Stolberg - Bei der Geldübergabe im Eiscafé klicken die Handschellen

Bei der Geldübergabe im Eiscafé klicken die Handschellen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Ein gehöriges Maß an krimineller Energie muss wohl ein 24 Jahre alter Stolberger aufgebracht haben, dem die Aachener Staatsanwaltschaft eine ganze Latte von Straftaten zur Last legt.

Angefangen bei Nötigung über Körperverletzung und räuberischer Erpressung bis hin zum schweren Raub reicht die Liste der Vergehen zwischen November 2014 und Januar diesen Jahres, für die sich der junge Mann vom kommenden Dienstag an vor der 6. großen Strafkammer des Aachener Landgerichtes (AZ.: 66 KLs 6/15) verantworten muss – übrigens gemeinsam mit einem 34 Jahre alten Stolberger, der ihm bei einigen Taten assistiert haben soll.

Hintergrund der ganzen Geschichte soll wohl ein Eifersuchtsdrama gewesen sein, bestätigte Justizsprecherin Daniela Krey auf Anfrage unserer Zeitung. Denn nachdem Schluss war mit seiner Ex-Freundin soll der 24-Jährige zunächst über das soziale Netzwerk Facebook Bekannte des Mädchens heftigst bedroht haben, bloß die Finger von der Ex zu lassen: „Sonst steche ich Dich ab“ und „ich kenne Dein Gesicht“ soll der Beschuldigte nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zunächst virtuell genötigt haben. Später im Dezember soll er einen jungen Mann auf der Straße angetroffen und zugeschlagen haben.

In einem weiteren Fall habe der Angeklagte ein Opfer so bedroht, dass es bei einem Treffen bei McDonalds 1500 Euro zahlen solle, um ungeschoren davon zu kommen. 350 Euro habe der 24-Jährige so erbeutet.

In zwei weiteren Fällen soll dann der ebenfalls angeklagte Kumpan in Spiel kommen. In einem Spielcasino und in einer Shisha-Bar trafen sie die beiden nächsten Opfer. Sie wurden ebenfalls bedroht, jeweils 1000 Euro zu zahlen. Die Übergabe sollte zwei Tage später erfolgen – in einem Stolberger Eis-Café, was sich als durchaus praktisch für die Kriminalpolizei herausstellte.

Denn beide Opfer hatten sich nach der Bedrohung erst einmal hilfesuchend an die Polizei gewandt. Als es dann zur vermeintlichen Geldübergabe kommen sollte, klickten für die Angeklagten die Handschellen. Sie wurden erst einmal festgenommen, erhielten aber durch ein Gericht unter Auflagen eine Haftverschonung.

Am Dienstag müssen sie um 9 Uhr im Aachener Landgericht erscheinen, um sich vor der 6. großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Beneking zu verantworten. Die Kammer hat erst einmal vier Verhandlungstage angesetzt; demnach wird das Urteil erwartet für Dienstag, 29. September.

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