüberfällen auf Stolberger Geschäfte, Spielhallen und Tankstellen deutlich angestiegen. Elf Fälle hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert, 2009 war es gerade mal einer. Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Einbruchsdelikte in Gaststätten: Waren es im Jahr 2009 noch 25, zählte die Polizei zwölf Monate später ganze 41 Fälle - das entspricht einem Anstieg um 64 Prozent.

Abgenommen haben dagegen vor allem die registrierten Fälle von Taschendiebstahl - der Rückgang von 32 auf 13 Fälle bedeutet eine Reduktion um 59 Prozent - und von Mofa-Diebstählen (74 Fällen aus dem Jahr 2009 stehen 51 aus dem vergangenen Jahr gegenüber, das entspricht einem Rückgang von 31 Prozent). Die Zahl der Delikte im Bereich der Straßenkriminalität ist zudem von 879 aus dem Jahr 2009 auf zuletzt 773 um rund zwölf Prozent gesunken. Zum Vergleich: In Eschweiler bedeuten zuletzt 1121 gezählte Fälle einen Anstieg um fast neun Prozent.

Doch nicht jeder Zahlenrückgang ist ein Grund zur Freude. Während fast alle der 16 Straßenraubdelikte aus dem Jahr 2009 aufgeklärt werden konnten, ist die Polizei ein Jahr später nur noch in der Hälfte der 20 Fälle den Tätern auf die Schliche gekommen. Auch Autodiebe haben öfter die Kurve gekriegt: Während im vergangenen Jahr mit 19 Autos nur ein Fahrzeug weniger gestohlen wurde als 2009, ist die Aufklärungsquote um 24,7 Prozent zurückgegangen.

Paul Kemen ist indes zufrieden mit der jüngsten Kriminalstatistik: „Es hat vor allem die Zahl der Delikte abgenommen, die das Eigentum und die körperliche Unversehrtheit betreffen”, resümiert der Polizeisprecher.
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