Bau der Sekundarschule: Große Erleichterung

Von: Michael Grobusch
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Für 2,6 Millionen Euro saniert und erweitert, wegen fehlender Akzeptanz der dortigen Hauptschule aber bisher längst nicht im möglichen Rahmen genutzt: die Schulgebäude an der Kogelshäuserstraße. Mit einer Sekundarschule bleibt der Standort erhalten. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Es würde den Rahmen sprengen, all das Lob wiederzugeben, das am Donnerstag in Stolberg ausgesprochen wurde. Die Politik lobte die Verwaltung, die Verwaltung die Politik, und die Politik auch die Politik – schließlich leben wir in Zeiten einer Großen Koalition.

Mindestens genauso groß wie die Freude war aber auch die Erleichterung angesichts der Tatsache, dass das Überwinden der entscheidenden Hürde für die Gründung einer Sekundarschule in beinahe schon buchstäblich letzter Sekunde doch noch gelungen ist. Ein neuerliches Scheitern nach dem misslungenen ersten Versuch 2012 hätte nicht nur die gesamte Schulentwicklungsplanung an der Vicht in Frage gestellt. Es hätte die Stadt zudem mit der unschönen Perspektive konfrontiert, möglicherweise in naher Zukunft ein zwar für 2,6 Millionen Euro saniertes und erweitertes, aber wegen der fehlenden Akzeptanz der dortigen Hauptschule ungenutztes Gebäude zu besitzen.

„Wir können alle Standorte halten und alle Gebäude nutzen“, atmete Jochen Emonds denn auch hörbar auf. Auch sonst zeigte sich der Parteivorsitzende und schulpolitische Sprecher der CDU zufrieden mit dem erzielten Resultat: „Unsere Schulentwicklungsplanung trägt Früchte. Wir haben das System sinnvoll umgestaltet und dabei auch den demografischen Wandel berücksichtigt.“ Ähnlich sah es sein Kollege von der SPD, Patrick Haas: „Die Sekundarschule ist ein wesentlicher Teil unserer Schullandschaft. Wir sind von diesem Konzept überzeugt und können jetzt darauf setzen, dass dank der Kooperation mit der Gesamtschule der Übergang von der Sekundarschule in eine ausreichend große Oberstufe möglich sein wird.“

Einigkeit herrscht nicht nur parteiübergreifend, sondern auch in der Verwaltung in der Einschätzung, dass die Akzeptanz der Sekundarschule mit deren Inbetriebnahme steigen wird. Und damit wohl auch die Schülerzahl. „Rückläufer aus den Gymnasien werden die Möglichkeit haben, in ein kleineres, durchlässiges System zu wechseln, in dem ihre Stärken besonders gefördert werden“, so Patrick Haas.

Alles andere als klein wäre das System derweil bereits im zweiten Jahr an der Gesamtschule, wenn es nach dem Wunsch der Stolberger Eltern gehen würde. 180 Anmeldungen und damit verbunden 60 Ablehnungen geben der Politik dem Vernehmen nach zwar zu denken. Eine Erweiterung von derzeit vier auf fünf Züge soll aber vorerst kein Thema sein. Erst ein erneuter, möglicherweise noch größerer Ansturm im kommenden Jahr könnte diese Einschätzung nach Informationen unserer Zeitung ins Wanken bringen. In einem solchen Fall müsste die Frage beantwortet werden, wie der mit den Anmeldungen eindeutig und wiederholt dokumentierte Bürgerwille in Einklang gebracht werden könnte mit den Pflichten und Einschränkungen, die sich durch die Beteiligung am Stärkungspakt Stadtfinanzen ergeben. Denn klar ist: Jede Form der Erweiterung der Gesamtschule wäre – unabhängig von den einzelnen Optionen – mit erheblichen (Bau-)Kosten verbunden.

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