Stolberg - Bei der Integration von Geflüchteten sind noch viele Fragen offen

Bei der Integration von Geflüchteten sind noch viele Fragen offen

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Dass bei der Integration von Flüchtlingen in Stolberg immer noch viele Fragen offen sind, wurde auf der Sitzung des städtischen Integrationsrates am Mittwochabend deutlich.

Auf Einladung der Ratsmitglieder waren Marcus Alt, Geschäftsstellenleiter des Stolberger Jobcenters und Horst Mendez vom Jobcenter der Städteregion ins Stolberger Rathaus gekommen, um über Möglichkeiten und Wege der Integration auf den regionalen Arbeitsmarkt gelingen kann.

„Wir haben immer wieder mit Flüchtlingen zu tun, die Probleme mit dem Jobcenter haben“, erklärte Ahmet Ekin, Vorsitzender des Integrationsrats. Darum habe man die Experten zur Beratung eingeladen. Doch nicht auf alle Fragen der Ratsmitglieder hatten die Jobcenter-Vertreter eine Antwort.

Unterschiedliche Zuständigkeit

Denn zuständig sind die Jobcenter für Geflüchtete in Stolberg und der Region in der Regel erst dann, wenn diese einen Aufenthaltsstatus haben. „Für alles, was vor dem bewilligten Asylantrag passiert, ist normalerweise die Agentur für Arbeit zuständig“, sagte Marcus Alt. Alleine diese unterschiedlichen Zuständigkeiten führen bei vielen Asylbewerbern schon zu Verwirrung.

Um den Bürokratie-Dschungel für Geflüchtete und auch deren ehrenamtliche Helfer ein wenig übersichtlicher zu gestalten, haben die Jobcenter in der Städteregion schon vor Monaten reagiert: „Seit April gibt es in der Städteregion die Integration Points“, erklärte Horst Mendez. Am Integration Point in Eschweiler, der auch für Stolberg eingerichtet wurde, werden den Geflüchteten Hilfen zur beruflichen Integration und zur Sicherung des Lebensunterhalts angeboten.

„Wir hatten bisher 450 Fälle aus Stolberg und Eschweiler in unserem Integration Point“, sagte Horst Mendez. Der große Andrang, den man Anfang des Jahres erwartet habe, sei ausgeblieben. „Probleme bereitete uns vor allem die Sprachbarriere“, berichtet Mendez. Bei vielen Geflüchteten seien oftmals noch keine Fremdsprachenkenntnisse vorhanden, auch mit Französisch oder Englisch käme man nicht weit. „Wir arbeiten vor Ort also eigentlich immer mit einem Dolmetscher.“

Schwierigkeiten gebe es auch manchmal bei der Vermittlung selbst: „Viele Arbeitgeber melden sich, weil sie gerne einen Flüchtling beschäftigen wollen“, sagte Marcus Alt. Doch nach ein paar Wochen würden sie dann oft feststellen, dass der Aufwand recht hoch sei: „Das liegt zum Teil an der Sprache, aber auch daran, dass die Leute die deutsche Arbeitskultur noch nicht kennen.“

Horst Mendez warb dafür, dass man den Jobcentern und ihren Kunden ein bisschen mehr Zeit geben sollte: „Wir können nicht hexen.“ Man könne weder sofort den in der Region teilweise vorherrschenden Fachkräftemangel beheben. Und man könne auch nicht sofort alle Flüchtlinge in einem Arbeitsverhältnis unterbringen. „Geben Sie uns und den Leuten mehr Zeit.

Neben der Sprache scheint es bei der Integration aber auch an der Kommunikation zu hapern: Sie habe noch nie vom Integration Point gehört, sagte nach dem Vortrag Khairun Ismail, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrats, „und ich habe viel mit Flüchtlingen zu tun“, erklärte sie.

Der Integrationsrat will in einer seiner nächsten Sitzungen einen Vertreter der Ausländerbehörden einladen, um das Thema weiter zu beleuchten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert