Bei CAE kommt man sich näher

Von: Jürgen Lange
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Die Unternehmenspräsentation,
Die Unternehmenspräsentation, wie hier beim Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, wird CAE bald anpassen müssen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer kommen sich in ihren Verhandlungen über einen Abbau von rund 145 langsam näher. Foto: J. Lange

Stolberg. Jetzt geht es bei dem Stolberger Elektronik-Spezialisten CAE um die Details. In der vierten Verhandlungsrunde hat der Arbeitgeber konkrete Verhandlungspunkte und Interessenausgleich sowie erstmals einen eigenen Entwurf für einen Sozialplan vorgelegt.

„Den muss der Betriebsrat nun selbstverständlich erst einmal gründlich studieren und seine eigenen Positionen dazu formulieren”, räumt Geschäftsführer Ulrich Aderhold gegenüber unserer Zeitung durchaus ein, dass unterschiedliche Ansatzpunkte „rausgefiltert und noch diskutiert” werden müssen. Aber Aderhold beschreibt den Verlauf der Gespräche als positiv und sieht die Verhandlungen „auf einem guten Weg”.

Eine Einschätzung, der offensichtlich auch der Betriebsrat und die IG nicht widersprechen. „Erste Annäherungen” titeln Betriebsratsvorsitzender Erich Meyer und IGM-Sekretär Martin Peters ihre gemeinsame Erklärung zu der vierten Verhandlungsrunde. Inhaltlich machen sie die Annäherung fest beim geplanten Outsourcing von Hausverwaltung und Kantine. Die sollen nach Vorstellungen des Betriebsrates in gemeinsame und gute Hände kommen. „Jetzt kommt Bewegung in die Sache”, konstatiert Meyer.

„Konstruktiv waren auch die Verhandlungen über den Interessenausgleich”, erkennt Martin Peters mögliche Kompromisslinien bei den Fragen zu persönlichem Geltungsbereich, konkreten Umsetzungsdaten und der Bepunktung für die Sozialauswahl. Mehr Bewegung vom Arbeitgeber erwartet indes der Betriebsratsvorsitzende für die Verhandlungen über mögliche Altersteilzeitmodelle. „Sie sind der sozialverträglichste Weg, Personal abzubauen”, sagt Meyer.

Trotz der ersten Annäherungen sorgte der von der Geschäftsführung vorgelegte Entwurf des Sozialplans bei der Verhandlungsführung der Arbeitnehmerseite eher für Abschreckung: „Dieser Entwurf für den Sozialplan, der letztendlich die Höhe der Abfindungen regelt, ist indiskutabel”, markiert der IGM-Sekretär. „Wenn man den Kollegen mit dem Arbeitsplatz schon die Existenzgrundlage nimmt, dann muss dies auch finanziell vernünftig abgefedert geschehen”, pocht Erich Meyer auf die gesetzlichen und tariflichen Ansprüche. Betriebsrat und Gewerkschaft wollen sich aber konstruktiv positionieren und einen eigenen Entwurf für einen Sozialplan erarbeiten und in die Verhandlungen einbringen.

Dabei verweist der Betriebsrat erneut auf seine Prioritäten für die weiteren Verhandlungen, die am 10. Februar fortgesetzt werden: Beschäftigung soweit wie möglich bei CAE soll erhalten, eine Weiterbeschäftigung außerhalb des Unternehmens soll erleichtert sowie ermöglicht und die Nachteile des Arbeitsplatzverlustes sollen möglichst hoch ausgeglichen werden.

Für Freitag nächster Woche erwartet derweil Ulrich Aderhold zwar noch keine Einigung. Aber der Geschäftsführer erkennt beim Betriebsrat den Willen zu Lösungen zu kommen. Zu Aderholds Zielen zählt weiterhin, ein Ergebnis zügig zu erreichen, damit das Unternehmen nachhaltig und erfolgreich mit seinen wirtschaftlichen Partnern kommunizieren können. „Ungeachtet des Abbaus der Arbeitsplätze ist die CAE ein verlässlicher und einer der größten Partner für das Militär”, unterstreicht Ulrich Aderhold die Bedeutung des Stolberger Rüstungsentwicklers und -lieferanten.
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