Begegnungen mit französischer Kunst an sieben Orten

Von: sas
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die Kunstszene der Stadt ist am letzten Maiwochenende ganz der Begegnung mit der französischen Kunst gewidmet. Ein Rundgang durch die verschiedenen Stationen ermöglicht einen breiten Einblick in diverse künstlerische Formen und Epochen.

In der Filiale der Sparkasse an der Rathausstraße 17, werden Werke von Hélène de Beauvoir ausgestellt. Die französische Malerin war die jüngere Schwester der berühmten Schriftstellerin Simone de Beauvoir. Sie starb im Juli 2001. Ihre erste Einzelausstellung eröffnete de Beauvoir bereits im Januar 1936 in der Pariser Galerie „Bonjean”, welche auch Pablo Picasso besuchte und urteilte: „Ihre Malerei gefällt mir. Sie ist sehr eigenständig.”

Die französische Künstlerin Martine Dallenness widmet sich der Visualisierung ihrer inneren Sprache. Einige ihrer Werke sind in der Geschäftsstelle der VR-Bank, Rathausstraße 53-55, ausgestellt. Dallennes verbindet Malerei, Schrift, Zeichen, graphische Elemente und Farbnuancen mit der körperlichen Gestik. Sie selbst nennt ihre Arbeit „Graphochromie”.

Ihr bevorzugtes Material ist Papier. Mit ihrer Kunst will sie Transparenz schaffen, einen Zugang zu allen Momenten der Entstehung des Bildes ermöglichen. „Diese Kunst ist so abstrakt wie Schrift sein kann”, sagt sie selbst: „Doch die Bilder sind konkret, manchmal sogar etwas gegenständlich.”

Malerei trifft Objekte

Eine ebenso reizvolle Kunstausstellung wird im Museum Zinkhütter Hof präsentiert. Die aus Frankreich stammende Künstlerin Marie Madeleine Bellenger begegnet hier der deutschen Künstlerin Odine Lang. Damit trifft moderne Malerei auf Kunstobjekte. Marie Madeleine Bellenger bewegt sich künstlerisch in der Dialektik der Gegensätze: Zwischen Stadt und Land, Bild und Wort, Kunst und Fotografie, Himmel und Erde, Deutschland und Frankreich.

Odine Lang gestaltet sensible biologische Formen. Mit formalen Feinabweichungen lässt sie die bergende und achsensymmetrische Struktur ihrer teils mit Papier umhäuteten Drahtgebilde lebendig wirken. Symmetrische Formen greift Lang als Prinzip auf, läd ihre Objekte aber gleichzeitig mit Natürlichkeit auf.

Weiter geht es zum Notariat am Kaiserplatz. Der französischste Ort in Stolberg? Dabei denken wohl die wenigsten an das Notariat. Dabei entstand es in der Zeit, in der Stolberg unter Napoleon zu Frankreich gehörte. Ein guter Grund für die Stolberger Notare Stefan Schmitz und Ulrich Bous, als Projektpartner beim diesjährigen Programm „Stolberg goes France” mitzumachen. „Images de France - Bilder aus Frankreich” heißt die Ausstellung von Gemälden und Graphiken mit Motiven und Künstlern aus Frankreich. Sie wurden in Zusammenarbeit mit der Galerie Am Elisengarten aus Aachen ausgewählt. Zu sehen ist eine weitläufige Entwicklung der französischen Kunst: ausgehend von der akademischen Malerei nach festgefügten Regeln, über die Maler von Barbizon, die Impressionisten und Postimpressionisten bis hin zur konstruktivistisch-abstrakten Malerei der 1930er Jahre. Zu sehen sind Motive aus allen Gegenden Frankreichs: aus dem Norden (Picardie, Ile-de-France, Bretagne) und dem Süden (Montpellier, Provence, Alpen).

