Baumschutz: Noch lange nicht alle Bäume erfasst

Von: oha
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Die Bäume in Stolberg müssen regelmäßig auf ihren gesundheitlichen Zustand hin überprüft werden.

Stolberg. Die beiden Beauftragten für Grünflächen- und Baumpflege der Stadt Stolberg haben jetzt im Rathaus ihren ersten Jahresbericht vorgelegt. Frank Skottke (Baumpflege) und Bernhard Frings (Grünflächen) haben keine leichte Aufgabe übernommen. Stolberg ist eine Stadt im Grünen. Da liegt viel Arbeit an.

Ein Sachverständigenbüro hatte zwar im Jahr 2013 ortsteilbezogen die Straßenbäume erfasst, doch damit ist das Baumkataster noch lange nicht komplett. Ziel ist es, den gesamten Baumbestand in der Stadt zu erfassen. Das Kataster hilft aber schon jetzt zumindest dabei, die Bäume regelmäßig zu kontrollieren und mögliche Gefahrenpunkte zu beseitigen. Vorrangig sollen dabei die Bäume auf Friedhöfen, Sportanlagen, Spielplätzen oder an Schulen und Kindergärten erfasst und kontrolliert werden.

Bis ist im Rathaus etwa ein Viertel der Stolberger Bäume mit Standort und Zustand ermittelt. Für die vollständige Erfassung der Bäume in der Kupferstadt seien noch weitere drei Jahre erforderlich, teilte der Baumpflegebeauftragte jetzt mit. Für die Aktion sind jährlich 20.000 Euro im Haushalt veranschlagt. Die ermittelten Daten sollen auch Aufschluss darüber geben, wie viel Geld die Stadt langfristig für die Baumpflege ausgeben muss. Schließlich müssen die Pflanzen regelmäßig zurecht geschnitten und von Totholz befreit werden. Kranke oder nicht mehr standsichere Bäume müssen sicherheitshalber gefällt werden. Auf Friedhöfen etwa werden Bäume häufig gestutzt, damit mehr Licht auf die Gräber fällt. Neu angepflanzte Bäumchen müssen von den Baumexperten des Grünflächenamtes entsprechend betreut werden.

Als Beispiel für eine Maßnahme erinnerte der Baumpflegebeauftragte an mehrere Kopfweiden in Dorff, die umgehend bearbeitet werden mussten, weil das Holz bereits faulte und immer mehr Äste abbrachen. Für die Unterhaltung und Pflege mancher Bäume sei auch die Zustimmung der Grundstückseigentümer und der Unteren Landschaftsbehörde einzuholen.

Auf den Friedhöfen in Büsbach und Dorff seien drei große Buchen im Wurzelbereich vom Riesenporling befallen worden. Da dieser Pilz die Wurzeln stark geschädigt habe, habe die Stadt die drei mächtigen Bäume fällen müssen, die das Bild des Friedhofes über lange Jahre geprägt hatten. Die Bürger wurden im Vorfeld über diese Maßnahme informiert. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Nachbarbäume von dem Pilz angegriffen sind, werden in diesem Bereich regelmäßig Kontrollen vorgenommen. Von Pilzen und Schädlingen sind aber auch Kastanien, Ebereschen oder auch die in Atsch, Auf der Mühle und in Mausbach angepflanzten Birnbäume befallen. Ganz zu schweigen von der Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner.

Die Stadt sei sich ihrer Vorbildfunktion bewusst, versicherte Georg Paulus, Leiter des Technischen Betriebsamtes: „Es werden keine Gefälligkeitsfällungen vorgenommen.“ Den Vorschlag seitens der Politik, eine aus Ratsvertretern, Verwaltungsmitarbeitern und sachkundigen Bürgern zusammen gesetzte Kommission zu bilden, die im Vorfeld über Fällungen beraten könnte, hielt Paulus für überflüssig. Der Schutz des städtischen Grüns sei bereits jetzt eindeutig geregelt: „Eine solche Kommission ist nicht nötig.“ Was die Bepflanzungen an den Straßen und in den Grünanlagen Stolbergs angeht, hat sich zuletzt auch einiges getan. Im Bereich Duffenter wurden die Straßenbeete mit Ahorn bepflanzt. Die Fachleute achten darauf, dass Spielplätze oder Parks mit bunten Sträuchern und Blumen bepflanzt werden. Die Gestaltung soll aber auch so erfolgen, dass die Grünanlagen gerne als Treffpunkt der Anwohner genutzt werden. Ein Kritikpunkt ist die ständige Vermüllung. In diesem Punkt hofft die Stadt auf mehr Rücksicht.

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