Stolberg-Donnerberg - Bau an der Anna-Klöcker-Straße soll zurückgestellt werden

Bau an der Anna-Klöcker-Straße soll zurückgestellt werden

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Suchten bereits gestern den Ko
Suchten bereits am Dienstag den Kontakt zu den Anwohnern der Anna-Klöcker-Straße: Die Fachbereichsleiter Bernd Kistermann und Andreas Pickhardt sowie Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (v. l.) sicherten den von Bergbauschäden betroffenen Donnerbergern ihre Unterstützung Foto: J. Lange

Stolberg-Donnerberg. Ob der Besuch des Bürgermeisters mit seinen Fachbereichsleitern zu einem Geschenk für den Geburtstag von Nejet Aatach war, wird sich vielleicht am Mittwochmittag herausstellen. „Wenn es ein Beweissicherungsverfahren für unsere Häuser vor dem Ausbau der Anna-Klöcker-Straße gibt, wäre das ein kleiner Erfolg”, hofft Aatach.

Krisengespräche mit Bankaktiengesellschaft BAG, VR-Bank, Bauunternehmen, Ingenieurbüros und Anwälten prägen seit zwei Tagen das Bild im Rathaus, versichert Ferdi Gatzweiler, der am Dienstag mit Bernd Kistermann und dem frühzeitig aus dem Urlaub zurückgekehrten Andreas Pickhardt an die Bergbau geschädigte Straße eilen.

Ihren Urlaub abbrechen muss Stolbergs Rechtsrätin Birgit Nolte, um den Ernstfall juristisch abzuklopfen: Ein Baustopp soll die Fertigstellung der Erschließungsstraße, verhindern, falls es zu keiner gütlichen Einigung zwischen BAG/VR-Bank sowie Anwohnern kommt. Denen möchte die Stadt mit den „uns zur Verfügung stehenden Mitteln”, so betont der Bürgermeister, den Rücken stärken.

Ziel soll es dabei sein, den Straßenausbau soweit zu verschieben, dass die Hausbesitzer bis dahin ihre privatrechtlichen Angelegenheiten mit der BAG bzw. der VR Bank geregelt haben. Die sind allerdings unterschiedlicher Natur und reichen von einer Rückübereignung des Besitzes bis hin zu Entschädigungen. „Nur noch weg”, will ein Teil aus dem Neubaugebiet, endlich in Ruhe, aber sicher dort wohnen, ein anderer Teil.

„Wir hatten erwartet, dass der Ausbau der Straße durch die BAG für Freude sorgen wird”, gesteht Gatzweiler eine Fehleinschätzung ein. Ebenso wie vor einem Jahr ist der Straßenbau Anlass für Unruhe. Im wahrsten Sinn des Wortes: „Ich hab gedacht, ich gehe in meinem Wasserbett unter”, sagt Elisabeth Worscheck und Nicole Sobotka ergänzt: „Meine Tochter hatte Angst, das Haus breche zusammen”: Dabei hatte das Tiefbauunternehmen nur die Asphaltdecke aufgerissen.

Die emotionale und materielle Angst der Bewohner ernst nehmen will die Stadt. Deshalb will sie in offiziellen und inoffiziellen Gesprächen mit BAG und VR-Bank erreichen, dass die Tiefbauarbeiten aufgeschoben werden und damit Zeit gewonnen wird.

Die soll genutzt werden für ein Beweissicherungsverfahren an den Häusern, wobei Schäden durch die Bank erstattet werden müssten, oder alternativ für Gutachten, die versichern, dass durch die Tiefbauarbeiten keine weiteren Schäden entstehen. Ohnehin ist angestrebt ein Gutachten als Gefährdungsabschätzung zum Erfolg der durchgeführten Bodensanierung einzuholen. Eine besondere Rolle spielen dabei fünf Gebäude, deren Untergrund nicht saniert wurde.

Bis dahin werden einige Monate ins Land ziehen, so dass der Winter erreicht und ein Straßenbau erst wieder im Frühjahr wahrscheinlich wird. Die Hoffnung besteht, dass bis dahin die juristische Neuregelung der Besitzverhältnisse erfolgt ist. Über den Fortgang der gütlichen Gespräche oder die Möglichkeit eines behördlichen Baustopps will die Stadt heute informieren; dann soll auch ein Vertreter der BAG vor Ort sein.

Derweil ist eins der bisher unbebauten und sanierten Grundstücke an der Ecke zur Duffenterstraße verkauft worden. Die Stolberger WoGe errichtet dort einen Mehrfamilienblock mit 16 barrierefreien Wohnungen für Senioren, im Stil des Neubaus an der Hastenrather Straße ein.

Noch am späten Montagabend ging die BAG mit Sitz in Hamm in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung davon aus, dass der Straßenbau - zunächst am Kanal, dann an Gehwegen und Parkplätzen sowie Fahrbahn - in acht Wochen abgeschlossen sein soll. Die Arbeiten sollten „unter Rücksichtnahme mit größtmöglicher Sorgfalt ausgeführt werden”, hatte Vorstandsreferent René Kunsleben erklärt. Für heute erwarten Stadt und Anwohner die Erklärung, dass die BAG ihre Haltung revidiert hat und es zu einer einvernehmlichen Lösung kommen kann.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert