Behindertensportgemeinschaft: Platz für alle bei Kegeln, Bosseln und Gymnastik

Von: dö
Letzte Aktualisierung:
6692173.jpg
Gemeinsam erfolgreich: Rudolf Harzheim (v.l.), Helmut Trümpener, Renate Harzheim, Doris Zeichner, Dieter Bugs und Inge Trümpener gehören zu den Stützen der BSG Stolberg. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Als Helmut Trümpener ans Mikrofon tritt, wird es plötzlich still im Saal des Münster­buscher Jugendheims. Denn jeder der rund 150 Besucher weiß in diesem Moment, dass der ehemalige Lehrer viel zu erzählen hat. Schließ­lich ist der 78-jährige Mitgründer der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Stolberg, die jetzt ihr 50-jähriges Bestehen feierte.

Und Trümpener kann aus dem Vollen schöpfen, weil er der erste Übungsleiter der heute 150 Mitglieder zählenden Gemeinschaft war, die sich im Gründungsjahr 1963 und danach überwiegend aus Kriegsversehrten und Unfallopfern zusammensetzte.

„Auch diese Menschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges oder veranlasst durch Verkehrs- und Betriebsunfälle Gliedmaßen verloren hatten, wollten aktiv Sport treiben“, sagte Trümpener, der für Prothesenträger eine Faustballgruppe gründete und die Gehandicapten dazu anleitete, im Sitzen ein Ballspiel zu betreiben, eine Mischung aus Volley- und Faustball. Als Trainingsstätte wurde damals die Turnhalle der Realschule an der Walther-Dobbel­mann-Straße genutzt. Für die Schwimmstunden musste das frühere Stadtbad an der Grüntal­straße herhalten.

Gehschule in den Anfangsjahren

Für zusätzliche Aktivitäten in der Anfangszeit hatte laut Trümpener der einstige Orthopädieschuhmachermeister Günter Schnur gesorgt, der für Prothesenträger eine Gehschule organisiert hatte. Heute gibt es so gut wie keine Kriegsversehrten mehr. Dass heute die BSG-Stolberg aus Behinderten und Nichtbehinderten besteht, die sich beispielsweise dem Schwimmsport, der Gruppengymnastik, dem Kegeln und dem Bosseln verschrieben haben, weiß Renate Harzheim zu erzählen, die den mitgliederstarken Verein seit 2000 leitet. Außerdem kümmere sich die Kupferstädter BSG, so Harzheim, auch um Vorbereitung und Verleihung des Sportabzeichens.

Dem Thema Inklusion widmete sich Bürgermeister Ferdi Gatzwei­ler, der den Verein für erfolgreich praktizierte Zusammenführung von Behinderten und Nichtbehinderten lobte. Diesem Prinzip sei man schon in den Anfangsjahren treu gewesen, so Gatzweiler.

Nach den Reden, auch Bezirksvorsitzender Bodo Neumann vom Behindertensport NRW hatte die Festgemeinde mit Worten der Anerkennung für die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen bedacht, stand ein gemeinschaftliches Essen auf dem Plan. Danach frönte man der Musik und dem Showtanz. So wurde das weitere Programm von der Gesangsgruppe „In Love with Musicals“ um den Stolberger Cedric Braun und der Männergruppe 09 vom Donnerberg gestaltet. Aber auch eine Gruppe der Katholischen Frauengemeinschaft gab eine von Comedy und Witz geprägte Kostprobe ihres Könnens.

Zurück zu den Wurzeln: Die BSG plant, wie in den Anfangsjahren schon einmal erfolgreich ausgeübt, die Gründung einer Faustballgruppe. Wer Interesse am Faustball hat, meldet sich unter Telefon5201 bei Wolfgang Borgmann.

Für ihre langjährige Mitgliedschaft und ihr Engagement bei der BSG wurden die Übungsleiter Dieter Bugs, Inge Trümpener sowie Renate und Rudolf Harzheim geehrt. Außerdem wurde die langjährige Vereinsärztin Dr. Doris Zeichner mit einer Urkunde und einem Blumenstrauß bedacht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert