Stolberg - Baumaßnahmen: Vier Inseln und vier Haltestellen in Atsch

Baumaßnahmen: Vier Inseln und vier Haltestellen in Atsch

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Der Zebrastreifen soll nun regelkonform gestaltet werden. Foto: J. Lange
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Eine neue Querungshilfe ist für die Einmündung Goethestraße vorgesehen. Foto: J. Lange
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Um einen Überweg ergänzt werden soll die Bushaltestelle an der Nordstraße. Foto: J. Lange

Stolberg. Auf die ganze Hand gehofft, aber nur den kleinen Finger gereicht bekommen die Anwohner der Sebastianusstraße. Immerhin 450.000 Euro nimmt die Stadt in die Hand, um mit vier umgebauten Bushaltestellen und vier eingebauten Querungshilfen diese Landestraße 236 ein wenig sicherer zu machen und die Kraftfahrer zu einem angemessenen Geschwindigkeitsniveau zu verleiten.

Und damit ist zumindest ein Wunsch aus dem Ort im Paket, auf das im vergangenen Sommer die Sprecher der IG Atscher Vereine, Hildegard Nießen und Horst Zimmermann, Verwaltung und Stadtrat gedrängt hatten: Den Einbau einer Querungshilfe im Bereich der Nordstraße, um das Geschwindigkeitsniveau in Höhe des Spielplatzes zu senken.

Immerhin ein Erfolg für die Atscher, die sich seit fast zwei Jahrzehnten in Geduld üben müssen, und mit bangen Erwartungen dem zukünftigen Anschluss an die Autobahn 4 an der Debyestraße zwischen Brand und Eilendorf entgegensehen, der in einem weiten, 1,96 Kilometer langen Bogen (L 221n) und mit zwei Kreisverkehren an die von-Coels-Straße/Buschmühle (L 221) und an die Sebastianusstraße angeschlossen werden soll. Das Planfeststellungsverfahren für dieses Projekt, das als Ortsumgehung den Aachener Stadtteil Eilendorf entlasten soll, soll in diesem Jahr angelassen und bis 2019 abgeschlossen werden können.

Rund 5500 Fahrzeuge – davon 270 Lkw und Busse – passieren täglich auf der Sebastianusstraße die Atscher Ortsdurchfahrt. 75 Prozent davon überschreiten die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das haben Messungen vor fünf Jahren ergeben. Mit Inbetriebnahme des Stolberger Autobahnanschlusses prognostizieren die Verkehrsingenieure eine Zunahme der Belastung auf 13.000 Fahrzeuge, davon 780 des Schwerlastverkehrs, täglich. Der Landesbetrieb erwartet für das Prognosejahr 2020 eine Verkehrsstärke von 13.798 Fahrzeugen täglich für den Abschnitt zwischen Autobahnanschlussstelle und der von-Coels-Straße.

Gleich mit der 1999 beauftragten Verkehrsplanung haben Bürger, Politiker und Verwaltung für die Ortsdurchfahrt Atsch Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung und Verkehrssicherheit gefordert – über alle Jahre hinweg. Der Landesbetrieb signalisierte sogar, den Forderungen vor dem Bau des Autobahnanschlusses nachkommen zu wollen. Und gemeinsam mit der Kupferstadt wurde die Lösung und Finanzierung im Rahmen des kombinierten Ausbaus des Radweges und Einbaus von Fahrbahnteilern gefunden. 2001 wurden die Vorhaben mit den Bürgern abgestimmt. Aber als die Planung stand und 2014 die Arbeiten beginnen sollen, hatten sich die Richtlinien geändert. Verkehrsminister Michael Groschek sah sich gezwungen, das Vorhaben zu stoppen aufgrund der Beschwerde eines vom ADFC unterstützten Atscher Bürgers, weil der Radweg regelwidrig nicht durchgehend auf der Fahrbahn geführt werde.

Für Radwege auf der Fahrbahn reiche die Breite aber nicht durchgehend aus, so erklärt es Bernd Egenter vom Landesbetrieb, es sei denn, es würde in Bürgersteige und Parkstreifen eingegriffen. Die obliegen jedoch der Zuständigkeit der Stadt; und die wiederum erklärt, dass in den betroffenen Bereichen die Breite der Nebenanlagen nicht ausreiche, um sie zugunsten eines Radweges auf der Fahrbahn schmaler zu machen, so der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Und somit wurde im vergangenen Sommer die große Verkehrssicherung für die Sebastianusstraße de facto beerdigt.

Allerdings beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, Bestandteile der damaligen Planung umzusetzen, die die Stadt ohnehin aus eigener Tasche hätte bezahlen müssen.

Das bereits für den Landesbetrieb tätige Ingenieurbüro Schwietering hat die Planung modifiziert. Am 14. Januar soll der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt sowie am 21. Januar der Bau- und Vergabeausschuss die Entwürfe absegnen sowie Ausführungsplanung und Ausschreibung beauftragen. Vorgeschlagen sind folgende Projekte für die Sebastianausstraße, um gefahrene Geschwindigkeiten zu senken und den Verkehr für Fußgänger und Fahrzeuge sicherer zu machen:

- Eine barrierefreie Querungshilfe in Höhe von Haus Nr. 26 sowie ein kleines Kap im Einmündungsbereich der Goethestraße.

- Die Haltestelle „Atsch Kirche“ in Richtung Bayerhaus soll von einer Busbucht in ein barrierefreies Kap verwandelt werden, an dem die Busse auf der Fahrbahn halten; dabei wäre ein Begegnungsverkehr Pkw/Lkw möglich. Derzeit nutzen die Busse einen nicht regelkonformen, früheren Längsparkstreifen, bei dessen Verlassen die Busse die Gegenfahrbahn mitbenutzen müssen.

- Noch schlechter stellt sich die Situation an der Haltestelle „Atsch Kirche“ in Richtung Dreieck dar. Auch hier ist ein barrierefreies Buskap mit einer fünf Meter breiten Mischfahrspur geplant. Das abgängige Haltestellenhäuschen soll durch einen modernen Fahrgastunterstand ersetzt werden.

- Der bestehende Fußgängerüberweg vor den Häusern Nr. 70/39 wurde seinerzeit als Kompromiss realisiert und weist Mängel auf. Er soll nun regelgerecht als barrierefreie Querungshilfe ausgebaut werden.

- In den Maßnahmenkatalog aufgenommen wurde eine neue Querungshilfe im Bereich des Spielplatzes Nordstraße. Dort, wo heute eine markierte Sperrfläche mit Schraffenbaken ist, soll die Fahrspur auf 5,50 Meter eingeengt und mit einer barrierefreien Querungshilfe ausgestattet werden. Stimmt der Landesbetrieb zu, soll der Überweg als Zebrastreifen ausgestaltet werden.

- Die Haltestelle „Im Rehgrund“ Fahrtrichtung Bayerhaus soll aufgrund des vorhandenen Platzes nach wie vor als Busbucht, aber barrierefrei ausgebaut werden.

- In Richtung Kirche soll die Busbucht der Haltestelle „Im Rehgrund“ mit ihrem schmalen Gehweg in ein echtes, barrierefreies Buskap mit Wartebereich auf verbreitertem Gehweg umgewandelt werden.

- Eine barrierefreie Querungshilfe zwischen diesen beiden Bushaltestellen soll das sichere Queren ermöglichen und das Geschwindigkeitsniveau senken. Um zu vermeiden, dass das Niederschlagswasser der Straße den Privatgrundstücken zugeführt wird, soll zwischen Dachsweg und Querungshilfe ein neuer Kanal gebaut werden.

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