Im Europäischer Kunsthof Vicht stellt der von der Elfenbeinküste stammende Künstler Jems Robert Koko Bi Holz-Skulpturen aus. Sein künstlerischer Impuls entsteht durch zwei Phänomene, die er miteinander verbindet: seine Geschichte und afrikanische Kultur auf der einen Seite und der Raum, in dem er heute lebt, auf der anderen Seite. Holz ist für ihn ein faszinierendes, lebendiges und warmes Material, welches das Spiel der Formen ermöglicht.

Inspiration aus Frankreich

Im Rittersaal der Stolberger Burg wird die Ausstellung „Inspiration Blanpain” gezeigt. Sie umfasst eine Auswahl von mehr als 40 farbenfrohen Acrylbildern, die seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Zeichenkurs des Berufskollegs Simmerath/Stolberg” vor zehn Jahren entstanden sind und Teil der Schuldekoration an beiden Standorten wurden.

Inspirationen holte sich der Zeichenkurs unter der Leitung von Kirsten Hanenberg bei zahlreichen Ausstellungsbesuchen und auf Studienreisen. Künstlerisch besonders ergiebig waren dabei Kunst- und Kulturtrips nach Paris. In einer Galerie am „Place des Vosges” wurden die Schüler vor einigen Jahren auf den französischen Maler Jean-Pierre Blanpain aufmerksam. Blanpain regt ihr künstlerisches Schaffen seither mit seinen farbenfrohen, oft von überschäumender Lebensfreude strahlenden Bildern immer wieder zur Interpretation an. Das Interesse, das die jungen Menschen der Kunst und Kultur Frankreichs entgegenbringen, wird nun den Rittersaal in fröhliche Farbenpracht tauchen.

Der Skulpturengarten am Hammerberg 13 rundet als letzte Station die Kunstausstellungen im Rahmen von „Stolberg goes France” ab.

Eröffnung und Dauer der Ausstellungen zu „Stolberg goes France”

Werke von Hélène de Beauvoir sind ab Mittwoch, 26. Mai, bis Montag, 7. Juni, in der Filiale der Sparkasse Aachen, Rathausstraße 17, zu den bekannten Öffnungszeiten zu sehen.

Martine Dallennes stellt ihre „Images récentes” in der Geschäftsstelle der VR-Bank, Rathausstraße 53-55, bis Freitag, 4. Juni, zu den bekannten Öffnungszeiten aus.

Die Ausstellung von Marie Madeleine Bellenger und Odine Lang im Museum Zinkhütter Hof, Bernhard-Kuckelkorn-Platz, wird am Freitag, 28. Mai, um 17.30 Uhr mit einem Grußwort von Prof. Paul Thomes, Vorstandsvorsitzender Museum Zinkhütter Hof, eröffnet. Manfred M. Bohn, Kommunikationskünstler, gibt eine Einführung. Zu sehen ist die Ausstellung bis Sonntag, 18. Juli (dienstags bis freitags 14 bis 17 Uhr, samstags 14 bis 18 Uhr und sonntags 10 bis 18 Uhr).

„Images de France - Gemälde/Graphiken mit Motiven und Künstlern aus Frankreich” im Notariat Schmitz und Bous am Kaiserplatz 5 ist bis Freitag, 28. Mai, und wieder ab Montag, 31. Mai, bis Mittwoch, 2. Juni (jeweils von 9 bis 18 Uhr) zu besichtigen.

Eine Vernissage findet am Donnerstag, 27. Mai, um 18 Uhr statt. Andreas Petzold der Galerie Am Elisenbrunnen gibt eine Einführung.

Am Europäischen Kunsthof Vicht findet die Vernissage der Holz-Skulpturen von Jems Robert Koko Bi am Samstag, 29. Mai, um 16 Uhr statt. Die Ausstellung ist bis Montag, 7. Juni, zu sehen.

Die Werke der AG „Zeichenkurs” des BK Simmerath-Stolberg sind im Rittersaal der Burg von Freitag, 28. Mai, bis Sonntag, 30. Mai, zu sehen.

Der Skulpturengarten am Hammerberg 13 ist samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert